Julius Ehrentraut
Julius Ehrentraut (* 3. April 1841 in Frankfurt (Oder); † 25. März 1923 in Berlin) war ein deutscher Maler.
Leben
Als Sohn eines Lithografen wurde Julius Ehrentraut ebenfalls Lithograf, studierte daneben aber auf der Berliner Königlichen Akademie der Künste, in welche er 1859 eintrat, und wo er schließlich den Unterricht von Julius Schrader genoss. Mit einigen Unterbrechungen, die er dazu benutzte, in der lithografischen Anstalt seines Vaters tätig zu sein und Aufträge illustrativer Art auszuführen, studierte er bis 1865. Er erteilte auch Unterricht im Zeichnen und Aquarellmalen an einer Berliner Privatlehranstalt und übernahm die Vertretung einiger Lehrer des Gewerbe-Museums.
Durch die schlechten Familienverhältnisse genötigt, widmete er sich wieder der Lithografie bei Q-Becker (Tier- und Genremaler, geb. 1830), unter dessen Anleitung er einige Kostümfiguren (Bauerntrachten) ausführte. Da diese Figuren Käufer fanden, gründete er ein eignes Atelier und begann nun im Anschluss an sein Vorbild Jean-Louis-Ernest Meissonier, Soldaten aus dem 17. Jahrhundert zu malen.
1878 übernahm er die Stelle eines Hilfslehrers in der Antikenklasse der Königlichen Akademie der bildenden Künste und wurde 1888 zum Professor und ordentlichen Lehrer für Antiken- und Figurenzeichnen an der akademischen Hochschule ernannt. Ab 1897/98 leitete er auch Übungen in Lithografie.[1]
Langsam bildete er sich durch fleißiges Studium der niederländischen Meister weiter. Es gelang ihm schnell, in scharfer, charakteristischer Auffassung, in sicherer Zeichnung und subtiler Pinselführung sein Vorbild zu erreichen, so dass er zu Lebzeiten einer der besten Kleinmaler der Berliner Schule wurde.
Seine Hauptbilder sind:
- Der kranke Narr,
- Reveille, der Narr im Gefängnis,
- Der schwedische Parlamentär,
- Die Strategen,
- Musikalische Unterhaltung (Staatsgalerie Stuttgart),
- Der jüngste Kamerad,
- Erbaulich (1885).
Ehrentraut wurde auf dem Friedhof Wilmersdorf in Berlin beigesetzt.