Julius Prochazka

Julius Prochazka (* 20. November 1863 in Wien; † 9. Mai 1916 im Kaiser-Jubiläums-Spital in Wien[2]) war ein österreichischer Kaufmann und Abgeordneter zum Österreichischen Abgeordnetenhaus.[3]

Leben

Julius Prochazka war Sohn des Artilleriekorporals, Militärschneiders und späteren Briefträgers Johann Prochazka. Nach dem Besuch einer Volks- und Bürgerschule ging er einige Klassen in ein Gymnasium und in eine Handelsfachschule in Wien, allerdings ohne Abschluss. Er machte eine Kaufmannslehre und wurde 1880 Kaufmannsgehilfe in Wien. Von 1898 bis 1916 war er Vorstand des städtischen Arbeits- und Dienstvermittlungsamts in Wien. 1896 war er Mitgründer und bis 1916 Obmann des Volkswahlvereins für die Bezirke III, IV, X und XI und ab 1907 des Christlichsozialen Volkswahlvereins „Landstraße“ in Wien.

Er starb am 9. Mai 1916 im Alter von 52 Jahren im Kaiser-Jubiläums-Spital (der jetzigen Klinik Hietzing) laut Sterbebuch an einer Zuckerharnruhr (also an Diabetes mellitus).

Er war römisch-katholisch und ab 1885 verheiratet mit Anna Wawra, mit der er drei Töchter hatte.

Julius Prochazka war von 1902 bis 1916 Mitglied im Niederösterreichischen Landtag (VIII. und IX. Wahlperiode), zunächst als Abgeordneter der Städte (Wien X.) und ab Januar 1909 als Abgeordneter der Allgemeinen Wählerklasse (Wien III.).

Politische Funktionen

Julius Prochazka war vom 27. März 1897 bis zum 30. März 1911 Abgeordneter des Abgeordnetenhauses im Reichsrat (IX., X. und XI. Legislaturperiode) und war dort während der IX. und X. Legislaturperiode für die Kurie Niederösterreich, allgemeine Wählerklasse 2 Wien III., IV., X. und XI. Bezirk (Landstraße, Wieden, Favoriten, Simmering) und während der XI. Legislaturperiode für die Kurie Niederösterreich 7, Stadt Wien III. Bezirk (Landstraße) zuständig.

Klubmitgliedschaften

Julius Prochazka war Mitglied in der Christlichsozialen Vereinigung und profilierte sich dort als Experte für Sozialpolitik. In dieser Hinsicht zählte er zu den Hauptrivalen und Gegnern des sozialdemokratischen Führers Viktor Adler, den er bei Wahlen mehrfach (mitunter knapp) besiegen konnte.

Literatur

Commons: Julius Prochazka – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Der neue Reichsrat – Porträts der neugewählten Reichsrats-Abgeordneten, II. Serie. In: Wiener Bilder, 29. Mai 1907, S. 4, 1. Zeile, 2. von links (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/wrb
  2. Matricula Online – Wien – 13., Lainz, Sterbebuch, 1916, Seite 40, Eintrag Nr. 1946, 2. Zeile
  3. Prochazka, Julius, Kurzbiographie auf den Webseiten des österreichischen Parlaments, abgerufen am 23. November 2025.