Josef Schmitz (Architekt)
Josef Schmitz (auch Joseph; * 8. November 1860 in Aachen; † 29. März 1936 in Nürnberg) war ein deutscher Architekt.
Leben
Der Sohn des Aachener Hofmalers, Zeichners und Grafikers Michael Hubert Schmitz war ein Schüler Georg von Hauberrissers[1] und führte mit diesem ab 1887 die Restaurierung der Sebalduskirche in Nürnberg durch.[2] Schmitz arbeitete außerdem eine Zeit lang mit dem bekannten Kirchbaumeister Franz Josef Denzinger zusammen und übernahm nach dessen Tod 1894 die Leitung des Baus der Adalberokirche in Würzburg – ein prestigeträchtiger Bau, der schließlich auf der Weltausstellung in Paris gezeigt wurde. Es folgten zahlreiche Kirchenbauprojekte, vor allem im fränkischen Raum. Josef Schmitz wurde staatlicher bayerischer Dombaumeister und Fachberater der obersten Baubehörde und wurde mit der Restaurierung der Nürnberger Hauptkirchen St. Lorenz und St. Sebald betraut.[3]
Die starke Auseinandersetzung mit der mittelalterlichen Baukunst brachte er in seinen Restaurierungen ein, die den ursprünglichen Zustand der Bauten wiederherzustellen versuchten. So baute er bei der Moritzkapelle in Nürnberg alle romantisierenden Veränderungen Carl Alexander Heideloffs zurück.[4] Bei seinen Neubauten setzte er der romantischen Verklärung der Bauten des Mittelalters seine Auffassung einer Stilgotik entgegen, einer wissenschaftlich fundierten Rezeption der alten Stile. Im historistischen Kirchenbau „vertrat er die Richtung der feinempfundenen und durchdachten Stilbauten“.[5] Schmitz war ein Vertreter des so genannten Nürnberger Stils[6] und legte bei seinen Bauten, als architektonisches Gesamtkunstwerk, auch großen Wert auf die bildhauerische Ausgestaltung. In vielen seiner Bauten schuf Heinz Schiestl die Inneneinrichtung.
Schmitz war von 1918 bis 1936 Mitglied der Preußischen Akademie der Künste, in der Sektion für Bildende Künste.[7]
Bauten und Entwürfe
- 1894–1899: Kirche St. Adalbero in Würzburg, neuromanisch
- 1895–1897: Mutterhauskirche der Erlöserschwestern in Würzburg, neugotisch
- 1896–1899: Erweiterungsbau des Nürnberger Rathauses am Fünferplatz, mit Hans Pylipp
- 1897: Erweiterung der Kirche St. Cyriakus in Niedernberg, neugotisch
- 1897–1898: Kirche St. Nikolaus in Wörth am Main, neuromanisch
- 1898–1899: St. Johannes Baptist und St. Margareta in Grünmorsbach, neuromanisch
- 1898–1901: Kirche St. Peter in Nürnberg, neugotisch
- 1899–1901: Kirche St. Vitus in Dorfprozelten, neuromanisch[8]
- 1900–1901: Aussichtsturm Hohenhabsburg bei Reichenbach in Böhmen, zusammen mit Jakob Schmeissner[9]
- 1899–1902: Erweiterung der Stadtpfarrkirche in Gerolzhofen, neugotisch
- 1900–1903: Herz-Jesu-Kirche in Feucht, neuromanisch
- 1900–1905: Kirche St. Josef in Würzburg, neugotisch
- 1904–1907: Kirche St. Josef in Königshütte (Oberschlesien), neuromanisch
- 1905–1908: Kirche Unserer Lieben Frau Mariä Empfängnis in Innsbruck-Pradl, neuromanisch
- 1907–1912: Städtischer Friedhof in Meran, Bauleitung durch Musch & Lun[10]
- 1909–1910: Kirche St. Antonius in Nürnberg, neuromanisch
- 1909–1911: Kirche St. Anna in (Mönchengladbach-)Windberg, neuromanisch
- 1913: Friedhof in Algund
- Wiederherstellung der Kirche St. Johannes in Kitzingen
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Vgl. Leseprobe Maßstäbe ( des vom 10. August 2014 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 1,4 MB)
- ↑ Vgl. www.stadtarchiv.nuernberg.de
- ↑ Vgl. www.wuerzburg-fotos.de ( des vom 16. März 2012 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ Vgl. Moritzkapelle (petraschuster.de)
- ↑ Die christliche Kunst, Band 32, München 1935
- ↑ Vgl. nordbayern.de
- ↑ Vgl. www.adk.de
- ↑ dorfprozelten.de ( des vom 14. Oktober 2008 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ Liberecká výšina. auf liberec-reichenberg.net
- ↑ Josef Weingartner: Die Kunstdenkmäler Südtirols, Band II. 7. Auflage, Bozen 1991, S. 611.