Joseph Brom

Joseph Brom (* 10. Oktober 1881 in Blotzheim; † 15. Januar 1945 in Mülhausen) war elsässischer Journalist und Politiker (Zentrum).

Leben

Joseph Brom war der Sohn des Jean Martin Brom und dessen Frau Marie Odile Müller. Er besuchte von 1896 bis 1901 das Gymnasium in Sasbach im Breisgau und anschließend von 1901 bis 1903 das Bischöfliche Kolleg in Straßburg. Danach studierte an der 1903 bis 1907 Theologie, Philosophie, Jura und Politikwissenschaft an der Universität Straßburg. Während des Studiums war er Mitglied der katholischen Studentenvereinigung Merovingia.[1] Er promovierte 1910 in Heidelberg mit der Arbeit "Die Unfallversicherung in der Elsass-Lothringischen Land und -Forstwirtschaft".[2] 1905 beteiligte er sich an der Debatte über den Beitritt der elsässischen Zentrumsabgeordneten zur reichsdeutschen Zentrumspartei, indem er anonym einen Artikel in der bedeutenden katholischen Zeitschrift „Die Wahrheit“ veröffentlichte. Darin argumentierte er, der Beitritt der Abgeordneten sei auf ausdrücklichen Wunsch ihrer Wähler erfolgt.

In der Folge arbeitete er als Journalist und war ab 1907 Chefredakteur der Oberelsässischen Landeszeitung, der wichtigsten Tageszeitung des Zentrums in Mülhausen und leitete diese bis August 1916 sowie erneut von August 1918 bis Oktober 1918. Bei der Landtagswahl 1911 wurde er im Wahlkreis Hüningen-Sierenz für das Zentrum als jüngster Abgeordneter in der zweiten Kammer des Landtags des Reichslandes Elsaß-Lothringen gewählt, dem er bis 1918 angehörte.[1]

Nachdem das Elsass 1918/19 zu Frankreich gekommen war, beteiligte sich Brom 1919 an der Gründung der Union Populaire Républicaine (UPR), der Nachfolgepartei des Elsass-Lothringischen Zentrums, und gehörte von 1919 bis 1940 ununterbrochen dem Lenkungsausschuss der Partei an. 1919 wurde er in den Stadtrat von Mülhausen gewählt und war 1923 stellvertretender Bürgermeister der Stadt. Von 1919 bis 1940 vertrat er den Kanton Hirsingue im Generalrat des Départements Haut-Rhin und war von 1920 bis 1924 Mitglied des Conseil consultatif d’Alsace et de Lorraine. Von Oktober 1919 bis August 1927 war Brom Herausgeber des „Mülhäuser Volksblatts“, das im Dezember 1918 die „Oberelsässische Landeszeitung“ abgelöst hatte. Am 1. Juli 1919 wurde er Präsident des Verbandes der Privatangestellten von Elsass und Lothringen. Er war außerdem Vorsitzender des Vorstands des Verbandes der Angestellten Frankreichs. 1924 wurde er für die Union Nationale als Abgeordneter des Départements Haut-Rhin gewählt und war von 1928 bis 1936 Abgeordneter für Thann. Von 1924 bis 1934 gehörte er der Fraktion der Parti Démocrate Populaire an und war Mitglied des Lenkungsausschusses dieser Partei. In der Abgeordnetenkammer sprach er zu sozialen Fragen (Löhne, Arbeitsrecht, Sozialversicherung) und zu Wirtschaftsthemen. 1936 wurde er Senator für das Département Haut-Rhin. Er stimmte für das Verfassungsgesetz vom 10. Juli 1940, das Marschall Pétain die volle verfassungsmäßige Macht verlieh.[1]

Brom war mit Joséphine Uhl verheiratet.[1]

Literatur

  • Fritz Wertheimer: Von deutschen Parteien und Parteiführern im Ausland. 2. Auflage. Zentral-Verlag, Berlin 1930, S. 283.

Einzelnachweise

  1. a b c d BROM Joseph. Fédération des Sociétés d’Histoire et d’Archéologie d’Alsace (alsace-histoire.org), abgerufen am 1. Januar 2026 (französisch).
  2. Brom, Joseph: Die Unfallversicherung in der elsass-lothringischen Land- und Forstwirtschaft. Oberels. Verlagsanstalt A.-G., Colmar 1910.