Julius von Freyberg-Eisenberg

Freiherr Julius Max von Freyberg-Eisenberg (* 9. September 1832 in München; † 30. September 1912 ebenda) war ein bayerischer Verwaltungsjurist, der ab 1871 als hoher Beamter im Reichsland Elsaß-Lothringen wirkte. Dort war er Kreisdirektor verschiedener Kreise, von 1889 bis 1898 Bezirkspräsident im Bezirk Unterelsaß sowie von 1898 bis 1902 Präsident des Kaiserlichen Rates im Reichsland Elsaß-Lothringen.[1]

Herkunft

Julius Freiherr von Freyberg-Eisenberg ist Nachkomme einer Stammlinie des schwäbischen Adelsgeschlechtes von Freyberg.

Werdegang

Nach Besuch der Königlich Bayerischen Pagerie und des Münchner Ludwigsgymnasiums studierte Julius von Freyberg-Eisenberg an der Universität München Jura. Er absolvierte das Referendariat beim Landgericht München sowie den Kreisregierungen von Oberbayern und Pfalz (Speyer). Von 1864 bis 1871 war er stellvertretender Bezirksamtmann in Kempten.[2]

Während des Deutsch-Französischen Kriegs meldete sich Freyberg-Eisenberg freiwillig für die Zivilverwaltung im von deutschen Truppen besetzten Elsass und Lothringen. Am 1. Januar 1871 trat er sein Amt als kommissarischer Generalsekretär der Präfektur Niederrhein in Straßburg an, die seinem bayerischen Landsmann Graf Friedrich von Luxburg unterstand (der zugleich Regierungspräsident von Unterfranken sowie Reichstagsabgeordneter und daher nur selten in Straßburg anwesend war). Mit Luxburgs Nachfolger Adolf Ernst von Ernsthausen, der nach Eingliederung der besetzten Gebiete ins Deutsche Reich und Errichtung des Reichslandes Elsaß-Lothringen die Bezirksverwaltung nach preußischem Vorbild reorganisierte, verstand sich Freyberg-Eisenberg nicht. Er beantragte seine Rückversetzung nach Bayern, akzeptierte dann aber den Posten als Kreisdirektor für den Kreis Saarburg in Lothringen (1872–1876). Auf diesem Posten zeichnete er sich durch seine perfekten Französischkenntnisse, zuvorkommenden Manieren und ausgleichendes Temperament aus.[2]

Aufgrund dieser Eigenschaften berief der Bezirkspräsident von Lothringen, Robert Viktor von Puttkamer, Freyberg-Eisenberg 1876 nach Metz. Dort wirkte er bis 1880 als Kreisdirektor des Landkreises Metz und ab 1877 in Personalunion auch als Bürgermeister der Stadt Metz (die einen eigenen Stadtkreis bildete). Auf beiden Posten wurde er 1880 von Alexander Halm abgelöst, während Freyberg-Eisenberg als Oberregierungsrat (Stellvertreter des Bezirkspräsidenten) in die Verwaltung des Bezirks Oberelsaß in Colmar wechselte. Als Nachfolger Joseph Philipp von Stichaner wurde er 1889 zum Bezirkspräsidenten (entspricht einem Regierungspräsidenten) des Bezirks Unterelsaß in Straßburg berufen, diesen Posten hatte er für neun Jahre inne.[2]

Am 23. Juni 1898 wurde Freyberg-Eisenberg zum ersten Präsidenten des Kaiserlichen Rates von Elsaß-Lothringen ernannt, der die Funktion eines oberen Verwaltungsgerichts in dem Reichsland hatte. Er trat 1902 in den Ruhestand und kehrte nach München zurück. Aufgrund dieses Umstands blieb ihm die Ernennung zum Wirklichen Geheimen Rat mit dem Prädikat „Exzellenz“ verwehrt, der hohen Beamten Elsass-Lothringens anlässlich ihres 80. Geburtstags nur zustand, wenn sie auch ihren Ruhestand im Reichsland verbrachten.[2]

Familie

Julius heiratete Emma Koch Edle von Sternfeld (* 3. Mai 1844). Sie hatten zwei gemeinsame Kinder.

  • Joseph von Freyberg (* 26. November 1877), ⚭ Mathilde Egger
  • Ludwig von Freyberg (* 18. November 1878), ⚭ Margarete, Freiin von Uexküll

Einzelnachweise

  1. Hermann Hiery: Reichstagswahlen im Reichsland, Dröste, 1986, S. 191. (eingeschränkte Vorschau bei Google Book Search).
  2. a b c d François Igersheim: FREYBERG-EISENBERG Julius, Freiherr von, in: Nouveau Dictionnaire de Biographie alsacienne, 1988.