Joseph Theodor von Ruesch
Freiherr Joseph Theodor von Ruesch (* 1709 in Kronstadt, Siebenbürgen; † 1769 in Jawornitz, Kreis Lublinitz) war ein königlich-preußischer Generalmajor, Regimentschef der „Schwarzen Husaren“ sowie Ritter des Pour le Mérite.
Leben
Ruesch stammte aus Siebenbürgen im Königreich Ungarn, wo sein Vater Kronrichter war. Er wurde von Jesuiten erzogen. In seiner Jugend kam er nach Neapel, wo er einen jungen Napolitaner im Duell tötete. Mit Hilfe einiger Mönche konnte er 1728 über die Alpen entkommen. Er ging nach Wien, wo er Pardon bekam und zu den Husaren versetzt wurde. Im Ersten Schlesischen Krieg im Vorfeld der Schlacht bei Mollwitz kämpfte er in Olbendorf bei Grottkau erfolgreich gegen die Preußen. Als andere vor ihm befördert wurden, wurde er unzufrieden. Durch Vermittlung des preußischen Majors von Borck wechselte er 1743 aus österreichischen in preußische Dienste. Er machte die Bekanntschaft von Zieten und Winterfeldt, und bereits 1744 erhielt er das Kommando über die „Schwarzen Husaren“ und wurde zum Oberst ernannt. Das Regiment bestand aus Soldaten aus allen möglichen Ländern, aber Ruesch konnte sich durchsetzen. Im Zweiten Schlesischen Krieg konnte er sich in der Schlacht bei Hohenfriedberg auszeichnen und erhielt dafür den Pour le Mérite, die Stelle des Amtshauptmann von Ragnit sowie eine zusätzliche Pension von 500 Talern. Sein Regiment durfte zudem die in der Schlacht bei Hennersdorf eroberten sächsischen Pauken behalten. Im Juni 1750 wurde er Generalmajor. Er war in seinem Garnisonsort sehr beliebt, hauptsächlich dadurch, dass er sich bemühte, die Ausrüstung vor Ort zu bekommen. So trug er zur Belebung der örtlichen Wirtschaft bei.
Im Siebenjährigen Krieg war er in Ostpreußen stationiert. Er wollte gleich gegen die Russen vorrücken, aber der Generalfeldmarschall Lehwaldt wollte davon nichts wissen. Vor der Schlacht bei Groß-Jägersdorf waren so viele seiner Husaren abkommandiert, dass nur noch 300 Mann zur Verfügung standen und das Regiment daher an der Schlacht nicht teilnahm.
Er und seine Husaren waren 1758 in der Schlacht bei Zorndorf, wo sie dadurch auffielen, dass die den Tross plünderten und sich aus den erbeuteten Branntweinfässern berauschten. Sie waren danach kampfuntauglich. erkrankte etwas später, was ihm der König aber nicht glaubte. Der König beorderte Ruesch nach Stettin, wo er zunächst unter Arrest blieb. Sein Freund, der General Paul von Werner, erreichte aber seine Freilassung. Ein Kriegsgericht blieb ohne Ergebnis, doch musste Reusch das Kommando über sein Regiment abgeben. Die endgültige Absetzung erfolgte am 27. Dezember 1758, der Abschied am 9. Mai 1762. Ruesch zog sich auf sein Gut Jawornitz in Oberschlesien zurück, wo er 1769 starb.
Am 18. September 1753 erhob ihn Friedrich wie seine drei Brüder – einer war Hauptmann im „Füsilier-Regiment Prinz Heinrich“ – sowie ihre Nachkommen in den Freiherrenstand.[1]
Familie
Er heiratete in Wien Freiin Katharina von Metternich und hatte Kinder. Er war danach mit einer von Mechel verheiratet, mit der er vier Töchter hatte: Ernestine, Katharina, Aloisia und Sophia.[2]
- Josepha (* 1746; † 1. November 1818) ⚭ Karl von Paczensky[3]
Literatur
- Kurt von Priesdorff: Soldatisches Führertum. Band 1, Hanseatische Verlagsanstalt Hamburg, o. O. [Hamburg], o. J. [1937], DNB 367632764, S. 374 f., Nr. 392.
- Ludwig von Baczko: Kleine Schriften aus dem Gebiete der Geschichte und der Staatswissenschaften. Band 2, 1797, S. 24ff, Digitalisat Charakterstudie des Generals
- Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon. Band 7, 1867, S. 619, Digitalisat
- Anton Balthasar König: Biographisches Lexikon aller Helden und Militairpersonen. Band III. Arnold Wever, Berlin 1790, S. 478 (Johann Theodor von Ruesch in der Google-Buchsuche).
- Bernhard von Poten: Ruesch, Joseph Theodor Freiherr von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 29, Duncker & Humblot, Leipzig 1889, S. 754 f.
Einzelnachweise
- ↑ Michael Ranft: Neue genealogisch-historische Nachrichten. 1754, S. 960, Digitalisat
- ↑ Zeitschrift des Vereins für Geschichte Schlesiens. Band 43
- ↑ Genealogisches Taschenbuch der Ritter- u. Adels-Geschlechter, 1877. Zweiter Jahrgang, S. 554