Käte Woltemath
Käte Woltemath, auch Käthe Woltemath (* 9. Mai 1920 in Rostock; † 11. August 2004 ebenda[1][2]) war eine deutsche Politikerin (SPD). Sie spielte nach der Wiedervereinigung eine prägende Rolle beim Wiederaufbau der Sozialdemokratie in Ostdeutschland. Sie war zeitweilig Ehrenvorsitzende des SPD-Parteivorstandes der SPD (Ost).[3]
Leben
Käte Woltemath besuchte im Rostocker Stadtteil Kröpeliner-Tor-Vorstadt (KTV) die Margarethenschule und absolvierte eine kaufmännische Lehr bei der Brauerei Ulbrich in Rostock. Dort arbeitete sie nach Abschluss der Ausbildung als Kontoristin.
Ende der 1950er Jahre wurde Woltemath verhaftet. Es wurde ihr vorgeworfen, sie sei geheime Chefin eines Ost-Büros der SPD gewesen und habe vorgehabt, Walter Ulbricht zu stürzen.[4]
Politisches Engagement
Gleich nach dem Zweiten Weltkrieg ist Woltemath in Rostock der SPD beigetreten.[5] Nach dem Fall der Mauer im Jahr 1989 trat Woltemath der SPD wieder bei und beteiligte sich am Neuaufbau der Partei in der ehemaligen DDR. In Rostock gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern. Da sie mit dem Kurs der SPD-Volkskammerfraktion nicht einverstanden war, trat sie bereits 1990 vom Ehrenvorsitz der Ost-SPD zurück.[6]
Nach der Neugründung der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Ostdeutschland wurde Woltemath im Mai 1990 erste Vorsitzende der Rostocker Arbeiterwohlfahrt.[7] Woltemath geriet in Kritik, nachdem im Lauf des Jahres 1991 Vorwürfe wegen angeblicher Berichte unter anderem über Westreisen von DDR-Bürgern an das Ministerium für Staatssicherheit (Stasi) bekannt wurden.[8]
Anfang 1992 trat Woltemath als Mitglied des SPD-Bundesvorstandes zurück und zugleich aus der SPD aus: Auch als Vorsitzende der Rostocker AWO trat sie zurück.[9] Ein 1993 gegen sie angestrengtes Strafverfahren wegen angeblicher geheimdienstlicher Tätigkeit wurde 1997 eingestellt[10].
Im Jahr 2003 erschien ihre Biografie unter dem Titel 4 x Deutschland... und keins für mich dabei.[11]
Literatur
- 4x Deutschland … und keins für mich dabei. 2 Bände. Stock & Stein, Schwerin 2003. ISBN 978-3-937447-01-8.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Käte Woltemath und die späte Schande - Welt.de. Abgerufen am 19. Dezember 2025.
- ↑ Andere Quellen geben den 18. August 2004 bzw. den 19. August 2004 als ihr Sterbedatum an.
- ↑ Kulturkämpferin. In: Die Tageszeitung: taz. 11. Oktober 1990, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 19. Dezember 2025]).
- ↑ Käte Woltemath und die späte Schande - Welt.de. Abgerufen am 19. Dezember 2025.
- ↑ Kulturkämpferin. In: Die Tageszeitung: taz. 11. Oktober 1990, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 19. Dezember 2025]).
- ↑ nterview mit Käte Woltemath (09.08.1990). Abgerufen am 19. Dezember 2025.
- ↑ Käthe Woltemath – Falconpedia.de. Abgerufen am 19. Dezember 2025.
- ↑ Käthe - auch du? In: Der Spiegel. 1. Dezember 1991, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 19. Dezember 2025]).
- ↑ Ehrenvorstandsmitglied der SPD Käthe Woltemath zurückgetreten. In: Die Tageszeitung: taz. 9. August 1990, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 19. Dezember 2025]).
- ↑ Käte Woltemath und die späte Schande - welt.de. Abgerufen am 19. Dezember 2025.
- ↑ Die Zeit (Archiv): Die verlorene Ehre der Käte Woltemath. In: Die Zeit. 27. August 1993, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 19. Dezember 2025]).