Josef Mareš
Josef Mareš (* 17. Oktober 1885 in Wien; † 12. April 1945 im KZ Theresienstadt) war ein tschechoslowakischer Politiker und Rechtsanwalt. Er war der erste tschechische Bürgermeister von Znojmo und von 1929 bis 1939 Abgeordneter der Nationalversammlung der Tschechoslowakei.
Leben
Er wurde unehelich in Wien geboren.[1] Nach dem Tod seines Vaters zog seine Mutter mit ihm von Wien nach Znojmo, wo er das Gymnasium besuchte. Er studierte Rechtswissenschaften an der Universität Wien und der Deutschen Karls-Universität in Prag. 1914 erlangte er den Doktortitel in Rechtswissenschaften und wurde später als Rechtsanwalt tätig. Im Ersten Weltkrieg leistete er seinen Wehrdienst an der Balkanfront, wo er verletzt wurde und außer Dienst gestellt wurde. Danach engagierte sich Mareš in der Lokalpolitik von Znojmo und wurde 1919 in den Stadtrat gewählt. 1920 erfolgte seine Wahl zum Bürgermeister von Znojmo. Er blieb bis 1935 im Amt. Während seiner Amtszeit setzte er sich für den sozialen Wohnungsbau ein und war zugleich städtischer Sparkassendirektor.
Ab 19. Mai 1935 war Mareš Mitglied der Nationalversammlung der Tschechoslowakei, wo er bis zu deren Auflösung am 21. Mai 1939 für die neu gegründeten Nationale Arbeitspartei tätig war.
Nach dem Münchener Abkommen 1938 und der Eingliederung von Znojmo in den Reichsgau Sudetenland zog Mareš nach Brno und später nach Jihlava, wo er als Rechtsanwalt tätig war. Er geriet mehrfach in Konflikt mit den nationalsozialistischen deutschen Besatzern. Im Juni 1939 wurde er für drei Monate verhaftet. Im August 1941 wurde er erneut verhaftet und nach kurzem Aufenthalt wieder freigelassen. Im August 1944 wurde er erneut festgenommen und in das KZ Theresienstadt gebracht, wo er am 12. April 1945, nur wenige Wochen vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs, starb.
Ehrungen
- 1946 wurde Josef Mareš posthum die Ehrenbürgerschaft der Stadt Znojmo verliehen.
- 1990 wurde eine Straße in Znojmo nach ihm benannt.
- Am Neuen Rathaus in Znojmo befindet sich eine Ehrentafel für den ersten tschechischen Bürgermeister der Stadt.[2]
Literatur
- Cyril Varadínek: Moravský Národní výbor a vznik Československa roku 1918. Diplomarbeit, Olomouc 2010 (Digitalisat)
- Jiří Padalík: Češi a Němci v regionu Znojemska v letech 1918–1946. Diplomarbeit, Praha 2009.