Julian Schmitz (Psychologe)
Julian Paul Marius Schmitz (* 1983 in Marburg) ist ein deutscher Psychologe und Hochschullehrer. Er ist Professor für Klinische Kinder- und Jugendpsychologie an der Universität Leipzig und leitet die dort angesiedelte Psychotherapeutische Hochschulambulanz für Kinder und Jugendliche.[1]
Werdegang
Schmitz studierte von 2002 bis 2008 Psychologie an der Philipps-Universität Marburg und der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, wo er sein Studium mit dem Diplom abschloss.[2] Bereits während des Studiums absolvierte er eine Ausbildung in klientenzentrierter Beratung nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Gesprächspsychotherapie (2006–2008).[2]
Von 2008 bis 2012 promovierte Schmitz im Fach Klinische Kinder- und Jugendpsychologie an der Universität Freiburg; seine Dissertation zu sozialen Ängsten im Kindesalter wurde mit summa cum laude bewertet.[2] Parallel war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Abteilung für Klinische Psychologie und Psychotherapie der Universität Freiburg tätig und arbeitete später am Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS).[2]
Berufspraktische Erfahrungen sammelte Schmitz zudem in der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Freiburg und später als klinischer Psychologe in der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Klinikums Holweide in Köln.[2] Von 2011 bis 2017 absolvierte er eine Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten mit Schwerpunkt Verhaltenstherapie am Freiburger Ausbildungsinstitut FAKIP und am AKIP in Köln.[2]
Seit dem Sommersemester 2016 hat Schmitz eine W2-Professur für Klinische Kinder- und Jugendpsychologie am Wilhelm-Wundt-Institut für Psychologie der Universität Leipzig inne.[1] Dort ist er außerdem Leiter der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz für Kinder und Jugendliche[3] sowie in verschiedenen akademischen Gremien aktiv, unter anderem als stellvertretender Vorsitzender des universitären Ethikbeirats.[1]
Forschung
Schmitz’ Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der klinischen Kinder- und Jugendpsychologie. Im Zentrum stehen Angststörungen im Kindes- und Jugendalter, insbesondere soziale Ängste, neurokognitive Aspekte der Emotionsregulation sowie frühe Risikofaktoren psychischer Erkrankungen im Säuglings- und Kleinkindalter.[1] Ein weiterer Fokus seiner Arbeit liegt auf der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen im schulischen Kontext und auf Fragen der Versorgung psychisch belasteter junger Menschen in Bildungseinrichtungen und im Gesundheitssystem.[4]
Schmitz ist Antragsteller und Principal Investigator mehrerer drittmittelgeförderter Forschungsprojekte, unter anderem der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Dazu gehört das Projekt „Soziale Angststörung im Kindes- und Jugendalter: Attentionale, neurophysiologische und kognitive Korrelate von emotionaler Reaktivität und Emotionsregulation“, das seit Mitte der 2010er Jahre durch die DFG gefördert wird.[5][6]
Im Bereich der Versorgungsforschung leitet Schmitz den Verbund „Monitor Bildung und psychische Gesundheit (BiPsy-Monitor)“, der ein bundesweites Monitoring zur psychosozialen Versorgung von Kindern und Jugendlichen aufbaut und Zusammenhänge zwischen Unterrichtsmerkmalen, schulischem Wohlbefinden und psychischer Gesundheit untersucht.[7][8][9] Der Verbund wird von der Robert-Bosch-Stiftung gefördert und läuft seit 2023.[10][11]
Lehre und akademisches Engagement
An der Universität Leipzig ist Schmitz in der Lehre im Bereich Klinische Psychologie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters tätig und betreut Abschlussarbeiten sowie Promotionsprojekte.[1] Er ist zudem Vorstands- und Gründungsmitglied des Leipziger Forschungszentrums für frühkindliche Entwicklung (LFE) und als Vertrauensdozent der Friedrich-Ebert-Stiftung aktiv.[1]
Schmitz tritt in der öffentlichen Wissenschaftskommunikation unter anderem in Interviews, Podcasts und Fachbeiträgen zur psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, zu Leistungs- und Prüfungsangst sowie zu sozialen Angststörungen auf.[12][13][14]
Publikationen
Schmitz ist Autor und Mitautor zahlreicher Fachpublikationen in internationalen peer-reviewten Zeitschriften zu Angststörungen, Emotionsregulation und psychischer Gesundheit im Kindes- und Jugendalter.[1]
Zu seinen Buchpublikationen zählen unter anderem:
- Soziale Angststörung im Kindes- und Jugendalter (mit Julia Asbrand), Kohlhammer, Stuttgart 2020.[15][16]
- Soziale Ängste (mit Julia Asbrand und Hanna Büch) aus der Reihe „Psychologie im Schulalltag“, Hogrefe, Göttingen 2022.[17]
Weitere Buchbeiträge und Herausgeberschaften betreffen unter anderem die Klinische Kinder- und Jugendpsychologie sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie.[1]
Weblinks
- Prof. Dr. Julian Schmitz – Personenprofil. In: Universität Leipzig. Abgerufen am 9. Dezember 2025.
- Forschungsgruppe Klinische Kinder- und Jugendpsychologie an der Universität Leipzig (Teamseite) – lw.uni-leipzig.de
- Projektseite „Monitor Bildung und psychische Gesundheit (BiPsy-Monitor)“ – bipsy.de
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f g h Prof. Dr. Julian Schmitz – Personenprofil. In: Universität Leipzig. Abgerufen am 9. Dezember 2025.
- ↑ a b c d e f Prof. Dr. Julian Schmitz – Curriculum Vitae. In: Universität Leipzig. Abgerufen am 9. Dezember 2025.
- ↑ Team der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz. In: Universität Leipzig. Abgerufen am 9. Dezember 2025.
- ↑ Warum Schule Bildung und Wohlbefinden zusammen denken muss. In: Robert Bosch Stiftung. 12. Januar 2024, abgerufen am 9. Dezember 2025.
- ↑ Soziale Angststörung im Kindes- und Jugendalter. In: DFG – GEPRIS. Abgerufen am 9. Dezember 2025.
- ↑ Forschungsprojekt – Soziale Angststörung im Kindes- und Jugendalter. In: Leuris, Universität Leipzig. Abgerufen am 9. Dezember 2025.
- ↑ Projekt – BiPsy-Monitor. In: BiPsy. Abgerufen am 9. Dezember 2025.
- ↑ Monitor Bildung und psychische Gesundheit (BiPsy-Monitor). In: Robert Bosch Stiftung. Abgerufen am 9. Dezember 2025.
- ↑ BiPsy-Monitor – Forschung. In: Universität Leipzig. Abgerufen am 9. Dezember 2025.
- ↑ Monitor Bildung und psychische Gesundheit (BiPsy-Monitor) – Unterricht und schulisches Wohlbefinden. In: Universität Leipzig. Abgerufen am 9. Dezember 2025.
- ↑ Neues Forschungsprojekt untersucht Versorgungssituation von Kindern und Jugendlichen. In: Informationsdienst Wissenschaft (idw). 7. Februar 2023, abgerufen am 9. Dezember 2025.
- ↑ Ars Boni 369: Soziale Angststörungen bei Kindern und Jugendlichen. In: wissenschaftspodcasts.de. 31. Januar 2023, abgerufen am 9. Dezember 2025.
- ↑ Interview mit Prof. Dr. Julian Schmitz. In: pruefungskultur.de. 25. September 2023, abgerufen am 9. Dezember 2025.
- ↑ BiPsy-Monitor: Große Versorgungslücke für psychisch belastete Kinder und Jugendliche. In: Deutsches Schulportal. 10. Januar 2025, abgerufen am 9. Dezember 2025.
- ↑ Publikationsliste Julia Asbrand. In: Humboldt-Universität zu Berlin. Abgerufen am 9. Dezember 2025.
- ↑ Understanding anxiety, encouraging courage: What families should know about social anxiety. In: In-Mind. Abgerufen am 9. Dezember 2025.
- ↑ Prof. Dr. Julia Asbrand – Publikationen. In: Friedrich-Schiller-Universität Jena. Abgerufen am 9. Dezember 2025.