Junko Ōnishi (Musikerin)

Junko Ōnishi (jap. 大西 潤子, Ōnishi Junko; * 16. April 1967 in Jōyō,[1] Präfektur Kyōto) ist eine japanische Jazzpianistin.

Leben und Wirken

Ōnishi wuchs in Tokio auf und erhielt ab 1971 eine klassische Klavierausbildung. Nachdem sie über Thelonious Monk den Jazz entdeckt hatte, studierte sie von 1986 bis 1989 am Berklee College of Music in Boston.

Danach arbeitete Ōnishi in New York mit Künstlern wie Betty Carter, Joe Henderson, Kenny Garrett, Phil Woods (Cool Woods 1999), Shigeharu Mukai und in der Mingus Dynasty. Außerdem konzertierte sie mit eigenen Bands in Clubs wie dem Village Vanguard und Sweet Basil.[2]

1993 legte Ōnishi ihr Debütalbum vor; es folgten in den 1990er Jahren eine Reihe von Produktionen für Blue Note Records. 1995 entstand Hat Trick mit Jackie McLean.[3] Nach Fragile legte sie eine Pause beim Veröffentlichen von Alben ein, um sich auf die Entwicklung ihrer Musik zu konzentrieren. Über zehn Jahre später kehrte sie 2009 mit Musical Moments zurück. Ein Jahr später folgte ihr Debüt bei Verve, Baroque (2010), das neben Eigenkompositionen von Onishi auch Interpretationen von Standards enthielt, etwa von Charlie Parker/Thelonious Monk, Hoagy Carmichael und Charles Mingus. 2012 arbeitete sie im Trio mit Yosuke Inoue (Kontrabass) und Eric McPherson (Schlagzeug), mit dem sie unter anderem auch im Rahmenprogramm der Pariser Ausstellung Jazz en Japon auftrat.[4] Zurück in Japan legte sie weitere Alben wie ihre Bigbandproduktion Tea Times oder das Trioalbum Glamorous Life vor. Nach ihrem Trio-Auftritt mit Robert Hurst und Karriem Riggins im Blue Note Club in Tokyo veröffentlichte sie 2019 ihr Live-Album Jatroit mit den beiden Musikern.

2021 nahm Ōnishi am „All-Star Global Concert“ teil, das Herbie Hancock in Zusammenarbeit mit der UNESCO veranstaltete. Im selben Jahr veröffentlichte sie mit ihrem Quintett ihr Album Grand Voyage. Darüber hinaus arbeitet sie mit dem Autor Haruki Murakami als musikalische Leiterin seiner „Murakami Jam“-Projekte, deren dritte Ausgabe im Juni 2024 in Tokio mit Mike Stern, John Patitucci, Eric Harland, Kirk Whalum und Takuya Kuroda stattfand.

Diskographische Hinweise

  • Junko Onishi Trio: Wow (Somethin’ Else, 1993, mit Tomoyuki Shima, Dairiki Hara)
  • Cruisin’ (Blue Note, 1993)
  • Live at the Village Vanguard (Blue Note, 1994)
  • Piano Quintet Suite (Blue Note, 1995, mit Tony Rabeson)
  • Jackie McLean Meets Junko Onishi – Hat Trick (Toshiba EMI, 1996, mit Nat Reeves, Lewis Nash)
  • Fragile (Blue Note, 1999)
  • Baroque (Verve, 2010)
  • Tea Times (Sony, 2016)
  • Glamorous Life (Somethin’ Else, 2017, mit Yosuke Inoue, Shinnosuke Takahashi)
  • Junko Onishi Featuring Robert Hurst & Karriem Riggins: Junko Onishi Presents Jatroit (DIW Records 2019)
  • Junko Onishi Presents The Sextet Plus: Unity All (Somethin’ Else, 2020)
  • Junko Onishi Quartet: Grand Voyage (2021)

Lexikalischer Eintrag

  • Leonard Feather, Ira Gitler: The Biographical Encyclopedia of Jazz. Oxford University Press, New York 1999, ISBN 0-19-532000-X.

Einzelnachweise

  1. 大西順子. In: HMV Online. Abgerufen am 24. Februar 2012 (japanisch).
  2. Junko Ōnishi bei AllMusic (englisch)
  3. Junko Ōnishi bei Discogs
  4. Maison de la Culture du Japon – Jazz in Japan (Memento vom 18. Februar 2012 im Internet Archive)