Josef Schmid (Arbeiterführer)

Josef Schmid (* 15. September 1885 in Burglengenfeld; † 26. Mai 1945 in Dachau) war ein deutscher Arbeiterführer (USPD, KPD) und Opfer des Nationalsozialismus.

Leben

Schmid war von Beruf Maler. Nach Wanderjahren in Deutschland, Italien und der Schweiz gründete er 1911 in Amberg den „Freien Malerverband“. Im November 1918 war er Mitglied der USPD und Vorsitzender des Arbeiter-, Soldaten- und Bauernrates in Burglengenfeld. Er forderte die sofortige „Einführung sozialistischer Produktion, was gleichbedeutend ist mit Beseitigung der kapitalistischen Wirtschaft“.[1] Ein Flugblatt des Arbeiter-, Soldaten- und Bauernrates vom 14. November 1918 kündigte die baldige Errichtung des sozialistischen Staates zusammen mit der Bewaffnung des Proletariats an. Die am 8. April 1919 für Burglengenfeld ausgerufene Räterepublik währte jedoch nur kurze Zeit.[2] Als „Rädelsführer“ unter anderem beim sog. „Blutigen Palmsonntag“ in Kallmünz wurde er vom Volksgericht in Regensburg nach dem Scheitern der Räterepublik zu Festungshaft in Landsberg/Lech verurteilt. Er schloss sich später der KPD an und wurde in den Stadtrat gewählt.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde Josef Schmid im März 1933 verhaftet und im neu gegründeten KZ Dachau inhaftiert, am 1. Mai 1934 nach einer Generalamnestie aber wieder freigelassen. Nach erneuter Verhaftung im Frühjahr 1940 wurde Schmid als „geistiger Leiter der KPD in Burglengenfeld und Umgebung“ und wegen öffentlich geäußerter Zweifel an der NS-Propaganda durch das Sondergericht Nürnberg zu 1,5 Jahren Gefängnis verurteilt. Im Dezember 1941 wurde er wieder in das KZ Dachau verbracht.[3]

Er starb wenige Tage vor seiner bereits geplanten Heimkehr aus dem befreiten Konzentrationslager Dachau am 26. Mai 1945, wohl an den Folgen einer im April vom SS-Lagerarzt gegebenen Injektion.[4]

Schmid wurde im Burglengenfelder Ehrenhain beigesetzt, der an die Opfer des „Blutigen Palmsonntags“ erinnert. Die ehemals nach dem Nationalsozialisten Albert Leo Schlageter benannte Straße in Burglengenfeld wurde 1945 in Josef-Schmid-Straße umbenannt.[3]

Einzelnachweise

  1. Manfred Krapf: Die Oberpfalz während der Weimarer Republik: Wirtschaft und Politik von der Revolution 1918/19 bis zum Ende der Republik 1933. Verlag Friedrich Pustet, 2023, ISBN 978-3-7917-7449-7, S. 54 ff. (google.de [abgerufen am 25. September 2025]).
  2. Flugblatt des Arbeiter-, Soldaten- und Bauernrates in Burglengenfeld, 14. November 1918. In: bavarikon. Abgerufen am 25. September 2025.
  3. a b Josef Schmid: Kämpfer gegen die Schreckensherrschaft der Nazis. In: Burglengenfeld - Historische Stadt mit Zukunft, Burglengenfeld, 2015, S. 14.
  4. Ulrike Puvogel, Martin Stankowski: Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus: Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein. Bundeszentrale für Politische Bildung, 1995, ISBN 978-3-89331-208-5, S. 212 (google.de [abgerufen am 25. September 2025]).