Juliusz Braun
Juliusz Jan Braun (* 29. August 1948 in Milechowy) ist ein polnischer Journalist und Politiker (UD, UW). Er war Abgeordneter des Sejm von 1989 bis 1999 in der X. (Volksrepublik), I., II. und III. (Dritte Republik) Wahlperiode. Von 1999 bis 2003 war er Vorsitzender des Nationalen Rundfunkrats („Krajowa Rada Radiofonii i Telewizji“), von 2011 bis 2015 Vorstandsvorsitzender von Telewizja Polska und von 2016 bis 2022 Mitglied des Nationalen Medienrats.
Leben und Beruf
Juliusz Braun schloss 1971 sein Geologiestudium an der Universität Warschau ab. Nach seinem Studienabschluss war er ein Jahr in der Heiligkreuzer Filiale des Polnischen Geologischen Instituts tätig. Anschließend war er bis 1981 Journalist der Regionalzeitung Echo Dnia in Kielce. Nach der Haftentlassung war er von 1983 bis 1989 für die katholische Zeitung Niedziela journalistisch tätig. 1990/91 war er Chefredakteur der Gazety Kieleckiej. Von 1992 bis 2016 gehörte er der polnischen UNESCO-Kommission an.[1] 2002 wurde er Dozent am Collegium Civitas.[2] Ab 2005 war er Abteilungsleiter für Film und audiovisuelle Medien im Ministerium für Kultur und nationales Erbe.[3] 2008 wurde er mit der Arbeit „Kształtowanie modelu telewizji publicznej jako przykład zmian kultury politycznej w Polsce w latach 1989–2005“ zum Doktor der Politikwissenschaft promoviert.[4] 2009 wurde er Direktor der Abteilung für Strategie und Analyse im Kulturministerium.[5] Von 2011 bis 2015 war er Vorstandsvorsitzender von Telewizja Polska.[6]
Braun ist verheiratet und hat fünf Kinder. Der Theaterregisseur Kazimierz Braun ist sein älterer Bruder. Der Filmemacher und Politiker Grzegorz Braun ist sein Neffe.
Politik
Während der März-Unruhen 1968 engagierte Braun sich im Studentenkomitee des Wohnheims in der Ulica Zamenhoff in Warschau und wurde deshalb verhaftet.[7] Anfang der 1980er Jahre trat er der unabhängigen Gewerkschaft Solidarność und wurde Vorsitzender des Gewerkschaftsausschusses im Kielcer Verlagshaus. Nach Verhängung des Kriegsrechts war er vom 13. Dezember 1981 bis zum 20. August 1982 interniert.[7]
Bei der halbfreien Parlamentswahl (sog. „Vertragssejm“) im Juni 1989 wurde er als Abgeordneter des Bürgerkomitees „Solidarność“ im Wahlkreis Kielce in den Sejm gewählt.[8] Bei der ersten vollständig freien Parlamentswahl 1991 wurde er für die Unia Demokratyczna, der er sich inzwischen angeschlossen hatte, wiedergewählt.[9] Auch bei der Wahl 1993 wurde er für die UD wiedergewählt.[10] Nach der Fusion mit dem Kongres Liberalno-Demokratyczny zur Unia Wolności 1994 wurde er für diese 1997 erneut in den Sejm gewählt.[11] Während seiner Abgeordnetenzeit war er zwei Wahlperioden lang Vorsitzender des Kultur- und Medienausschusses des Sejm. 1999 wurde er vom Sejm in den Nationalen Rundfunkrat („Krajowa Rada Radiofonii i Telewizji“) gewählt, dem er bis 2005 angehörte und bis 2003 vorstand. Nach seiner Wahl legte er sein Sejm-Mandat nieder.[12] Von 2016 bis 2022 war er auf Vorschlag der Platforma Obywatelska, der er inzwischen angehörte, Mitglied des Nationalen Medienrats.
Ehrungen
- 2005 Silberne Gloria-Artis-Medaille für kulturelle Verdienste[13]
- 2014 Komturkreuz des Ordens Polonia Restituta[14]
- 2015 Krzyż Wolności i Solidarności[15]
Weblinks
- Biogram auf der Seite des Sejm
Einzelnachweise
- ↑ „Skład PK ds UNESCO“ auf www.unesco.pl, abgerufen am 31. Oktober 2025.
- ↑ „BRAUN Juliusz, dr“ auf civitas.edu.pl, abgerufen am 31. Oktober 2025.
- ↑ Organisationsliste auf bip.mkidn.gov.pl, abgerufen am 31. Oktober 2025.
- ↑ „dr Juliusz Jan Braun“ auf archiwum.nauka-polska.pl, abgerufen am 31. Oktober 2025.
- ↑ „Powołanie Juliusza Brauna na stanowisko dyrektora Departamentu Strategii i Analiz w MKiDN“ auf www.mkidn.gov.pl, abgerufen am 31. Oktober 2025.
- ↑ „Janusz Daszczyński zaczyna kadencję prezesa TVP“ auf www.press.pl, abgerufen am 31. Oktober 2025.
- ↑ a b Karteikarte im Katalog des Instytut Pamięci Narodowej, abgerufen am 31. Oktober 2025.
- ↑ Ergebnis in Monitor Polski 1989, Nr. 21, S. 285.
- ↑ Ergebnis in Monitor Polski 1991, Nr. 41, S. 443.
- ↑ Ergebnis in Monitor Polski 1993, Nr. 50, S. 666.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 19. Mai 2025.
- ↑ Nachricht in Monitor Polski 1999, Nr. 15, S. 286.
- ↑ „Lista laureatów medalu Zasłużony Kulturze - Gloria Artis“ auf mkidn.gov.pl, abgerufen am 31. Oktober 2025.
- ↑ Verleihnachricht in Monitor Polski 2014, S. 923.
- ↑ Verleihnachricht in Monitor Polski 2016, S. 128.