Josef Zürlik

Josef Zürlik (* 1910; † 19. September 1993 in Oldenburg[1]) war ein deutscher Verwaltungsjurist und von 1970 bis 1975 Präsident des Regierungsbezirks Osnabrück.

Zürlik war zunächst Vizepräsident der Osnabrücker Regierung unter Präsident Hans-Georg Suermann. Als Suermann im August 1970 in den Ruhestand ging, übernahm Zürlik die Geschäfte. Am 26. Oktober 1970 wurde er von Richard Lehners offiziell in das Amt des Regierungspräsidenten eingeführt. In seiner fünfjährigen Amtszeit beschäftigte sich Zürlik vor allem mit bezirksspezifischen Themen wie der verkehrlichen Erschließung der Region durch den Ausbau der Europastraße 30 (ehemals Europastraße 8), der Erweiterung von Erholungsräumen und Naturparks sowie der Entwicklung des Emslandes. Er förderte die Zusammenarbeit mit den niederländischen Behörden im Rahmen gemeinsamer Planungen zur Raumordnung und „deutsch-niederländischen Kulturtagen“ in Assen und Bad Bentheim. Am 1. Dezember 1975 wurde er von Rötger Groß in den Ruhestand verabschiedet. Zürlik war der letzte Präsident des Regierungsbezirks Osnabrück. Angesichts der bevorstehenden Bezirksreform wurde kein neuer Regierungspräsident mehr eingesetzt, Vizepräsident Brümmer führte die Geschäfte bis zur Auflösung der Regierung fort.[2]

Daneben tat Zürlik sich mit Veröffentlichungen zur oldenburgischen Geschichte hervor. Er war Mitglied der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen (1987 bis 1993)[3] und des Oldenburger Landesvereins für Geschichte, Natur- und Heimatkunde e.V.[1]

Zürlik starb 1993 in Oldenburg. Seinen Nachlass verwaltet die Landesbibliothek Oldenburg.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Vom Lande Oldenburg zum Regierungsbezirk Weser-Ems. Festvortrag gehalten vor der 5. Landschaftsversammlung am 18. März 1978. Hrsg. von der Oldenburgischen Landschaft. Holzberg, Oldenburg 1978, ISBN 3-87358-097-7.
  • Oldenburgische Gesetze: Textsammlung mit Verweisungen und Sachverzeichnis. 2. Auflage. Holzberg, Oldenburg 1983, ISBN 3-87358-096-9.
  • Die oldenburgische Verwaltungsreform von 1933 – ein Schritt in der Entwicklung unserer Gemeinden und Landkreise. Vortrag, gehalten vor der 12. Landschaftsversammlung der Oldenburgischen Landschaft am 12. März 1983 in Wardenburg. Holzberg, Oldenburg 1983, ISBN 3-87358-170-1.
  • Der landesherrliche Tischtitel (titulus mensae principis) im Herzogtum Oldenburg. 1803–1918. Vechtaer Dr. und Verl, Vechta 1990.
  • Über die Leistungen der öffentlichen Hand bei den Kirchenvisitationen in den katholischen Kirchen des Herzogtums Oldenburg. 1803–1924. Vechtaer Dr. und Verl, Vechta 1993.

Literatur

Einzelnachweise

  1. a b Oldenburger Jahrbuch. Hrsg. Oldenburger Landesverein für Geschichte , Natur- und Heimatkunde e. V. Band 94, 1994, S. 456 (PDF).
  2. Tim Möhlenbrock: Geschichte der Bezirksregierung Weser-Ems und ihrer Vorgängerbehörden. Mittelinstanzliche Verwaltung im Raum Weser-Ems von 1815 bis heute. Isensee, Oldenburg 2003, ISBN 3-89598-983-5, S. 81.
  3. Dietmar von Reeken: „... gebildet zur Pflege der landesgeschichtlichen Forschung“ 100 Jahre Historische Kommission für Niedersachsen und Bremen 1910–2010. Hahn, Hannover 2010, ISBN 978-3-7752-6055-8, S. 180.