Josef Kaufmann (Entomologe)

Josef Kaufmann (* 26. April 1836 in Großmugl; † 7. August 1913 in Wien) war ein österreichischer Bahnbeamter, Privatier und Entomologe.

Leben

Josef Kaufmann war ein Sohn des Grundbesitzers und Fleischhauers Adam Kaufmann. Seine Schwester Rosina (1841–1917) war mit dem Koch beim Fürsten Schwarzenberg Peter Handliř (1831–1873) verheiratet und Mutter des Gerichtsmediziners und Entomologen Adam Handlirsch (1864–1890) und des Entomologen und Paläontologen Anton Handlirsch.

Josef Kaufmann besuchte die Realschule in Wien und wirkte bis 1873 als Beamter bei der Südbahn. Er unternahm nach Erhalt einer Erbschaft als Privatier zahlreiche entomologische Sammelreisen und legte dabei eine umfangreiche, wissenschaftlich wertvolle Kollektion europäischer Coleopteren an, die er später dem Naturhistorischen Hofmuseum in Wien schenkte.

Josef Kaufmann bekannte sich zum Darwinismus und beteiligte sich am Ehrengeschenk der deutschen Anhänger zu Darwins 69. Geburtstag, einem vom Rechnungsrat und Naturforscher Emil Rade (1832–1931) initiierten, von Ernst Haeckel geförderten und im Wesentlichen von Arthur Fitger mit insgesamt 21 Blättern gestalteten mit Silber-(und Gold-)beschlägen reich verzierten 50 cm hohen und 43 cm breiten Album (Darwin-Album von 1877),[1] in dem ab Blatt 3 zahlreiche Fotografien seiner Anhänger in je ein bis zehn passepartoutartig geschnittenen Feldern eingefügt sind. Als Josef Kaufmann, Mitglied der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft wurde er auf Blatt 8 (Wien III) in diesem Album, das Darwin im Februar 1877 überreicht wurde, aufgenommen.[2]

Er ist Erstbeschreiber von Hylaia dalmatina Kaufmann, 1883, einem Käfer aus der Familie der Stäublingskäfer (Endomychidae).

Josef Kaufmann war über viele Jahre Kassierer und wurde Ehrenmitglied der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Wien.

Schriften (Auswahl)

Literatur

  • Franz Spaeth: Nekrolog Josef Kaufmann. In: Verhandlungen der Kaiserlich-Königlichen Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Wien, 64, 1914, S. 89–91 (biodiversitylibrary.org)

Anmerkungen

  1. Das Album enthält insgesamt 165 Porträts und befindet sich heute noch in der Darwin Collection im Down House, London, Luxted Road, Downe, Orpington, BR6 7JT
  2. Brunhild Gries: Emil Rade (1832–1931), sein Anteil an der naturkundlichen Erforschung Westfalens und das Darwin-Album von 1877. Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde, 68, 2, Münster 2006 (PDF)