Josias Marius Hadermann

Josias Marius Hadermann (* 24. oder 25. Dezember 1753 oder 1752 in Schlüchtern; † 26. Januar 1827 in Büdingen) war ein deutscher evangelischer Geistlicher und Gymnasiallehrer.

Leben

Familie und Ausbildung

Hadermann wurde in Schlüchtern in der Landgrafschaft Hessen-Kassel geboren, wo sein Vater, Johann Henrich Hadermann (* 15. Juni 1710 in Schlüchtern; † 8. Februar 1785 ebenda)[1], als Rektor am dortigen Gymnasium tätig war; seine Mutter war Ursula Helena Margaretha (* 13. Juni 1723 in Schlüchtern; † 25. August 1782 ebenda), die Tochter des Kaufmanns Johann Georg Zipf (1692–1754); er hatte noch acht Geschwister.

Einer seiner Brüder wirkte als Gymnasialprofessor in Hanau, ein anderer als Rektor in Düsseldorf. Der jüngste Bruder beschäftigte sich mit philologischen Studien, ohne jedoch ein öffentliches Staatsamt auszuüben.

Mit seiner ersten Gattin, Wilhelmine, der Tochter des Hofkammerrats Johannes Brenner aus Büdingen, die er am 2. Mai 1780 heiratete, teilte er die Sorge um die häusliche Erziehung aller ihm anvertrauten Schüler. Nach deren Tod heiratete er am 14. Juli 1814 Christiane Johannette Eleonore (geb. Groß), die Witwe des Pfarrers Karl Dresler aus Herborn.

Er starb kinderlos.

Nach dem Besuch des Gymnasiums in Schlüchtern bezog er die Akademie (siehe Hohe Landesschule) in Hanau, wo er sich besonders in theologischen Studien hervortrat. Seine Leistungen waren so bemerkenswert, dass er bereits mit 23 Jahren als vierter Prediger in Hanau angestellt wurde.

Rektorat in Büdingen

Im Jahr 1778 folgte Hadermann einem Ruf als Rektor der Provinzialschule (siehe Wolfgang-Ernst-Gymnasium) in Büdingen, wo er eine lange und prägende Karriere begann; 1805 wurde er zum Professor ernannt. Seine Tätigkeit führte schnell zu einer Verbesserung der Schulverhältnisse; durch seine pädagogischen Fähigkeiten erlangte die Schule bald überregionale Anerkennung und nahm auch Schüler aus der Schweiz auf.

Direktor des Landesgymnasiums

Als Graf Ernst Casimir I. (Ysenburg und Büdingen) 1821 die Entscheidung traf, die Provinzialschule zu einem Landesgymnasium zu erheben, wurde Hadermann 1822 als unmittelbarer Direktor an die Spitze der neuen Anstalt berufen. Diese Position behielt er bis zu seinem Tode und prägte damit das Gymnasium nachhaltig. Ihm folgte Johannes Martin Keller als Rektor.

Zu seinen Schülern gehörte der spätere Vormärz-Revolutionär Eduard Scriba.[2]

Geistige Interessen und literarische Betätigung

Hadermann war ein Kenner der lateinischen Sprache und Literatur. Er sprach Latein geläufig und hatte alle römischen Klassiker, manche davon mehrfach, gelesen. Auch im hohen Alter zählte die Lektüre antiker Texte zu seiner bevorzugten Erholung.

Trotz seiner Gelehrsamkeit hinderte ihn seine charakteristische Bescheidenheit daran, größere wissenschaftliche Werke für die Öffentlichkeit zu verfassen. Seine literarische Tätigkeit beschränkte sich daher auf gelegentliche Beiträge in gelehrten Zeitschriften. Öffentlich hervorgetreten ist er als Mitherausgeber der lateinischen Gedichte seines verstorbenen Vaters und als Verfasser zahlreicher deutscher Dichtungen. Besonders verdient machte er sich durch die Redaktion des Büdinger Gemeinnützigen Wochenblatts über viele Jahre hinweg.

Schriften (Auswahl)

  • Legis illustris scholae Solitariensis. In: Allgemeine Schultzeitung vom 18. März 1827. Sp. 173–176 (Digitalisat).

Literatur

Einzelnachweise

  1. Johann Henrich Hadermann geb. 15 Jun 1710 Schlüchtern, Hessen gest. 8 Feb 1785 Schlüchtern, Hessen. Abgerufen am 13. Januar 2026.
  2. Heinrich Eduard Scriba: Genealogisch-biographische Uebersicht der Familie Scriba. Scribas Buchhandlung, 1884 (google.de [abgerufen am 13. Januar 2026]).