Jugend am Werk Steiermark

Jugend am Werk Steiermark

Rechtsform GmbH
Gründung 1948
Sitz Lendplatz 35, 8020 Graz, Österreich
Leitung Walter Ferk (Vorsitzender des Aufsichtsrates/Präsident des Vereins)
Walerich Berger (Geschäftsführer)
Sandra Schimmler (Geschäftsführerin)
Mitarbeiterzahl mehr als 1500
Umsatz € 93,4 Mio.
Branche Sozialwirtschaft
Website www.jaw.or.at
Stand:

Die Jugend am Werk Steiermark GmbH ist ein gemeinnütziges Unternehmen im Bereich sozialer Dienstleistungen in der Steiermark. Gegliedert in vier Geschäftsbereiche – „Wohnen & mobile Angebote für Menschen mit Behinderung“, „Arbeit & Beschäftigung für Menschen mit Behinderung“, „Ausbildung & Arbeitsmarkt“, „Kinder, Jugend und Familien“ – bietet Jugend am Werk Steiermark ein qualitativ hochwertiges Netz an Werk- und Ausbildungsstätten, Wohneinrichtungen sowie Beratung und Begleitung. Die Angebote sind passgenau, individuell und flexibel.

Als steirischer Anbietern sozialer Dienstleistungen beschäftigt es an über 160 Standorten mehr als 1.500 Mitarbeiter; jährlich nehmen rund 20.000 Menschen die entsprechenden Angebote wahr.[1]

Tochterunternehmen der Jugend am Werk Steiermark GmbH sind die Jugend am Werk Salzburg GmbH[2] und die Jugend am Werk Niederösterreich GmbH.[3] Jugend am Werk Steiermark ist zu 25 Prozent an der Team Styria GmbH beteiligt.

Die Jugend am Werk Salzburg GmbH wurde 2014 gegründet und zählt inzwischen über 120 Mitarbeitende an neun Standorten (Stand 2025). Das Leistungsspektrum umfasst u. a. die Begleitung von Menschen mit Behinderung, die Betreuung von Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, sowie die Unterstützung von Jugendlichen, die nicht mehr im familiären Umfeld leben können.

Die Jugend am Werk Niederösterreich GmbH wurde 2024 gegründet. 2025 starteten erste Angebote der Kinder- und Jugendhilfe. Das Leistungsspektrum umfasst sowohl stationäre als auch mobile Dienstleistungen.

Tätigkeitsfelder und Zielsetzung

Die Jugend am Werk Steiermark GmbH ist einer der größten Sozialdienstleister der Steiermark. Mit zeitgemäßen Leistungen und auf die Bedürfnisse der Menschen zugeschnittenen Angeboten legt das Unternehmen den Grundstein für ein gutes und gelingendes sowie ein selbstbestimmtes, authentisches Leben. Jugend am Werk Steiermark ist ein zuverlässiger Partner auf Zeit in allen Lebensbereichen – für Menschen auf der Suche nach Ausbildung und Arbeit, für Kinder, Jugendliche und Familien in herausfordernden Zeiten und für Menschen mit Behinderung.

Als gemeinnütziges Unternehmen verfolgt Jugend am Werk Steiermark keine Gewinnabsichten. Der Erfolg soll daran gemessen werden, wie zufrieden diejenigen sind, die die Angebote des Unternehmens in Anspruch nehmen und inwieweit deren Lebensrealitäten im Sinne von Chancengleichheit verbessert werden.

Gegliedert in vier Geschäftsbereiche – „Wohnen & mobile Angebote für Menschen mit Behinderung“, „Arbeit & Beschäftigung für Menschen mit Behinderung“, „Ausbildung & Arbeitsmarkt“, „Kinder, Jugend und Familien“ – bietet das Unternehmen ein qualitativ hochwertiges Netz an Werk- und Ausbildungsstätten, Wohneinrichtungen sowie Beratung und Begleitung. Die Angebote sind passgenau, individuell und flexibel.

Darüber hinaus ist Jugend am Werk Steiermark ein stabiler, verlässlicher Arbeitgeber und bietet in allen Regionen der Steiermark sichere Arbeitsplätze in unterschiedlichen Bereichen. Für alle Phasen des Berufslebens, vom ersten Arbeitstag bis zur Pension, stehen den Mitarbeitenden flexible Arbeitszeitmodelle, Aus und Weiterbildungsmöglichkeiten, Angebote zur betrieblichen Gesundheitsförderung, Vergünstigungen und viele weitere Zusatzleistungen zur Auswahl. Chancengleichheit und Familienfreundlichkeit sind im Unternehmen verankert.

Als gestaltendes Unternehmen beteiligt sich das Unternehmen aktiv an der Gestaltung der Rahmenbedingungen der Sozialwirtschaft sowie der sozialen Arbeit. Die Mitarbeitenden leisten in ihrer täglichen Arbeit einen enormen Beitrag in der Begleitung von Menschen, die Unterstützung brauchen, sowie für die Weiterentwicklung einer solidarischen Gesellschaft insgesamt.

Gesellschaftliche Vielfalt und Teilhabe, Chancengleichheit und Inklusion sind leitende Werte. Das Unternehmen orientiert sich stets am Willen und den Ressourcen der Menschen, die es begleitet. Jugend am Werk Steiermark bezieh den Sozialraum mit ein (Sozialraumorientierung) und arbeitet in allen Bereichen in möglichst kleinen Einheiten (Deinstitutionalisierung). Damit alle Menschen ein Leben führen können, das in ihren Augen ein gutes, ein gelingendes Leben ist.

Geschichte

Die Anfänge 1948er- und 1950er-Jahre

Wir beginnen unsere Arbeit in einer der schwersten Zeiten Österreichs. In der Nachkriegszeit lebt die Bevölkerung im Ungewissen. Bereits zwei Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg beginnt sich die Situation für Jugendliche in Österreich zu verschlechtern. Die Arbeitslosenzahlen steigen. Besonders in der Steiermark. Nur knapp 6 Prozent der männlichen und 5 Prozent der weiblichen Jugendlichen haben Chancen auf eine Lehrstelle. In der Steiermark sucht die damalige Arbeitsmarktverwaltung (AMV) nach Lösungen. Gegründet durch Hofrat Karl Birzele wird eine neue Bildungs- und Erziehungseinrichtung als Bindeglied zwischen Schule und Wirtschaft geschaffen. Sie bekommt den Namen Jugend am Werk. Am 15. April 1948 erscheint in der sozialistischen Tageszeitung ein Aufruf an die arbeitslose Jugend. Beworben wird darin die Berufsvorschule für Jugendliche. Dieser Tag gilt als Gründungstag von Jugend am Werk Steiermark. Noch im Gründungsjahr eröffnen wir Standorte in Graz, Judenburg und Fohnsdorf und begleiten dort insgesamt 270 Menschen. 1950 wird aus der losen Arbeitsgemeinschaft Jugend am Werk ein selbständiger Verein.

1960er- und 1970er-Jahre

Als in Österreich in den 60er-Jahren mit der Hochkonjunktur die Arbeitslosigkeit drastisch sank, kristallisierte sich sehr schnell ein neuer, wesentlicher Tätigkeitsbereich für Jugend am Werk heraus: in vielen Kursen wurden bereits Jugendliche mit Behinderung betreut und so wurde die Arbeit mit Menschen mit Behinderung das neue zentrale Aufgabengebiet. Auf Grundlage des Steiermärkischen Behindertengesetzes (1964) wurden in kürzester Zeit Angebote an vielen Standorten installiert.

Mit den Wirtschaftseinbrüchen in den 70er-Jahren gewann auch der Arbeitsmarktverwaltungs-Bereich erneut an Bedeutung, so dass sich die Arbeit von Jugend am Werk Steiermark nun auf zwei stabile Säulen stützte: Berufsvorbereitungslehrgänge für arbeitslose Menschen und Ausbildungen im Hotel- und Gastgewerbe wurden durchgeführt. Im Bereich der Behindertenhilfe gab es in dieser Zeit eine regionale Ausweitung.

1980er- und 1990er-Jahre

Mit Beginn der 80er-Jahre entstanden die ersten privaten Initiativen im Rahmen der so genannten Fürsorge in der Steiermark. Eines dieser Projekte – die erste sozialpädagogische Wohngemeinschaft überhaupt in der Steiermark – wurde ab 1982 von Jugend am Werk geführt. Mit dieser Einrichtung wurde auch der Grundstein für den späteren Fachbereich Jugendwohlfahrt gelegt.

Mit dem EU-Beitritt Österreichs 1995 eröffnete sich für Jugend am Werk ein weiterer wichtiger Arbeitsbereich: EU-Projekte ermöglichen in internationalen Gemeinschaftsinitiativen die verschiedenen Problemstellungen im Sozialbereich differenzierter und flexibler zu betrachten und Lösungen effektiver zu erarbeiten. Zum 50-jährigen Jubiläum im Jahr 1998 verzeichnete Jugend am Werk Steiermark bereits weit über 1.000 Kunden, die in 38 Einrichtungen betreut wurden.

2000er- bis 2020er-Jahre

Seit 1. Januar 2001 werden alle operativen Geschäfte von Jugend am Werk durch die neu gegründete Jugend am Werk Steiermark GmbH durchgeführt. Mit der Restrukturierung der Organisation und dem Führungswechsel 2009 beginnt die steiermarkweite Ausstattungs- und Modernisierungsoffensive. Nach den ersten Pilotprojekten beteiligt sich Jugend am Werk seit 2010 intensiv an der Umsetzung von EU-Projekten.

Die Jugend am Werk Salzburg GmbH wird 2014 mit Angebotsschwerpunkten im Bereich Kinder- und Jugendhilfe sowie mobiler Flüchtlingsbetreuung als Tochterunternehmen der Jugend am Werk Steiermark GmbH gegründet. Die Umsetzung von gemeinnützigen Beschäftigungsprojekten – (Langzeit-)Arbeitslose werden mittels Transitarbeitsplätzen wieder in den Arbeitsmarkt integriert – im Auftrag des AMS und des Landes Steiermark beginnt. Jugend am Werk bietet ab 2019 Leistungen im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe auch im Burgenland an und entwickelt seine Angebote kontinuierlich weiter (Die Jugend am Werk Burgenland GmbH wurde Ende 2023 im Kontext der politischen Strategie des Landes Burgenland, die verstärkt darauf setzt, eine Vielzahl von Dienstleistungen selbst zu erbringen, liquidiert).

Zu den größten humanitären Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zählt die Flüchtlingsbetreuung. Die Jugend am Werk Steiermark GmbH unterstützt ab 2014 das Land Steiermark in der Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen, deren Betreuung und Begleitung. Durch die Unterbringung in Wohnungen anstatt von Großquartieren wird die Integration in den Gemeinden ermöglicht. Neben Familien und Erwachsenen werden unbegleitete minderjährige Flüchtlinge betreut. Seit 2022 betreuen wir im Auftrag des Landes Steiermark ukrainische Vertriebene, die ihre Heimat auf Grund des Krieges verlassen mussten.

Heute – Modernisierung und Innovation

Die Jugend am Werk Steiermark GmbH zählt zu den führenden Anbietern sozialer Dienstleistungen in der Steiermark. Mit einem inhaltlich und regional breit gestreuten Leistungsportfolio entwickeln heute rund 1.500 gut ausgebildete und engagierte Mitarbeiter an über 160 Standorten in der gesamten Steiermark gemeinsam mit unseren rund 20.000 Kunden täglich neue Lebensperspektiven und Chancen. Wir arbeiten an der Erhaltung bzw. ständigen Verbesserung der Qualität unserer Dienstleistungen unter schonendem Umgang mit den öffentlichen Ressourcen, Anpassung der Dienstleistungsangebote an sich ändernder Anforderungen unserer Zielgruppen und Rahmenbedingungen aufgrund.

Jugend am Werk Steiermark zeichnet sich durch kontinuierliche Innovation und fortlaufende Weiterentwicklung aus. Als Organisation setzen wir erfolgreich moderne Technologien ein und implementieren diese, um unsere Angebote und Dienstleistungen effektiver und effizienter zu gestalten. Als Unternehmen legt Jugend am Werk Schwerpunkte auf Nachhaltigkeit, Diversität und Gewaltprävention, indem es entsprechende Programme und Initiativen entwickelt und umsetzt.

Als Unternehmen legen wir großen Wert auf das ganzheitliche Wohlbefinden aller Mitarbeiter. bieten Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung und Unterstützung für persönliche Problemstellungen in Form eines kostenlosen Employee Assistance Programs (EAP). Unseren Mitarbeitern bieten wir sinnstiftende Tätigkeiten und Karriere-, Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten. Jugend am Werk Steiermark hat eine starke Arbeitgebermarke aufgebaut und wird vielfach für ihre herausragende Arbeit ausgezeichnet, unter anderen als „Great Place to Work“[4], „Familienfreundlichster Betrieb der Steiermark“[5], „Beliebter Arbeitgeber“[6], „Top Company“[7] und „Leading Employer“.[8]

Verein

Der Verein Jugend am Werk wurde 1948 gegründet. Die Jugend am Werk Steiermark GmbH ist zu 100 % eine Tochter des Vereins „Jugend am Werk Steiermark“ und wurde im Jahr 2000 gegründet. Alle operativen Tätigkeiten der sozialen Arbeit, der Qualifikation und Ausbildung, der Aktivitäten zur Arbeitsintegration sowie der Flüchtlingsbetreuung erfolgen in der GmbH.

Darüber hinaus beschäftigt sich der Verein Jugend am Werk Steiermark mit übergreifenden Aufgabenstellungen. Dazu gehört etwa die bestmögliche Qualifikation und Weiterbildung von Menschen in sozialen Berufen (Weiterbildungsinstitut „inbildung“[9]) und die professionelle Beratung der Kunden und deren Angehöriger (Rechtsberatung „inberatung“[10]).

Dem Verein Jugend am Werk Steiermark gehören als Mitglieder steirische Gemeinden, die Wirtschaftskammer Steiermark, der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) und die Arbeiterkammer Steiermark an. Der Vereinsvorstand besteht aus folgenden Personen:[11]

  • Präsident: Walter Ferk
  • Vizepräsidentin: Mag.a Verena Nussbaum, Abgeordnete zum Nationalrat der SPÖ, Stellvertretende Geschäftsführerin GPA-djp
  • Vorstandsmitglieder: KO LAbg. Johannes Schwarz, Kassier, SPÖ-Landtagsabgeordneter; Josef Wallner, Stv. Kassier, Bürgermeister der Stadtgemeinde Deutschlandsberg; Mag.a Dr.in Ute Sonnleitner, Vorstandsmitglied, Landesbildungssekretärin des ÖGB Steiermark; DI (FH) Harald Bergmann, Vorstandsmitglied, Bürgermeister der Stadtgemeinde Knittelfeld; Klaus Zenz, Rechnungsprüfer, Landtagsabgeordneter SPÖ, Stv. Vorsitzender der FSG Steiermark; Mag.a Elke Florian, Rechnungsprüferin, Bürgermeisterin der Stadtgemeinde Judenburg;[12]

Einzelnachweise

  1. Jugend am Werk Steiermark Erfolgsbericht 2024. (PDF) In: Jugend am Werk. 1. März 2025, abgerufen am 1. Oktober 2025.
  2. Herzlich willkommen bei Jugend am Werk Salzburg! In: jaw-salzburg.at.
  3. Jugend am Werk - jetzt auch in Niederösterreich! In: jaw-noe.at.
  4. Great Place to Work®
  5. Familienfreundlichster Betrieb der Steiermark
  6. KURIER – Beliebter Arbeitgeber
  7. kununu Top Company
  8. Leading Employer
  9. Kompetenzen erweitern, Reflexion fördern, Handeln stärken. In: jaw.or.at
  10. Rechtsberatung inberatung. In: jaw.or.at
  11. Verein Jugend am Werk Steiermark. In: www.jaw.or.at. 1. Oktober 2025, abgerufen am 1. März 2019.
  12. Organigramm Jugend am Werk Steiermark GmbH. Abgerufen am 1. Oktober 2025.