Joseph O. Shelby

Joseph Orville Shelby (* 12. Dezember 1830 in Lexington (Kentucky); † 13. Februar 1897 bei Adrian (Missouri)) war ein Offizier der Konföderierten Armee im Amerikanischen Bürgerkrieg.

Leben

Joseph O. Shelby wurde als Sohn des Pflanzers und Seilers Orville Shelby und seiner Frau Anna geboren. Sein Vater starb, als er fünf war und seine Mutter heiratete den Kaufmann Benjamin Gratz. Joseph Shelby wurde zum Kaufman ausgebildet und studierte an der Transylvania University.[1]

Als er einundzwanzig war, zog Shelby nach Waverly im Lafayette County in Missouri. Er gründete mit einem Stiefbruder die Waverly Steam Rope Company und erwarb eine Plantage. In beiden Unternehmungen setzte er Sklaven ein. 1858 heiratete er Elizabeth N. Shelby, eine entfernte Verwandte, mit der er sieben Kinder haben sollte. Er musste 1860 seine Unternehmen wieder verkaufen.[1]

Shelby beteiligte sich zum Ende der 1850er-Jahre an den Raubüberfällen des als Bleeding Kansas bekannten Grenzkonflikts.[2]

Bürgerkrieg

Durch das Camp-Jackson-Massaker durch Nathaniel Lyon wurde Shelby motiviert Truppen im Lafayette County für die Missouri State Guard des Südens aufzustellen. Er kämpfte mit diesen in der Schlacht am Wilson's Creek am 10. August 1861 und in der Schlacht am Pea Ridge im März 1862.[1] Danach zog er sich mit der restlichen konföderierten Armee hinter den Mississippi zurück, wo er begann die Iron Brigade aufzustellen. Im Oktober 1862 wurde Joseph Shelby zum Oberst befördert. Die Brigade war an der ersten Schlacht bei Newtonia und dem folgenden Rückzug nach Cross Hollows in Arkansas beteiligt. Unter John S. Marmaduke deckten seine Männer als Nachhut den Rückzug nach den Kämpfen bei Cane Hill am 28. November 1862. Im Dezember 1862 wurde Shelby mit seiner Brigade bei der Schlacht bei Prairie Grove eingesetzt. Er und die Iron Brigade nahmen im Frühjahr 1863 an General Marmadukes beiden Vorstößen nach Missouri teil. Am 4. Juli 1863 wurde Shelby bei einem Angriff auf eine Artilleriestellung bei Helena (Arkansas) verletzt. An den folgenden Kämpfen, die zur Einnahme von Little Rock am 10. September 1863 durch Frederick Steele führten, war er damit verhindert. Am 22. September des Jahres brach er dann zu einem Vorstoß nach Missouri auf, um Nachschublinien der Unionsarmee zu stören. Im Frühjahr 1864 wurde er rückwirkend zum 15. Dezember 1863 zum Brigadegeneral befördert. Joseph Shelby nahm zu dieser Zeit an dem Widerstand gegen Steeles Camden-Expedition teil. Nach dem Ende von Steels Operation wurde Shelby mit der Herstellung der durch Banden von Deserteuren und Banditen gestörten Ordnung in Nordwest-Arkansas beauftragt. Er sabotierte während dessen die Little Rock and Memphis Railroad und versenkte die USS Queen City. Bei dem Vorstoß von Sterling Price nach Missouri (Missouri Raid) befehligte Shelby eine der drei beteiligten Divisionen. Während Shelbys Truppen mittlerweile in Texas waren, ernannte ihn Edmund Kirby Smith am 16. Mai 1865 noch zum Generalmajor.[2]

Nachdem Robert E. Lee am 9. April 1865 im Appomattox Court House mit der Nordvirginia-Armee kapituliert hatte, ergaben sich nach und nach auch die anderen konföderierten Befehlshaber. Am 2. Juni ergab sich Edmund Kirby Smith für das Department of the Trans-Mississippi. Shelby entzog sich den Kapitulationen. Am 4. Juli überquerte er mit seiner Iron Brigade und anderen Truppen bei Eagle Pass den Rio Grande in das Kaiserreich Mexiko. Begleitet wurde er von den ehemaligen konföderierten Gouverneuren Henry Watkins Allen von Louisiana, Thomas Reynolds von Missouri, Isham G. Harris von Tennessee und Pendleton Murrah von Texas, sowie den Generalen Edmund Kirby Smith, Sterling Price, John Bankhead Magruder und Alexander Watkins Terrell.[3] Shelby ließ die konföderierte Flagge beim Übertritt versenken, was Eagle Pass den Beinamen Grave of the Confederacy (Grab der Konföderation).[4]

Nach dem Bürgerkrieg

Im Kaiserreich Mexiko wies Kaiser Maximilian Shelby und seinen Männern Siedlungsland im Bundesstaat Veracruz zu. Nachdem das Kaiserreich 1867 zusammengebrochen war, kehrte Shelby in die Vereinigten Staaten zurück. Er ließ sich als Farmer in Missouri zunächst im Lafayette County und später im Bates County nieder. Präsident Grover Cleveland ernannte Joseph O. Shelby zum U.S. Marshal für West-Missouri. Am 13. Februar 1897 starb er auf seiner Farm nahe Adrian an einer Lungenentzündung.[1]

Literatur

  • Anthony Arthur: General Jo Shelby’s March, Random House 2010, ISBN 9780679603955

Nachwirkungen

Der Shelby Park in Eagle Pass ist nach Joseph Shelby benannt.[5]

Commons: Joseph O. Shelby – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d Joseph O. Shelby bei Historic Missourians
  2. a b Joseph Orville Shelby in der Encyclopedia of Arkansas
  3. Chuck Hamilton: Surrenders After Appomattox, essentialcivilwarcurriculum.com
  4. Art Leatherwood: The Shelby Expedition: Confederate Exiles in Mexico After the Civil War, Texas State Historical Association
  5. Catherine E. Shoichet: The Texas park Trump is visiting has a surprising history, CNN vom 29. Februar 2024