Joseph Rössert

Joseph Rössert (* 8. August 1808 in Burgebrach; † 26. April 1876 in Bamberg) war ein deutscher Lithograf und Kalligraf.

Leben und Wirken

Joseph Rössert ließ sich in Bamberg nieder, wo er 1834 als Lithograf konzessioniert wurde.[1] Im darauffolgenden Jahr heiratete er in Bayreuth.[2] Er besaß ein Haus in der Fleischstraße in Bamberg mit der damaligen Hausnummer 546[3] und gehörte als ordentliches Mitglied dem Gewerbeverein der Stadt an.[4]

Rössert wurde vor allem als Kartenzeichner und Illustrator bekannt. Er galt unter Zeitgenossen als fähigster Lithograf Bambergs. Nach Entwürfen des Kartografen Karl Spruner von Mertz gestaltete er eine historische Karte des Herzogtums Ostfranken und einen Plan des Ludwig-Donau-Main-Kanals.[2] Er wirkte als einer der Illustratoren des damaligen paläobotanischen Standardwerks Versuch einer geognostisch-botanischen Darstellung der Flora der Vorwelt von Kaspar Maria von Sternberg.[5] Im Zusammenhang mit seinen Arbeiten für das Buch Der Dom zu Bamberg mit seinen Denkmälern, Inschriften, Wappen und Gemälden von Michael Landgraf zeichnete er Pläne des Bamberger Doms, zudem lithografierte er die Bronzesäulen der Hochaltäre des Bildhauers Justus Glesker.[6] Rössert zeichnete und lithografierte noch weitere Bauten und Stadtansichten Bambergs, beispielsweise die Ludwigsbrücke.[2] Mit seinem Betrieb bot er die Gestaltung und Herstellung einer Vielzahl von lithografischen und kalligrafischen Erzeugnissen für den wirtschaftlichen, öffentlichen und privaten Gebrauch an.[7]

Joseph Rössert starb 1876 im Alter von 67 Jahren in Bamberg.[2]

Literatur

  • Christopher J. Cleal, Maureen Lazarus, Annette Townsend: Illustrations and illustrators during the ‘Golden Age’ of palaeobotany: 1800–1840. In: Geological Society, London, Special Publications. Volume 241, Januar 2005, S. 41–61, doi:10.1144/GSL.SP.2003.207.01.05.

Einzelnachweise

  1. Wilfried Krings: Karl Spruner von Mertz (1803–1892). Geschichtsforscher und -kartograph. In: 175 Jahre Historischer Verein Bamberg. Festakt, Ausstellung, Beiträge (= Bericht. Nr. 141). Historischer Verein Bamberg für die Pflege der Geschichte des Ehemaligen Fürstbistums, Bamberg 2005, ISBN 3-87735-183-2, S. 262 (hv-bamberg.de [abgerufen am 10. Oktober 2025]).
  2. a b c d Künstler und Kunsthandwerker in Ostfranken (= Die Plassenburg. Schriften für Heimatforschung und Kulturpflege in Ostfranken. Band 12). Freunde der Plassenburg, Kulmbach 1957, S. 456.
  3. Neuestes Verzeichniß sämmtlicher Gebäude und Hausbesitzer der Stadt Bamberg, nebst kurzen statistischen Notizen über Einwohnerzahl, Advokaten, Aerzte und Distrikts-Vorsteher. Verlag der Friedrich Enke’schen Buchhandlung, Bamberg 1864, S. 19.
  4. August Lamprecht: Verzeichniß der Mitglieder des Gewerbe-Vereins zu Bamberg am Schluss des Jahres 1862. J. M. Reindl, Bamberg 1862, S. 7.
  5. Versuch einer geognostisch-botanischen Darstellung der Flora der Vorwelt. In: AGRIS – International System for Agricultural Science and Technology. Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, 25. September 2023, abgerufen am 10. Oktober 2025 (englisch).
  6. Renate Baumgärtel-Fleischmann: Die Altäre des Bamberger Domes von 1012 bis zur Gegenwart (= Veröffentlichungen des Diözesanmuseums Bamberg. Band 4). Bayerische Verlagsanstalt, Bamberg 1987, ISBN 978-3-87052-383-1, S. 358.
  7. Grosses Adressbuch der Kaufleute, Fabrikanten und handelnden Gewerbsleute von Europa und den Hauptpläzen der fremden Welttheile. Zugleich Handelsgeographie, Produkten und Fabrikaten Bezugsangabe. Band 1: Königreich Baiern. C. Leuchs & Co, Nürnberg 1841, S. 147.