Joseph Ernst Kinsky

Joseph Ernst Leonhard Dominik IV. Reichsfürst Kinsky von Wchinitz und Tettau (kurz: Joseph Ernst Kinsky; tschechisch: Josef Arnošt Kinský) (* 12. Januar 1751 in Wien; † 11. August 1798 in Prag) war ein böhmischer Adliger, k. k. Wirklicher Kämmerer, Regierungsrat, Titular-Reichsfürst und formell Reichshofrat. Er ist zu unterscheiden vom dem k. k. Generalfeldmarschall Joseph Graf von Kinsky.

Leben

Er stammte aus dem einflussreichen böhmischen Hochadelsgeschlecht Kinsky. Seine Eltern waren der Generalfeldmarschall Franz de Paula III. Reichsfürst Kinsky von Wchinitz und Tettau (1726–1792) und dessen Ehefrau Maria Sidonia geb. Gräfin von Hohenzollern-Hechingen (1729–1815), Tochter des Generalfeldmarschalls Hermann Friedrich Graf von Hohenzollern-Hechingen (1665–1733). Joseph Kinsky von Wchinitz und Tettau war k. k. Wirklicher Kämmerer, seit 1775 Regierungsrat und seit 1792 formell Reichshofrat.[1][2] Nach dem Tode seines Vaters erbte er 1792 den Reichsfürstentitel. Folglich war er Besitzer der Fideikommiss-Herrschaften Rositz und Chotzen sowie die Allodial-Herrschaften Böhmisch-Kamnitz und Kosteletz.[3][4] Er starb 1798 in Prag und fand seine letzte Ruhestätte in der Michaelerkirche in Wien. Der Reichsfürstentitel ging nach seinem Tod auf seinen ältesten Sohn Ferdinand Kinsky über.

Familie

Am 23. April 1777 heiratete er Maria Rosa Aloysia Katharina Reichsgräfin von Harrach zu Rohrau und Thannhausen (* 24. November 1758; † 31. März 1814), k. k. Palast- und Sternkreuzordensdame,[5] Tochter des Grafen Ferdinand von Harrach.[6] Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor:[7]

  1. Maria Anna Sidonia (* 12. Februar 1779; † 26. März 1837), ⚭ 1796 Anton Isidor, Fürst Lobkowitz
  2. Maria Rosa Johanna (* 23. Mai 1780; † 16. März 1842), ⚭ 1801 Franz Anton, Graf Kolowrat-Liebsteinsky
  3. Ferdinand Johann Nepomuk Joseph (* 5. Dezember 1781; † 3. November 1812), ⚭ 1801 Maria Charlotte Caroline von Kerpen
  4. Franz Joseph (* 23. März 1784; † 17. November 1823), ⚭ 1809 Therese von Wrbna und Freudenthal.

Vorfahren

Joseph Ernst Kinsky Franz de Paula Ulrich Kinsky Philipp Joseph Kinsky Wenzel Norbert Octavian Kinsky
Maria Anna Theresia von Nesselrode
Maria Karolina von Martinitz Georg Adam von Martinitz
Josepha von Sternberg
Maria Sidonia von Hohenzollern-Hechingen Hermann Friedrich von Hohenzollern-Hechingen Philipp von Hohenzollern-Hechingen
Marie Sidonia von Baden-Rodemachern
Josepha von Oettingen-Spielberg Franz Albrecht von Oettingen-Spielberg
Johanna Margarethe von Schwendi

Einzelnachweise

  1. Albert Starzer: Beiträge zur Geschichte der niederösterreichischen Statthalterei: Die Landeschefs und Räthe dieser Behörde von 1501 bis 1896. Selbstverlag der K. K. niederösterreichischen Statthalterei, 1897, S. 469.
  2. Andrea Stockhammer: Palais Daun-Kinsky: Wien, Freyung. AMISOLA Immobilien AG, 2001, ISBN 978-3-901749-22-3, S. 20.
  3. Monatsblatt des Heraldisch-Genealogischen Vereines "Adler". Druck von Carl Gerold's Sohn, 1900.
  4. Genealogisches Handbuch des Adels. C.A. Starke, 1956, S. 548.
  5. Monatsblatt des Heraldisch-Genealogischen Vereines "Adler". Druck von Carl Gerold's Sohn, 1901, S. 147.
  6. Gothaisches genealogisches Taschenbuch der gräflichen Häuser. Perthes, 1872, S. 411.
  7. Wilhelm J. A. von Tettau: Urkundliche Geschichte der Tettauschen Familie in den Zweigen Tettau und Kinsky. Stargardt, 1878, S. XXVI.
VorgängerAmtNachfolger
Franz de Paula KinskyFürst Kinsky
1792–1798
Ferdinand von Kinsky