Josef Jakob (Betrüger)

Josef Jakob (* 1948; † 2019) war ein Schweizer Hochstapler und Betrüger. Er erlangte nationale Bekanntheit durch eine Langzeitdokumentation des Schweizer Fernsehens (SRF), die seinen kriminellen Werdegang, seine Haftzeiten und sein Scheitern bei der Resozialisierung über mehr als ein Jahrzehnt begleitete.

Leben und kriminelle Laufbahn

Über die frühe Biographie von Josef Jakob ist wenig bekannt. Er war geschieden und Vater zweier Kinder. Sein Leben war massgeblich von wiederkehrenden Betrugsdelikten geprägt, für die er insgesamt rund 15 Jahre in verschiedenen Strafanstalten verbrachte, darunter in der Strafanstalt Saxerriet im Kanton St. Gallen.

Jakobs Modus Operandi bestand vorwiegend darin, als Finanzexperte aufzutreten. Er zielte primär auf Kleinanleger ab, denen er hohe Renditen versprach, um sie um ihre Ersparnisse zu bringen. Einer seiner bekanntesten Betrugsfälle betraf seinen eigenen Bruder, Anton Jakob, den er um dessen gesamtes Pensionskassenguthaben brachte.

Nach einer langjährigen Haftstrafe wurde Jakob im Jahr 2005 entlassen. Entgegen den Auflagen und Vorsätzen zur Resozialisierung wurde er kurz nach seiner Freilassung erneut straffällig. Er gründete eine Firma für Vermögensverwaltung und akquirierte erneut Gelder von Privatpersonen. Bereits im Dezember 2007 wurde er erneut verhaftet, nachdem Geschädigte Anzeige erstattet hatten. Zivilrechtlich wurde er unter anderem zur Rückzahlung von Darlehen verurteilt, die er unter Vorspiegelung falscher Tatsachen erhalten hatte.

Jakob verstarb 2019 im Alter von 71 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung. Er starb verarmt und isoliert; an seiner Beisetzung in einem Gemeinschaftsgrab nahmen keine Familienmitglieder teil.

Psychologisches Profil

Im Rahmen der medialen Aufarbeitung wurde Jakobs Persönlichkeit von Fachleuten wie dem forensischen Psychiater Thomas Knecht analysiert. Jakob wurde als manipulativ und extrem ich-bezogen beschrieben. Er zeigte kaum Reue für die Schäden, die er seinen Opfern zugefügt hatte, und rechtfertigte sein Handeln oft mit einer elitär geprägten Weltsicht, in der er sich als überlegen darstellte («Ich könnte tagtäglich Millionen verdienen»).

Mediale Rezeption

Josef Jakob wurde durch die Arbeit des Dokumentarfilmers Hanspeter Bäni einem breiten Schweizer Publikum bekannt. Bäni begleitete Jakob über einen Zeitraum von 14 Jahren (von 2005 bis zu seinem Tod 2019). 2008 erfolgte die erste Ausstrahlung im Rahmen der Sendung Reporter unter dem Titel «Der Betrüger – Die schiefe Laufbahn des Josef Jakob». Sie thematisierte seine Entlassung aus dem Gefängnis und den sofortigen Rückfall in alte Muster. 2021 veröffentlichte das SRF posthum den zweiteiligen Dokumentarfilm «Das Leben eines Betrügers». Dieser Film fasste das langjährige Videomaterial zusammen und zeigte Jakobs letzten Lebensabschnitt, seinen körperlichen Verfall und seine uneinsichtige Haltung bis zum Schluss.

Die Dokumentationen wurden von Kritikern positiv aufgenommen, da sie seltene Einblicke in die Denkweise eines Gewohnheitskriminellen und die Schwierigkeiten des Schweizer Justizsystems im Umgang mit nicht-resozialisierbaren Tätern boten.

Belege