Julian Dierkes

Julian Dierkes (* 1970 in Krefeld[1]) ist ein deutscher Soziologe, Japan- und Mongoleiforscher. Er ist Dekan der Sozialwissenschaften an der Universität Mannheim[2].

Werdegang

Julian Dierkes ist in Westberlin aufgewachsen, wo er das Canisius-Kolleg besucht hat. Er hat an der University of California, Berkeley seinen Bachelor in Soziologie mit dem Nebenfach Philosophie abgeschlossen. Im Austausch hat er an der Sophia-Universität (Tokyo) studiert. Nach einem Semester an der Freien Universität Berlin hat er sein Promotionsstudium[3] an der Princeton University aufgenommen und dort seinen Master gemacht. In 2003 hat er seine Dissertation[4] zur Darstellung der Nation im Geschichtsunterricht Japans, der DDR und der Bundesrepublik verteidigt. Von 2001 bis 2002 war er als Daiwa Anglo Japanese Fellow an der damaligen Faculty of Oriental Studies (jetzt East Asia Institute) der University of Cambridge. Dort war er auch Junior Research Fellow am Wolfson College (Cambridge).

Von 2002 bis 2024 hat Dierkes an der University of British Columbia (UBC) in Vancouver, Kanada, gelehrt, zuerst am Institute of Asian Research, dann an der School of Public Policy and Global Affairs. Zwischen 2018 und 2024 war Dierkes Prorektor an der Faculty of Graduate and Postdoctoral Studies[5] der UBC.

Seit Januar 2025 ist Dierkes hauptamtlicher Dekan der Fakultät für Sozialwissenschaften der Universität Mannheim.[6]

Wirken

In seiner Forschung hat sich Dierkes v. a. mit dem zeitgenössischen Japan und der Mongolei beschäftigt, aber auch mit organisations- und bildungssoziologischen Themen. U. a. hat er in den 2000ern ein Forschungsprojekt zu den Zusatzschulen in Japan (juku – 塾) durchgeführt.

Im Bezug auf die zeitgenössische Mongolei konzentriert sich Dierkes auf die Bergbaupolitik und Demokratisierung. Er war im Rahmen seiner Forschungstätigkeiten bereits mehrfach als internationaler Wahlbeobachter im Einsatz. Über wissenschaftliche Publikationen hinaus, betreibt Dierkes den Blog Mongolia Focus seit 2011 und den Podcast Great State Mural – Mongolia Portrayed seit 2025. Er kommentiert mongolische Entwicklungen regelmäßig in internationalen Medien.

Im November 2023 ist Dierkes der mongolische Freundschaftsorden verliehen worden.[7]

Dierkes hat drei Kinder. Sein Vater[8] war Meinolf Dierkes.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Julian Dierkes: Postwar history education in Japan and the Germanys: guilty lessons. Band 29. Routledge, London 2010, ISBN 978-0-415-55345-2, doi:10.4324/9780203864586.
  • Janice Aurini, Scott Davies, Julian Dierkes (Hrsg.): Out of the shadows: the global intensification of supplementary education (= International Perspectives on Education and Society. Band 22). Jai Press; Bingley; Emerald, Greenwich, Conn.; Bingley 2013, ISBN 978-1-78190-816-7, doi:10.1108/S1479-3679(2013)22.
  • Julian Dierkes: Change in democratic Mongolia: social relations, health, mobile pastoralism, and mining. Brill, Leiden; Boston, MA 2012, ISBN 978-90-04-22434-6.

Einzelnachweise

  1. Eigene biografische Details
  2. Hauptamtlicher Dekan. In: Uni Webseite. Universität Mannheim, abgerufen am 21. Oktober 2025.
  3. Julian Dierkes, *03. In: Princeton University Department of Sociology. Department of Sociology, abgerufen am 21. Oktober 2025 (englisch).
  4. Julian Dierkes: Teaching portrayals of the nation: Postwar history education in Japan and the Germanys. In: Dissertation Database. Proquest, 2003, abgerufen am 22. Oktober 2025 (englisch).
  5. Julian Dierkes joins G+PS. In: UBC Faculty of Graduate and Postdoctoral Studies. UBC Faculty of Graduate and Postdoctoral Studies, 16. Januar 2018, abgerufen am 22. Oktober 2025 (englisch).
  6. Julian Dierkes - Dekan der Fakultät für Sozialwissenschaften. Universität Mannheim, 24. Februar 2025, abgerufen am 31. Oktober 2025.
  7. Julian Dierkes: Friendship Medal. In: Mongolia Focus. Mongolia Focus, 26. November 2023, abgerufen am 21. Oktober 2025 (englisch).
  8. Gedenkveranstaltung für Meinolf Dierkes. In: Wissenschaftszentrum Berlin - Aktuelle Veranstaltungen. Wissenschaftszentrum Berlin, 17. September 2024, abgerufen am 22. Oktober 2025.