Josef Weber (Politiker, 1908)
Josef Weber (* 10. Juni 1908 in Münster; † 23. Juli 1992 ebenda) war ein deutscher Parteifunktionär (NSDAP) im Gau Westfalen-Nord.
Leben
Josef Weber wurde als Sohn des Malermeisters Heinrich Weber geboren und absolvierte nach dem Besuch des Gymnasiums (Untertertia) eine zweijährige kaufmännische Ausbildung mit Abschluss der Mittleren Reife. Anschließend studierte er an der St. Josephs-Academy in London und betätigte sich als Außenbeamter bei der Deutschen Benzin-Petroleum Gesellschaft OLEX. Zum 1. Juni 1931 wurde er Mitglied der NSDAP (Mitgliedsnummer 566.790 Ortsgruppe Münster) und war zunächst Adjutant des münsterischen Kreisleiters und von Ende Mai 1932 bis März 1938 NSDAP-Kreisleiter in Münster-Land, anschließend in gleicher Funktion bis Januar 1945 im Kreis Steinfurt. Er musste zwischenzeitlich von April bis Oktober 1941 Kriegsdienst leisten, wurde wegen gesundheitlicher Beschwerden freigestellt. Von Januar 1945 bis zum Kriegsende war Weber Kreisleiter im Kreis Minden.
Am 14. April 1945 wurde er festgenommen und bis zum 24. September 1948 zunächst im Internierungslager Neuengamme und im Lager Fallingbostel interniert, bis er in die Haftanstalt Münster verlegt wurde. Die Spruchkammer Bergedorf verurteilte ihn am 24. Juni 1948 zu einer Gefängnisstrafe von vier Jahren, wobei drei Jahre und zwei Monate durch die Internierung als verbüßt galten. Zusätzlich wurde eine Geldstrafe von 1000 DM verhängt. Weber legte Revision ein. Die Spruchkammer Bielefeld verhängte am 24. Juni 1948 eine Gefängnisstrafe von drei Jahren und sechs Monaten. Es blieb eine Reststrafe von 19 Tagen, die der Senat Hamburg aufgrund des Gnadengesuchs am 11. April 1949 für drei Jahre zur Bewährung aussetzte. Am 7. Dezember 1948 wurde Weber vom Schwurgericht Münster wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit und schwerem Landfriedensbruch anlässlich der Beteiligung an der Zerstörung der Synagoge in Horstmar zu 6 Monaten Gefängnis (Anrechnung der Untersuchungshaft) verurteilt. Nach der Entlassung lebte Weber zunächst in Münster-St. Mauritz. Von Oktober 1950 an war er Vertreter für die Deutsche Treibstoff AG und später für die Aral-Aktiengesellschaft.
Literatur
- Wolfgang Stellbrink: Die Kreisleiter der NSDAP in Westfalen und Lippe. Veröffentlichung der staatlichen Archive des Landes Nordrhein-Westfalen: Reihe C, Quellen und Forschung; Band 48, Münster 2003, ISBN 3-932892-14-3, S. 206f.(Digitalisat)