Josef Held (Pädagogischer Psychologe)
Josef Held (* 19. August 1942 in München) ist ein deutscher Pädagogischer Psychologe und Hochschullehrer.[1]
Leben und Wirken
Nach seiner Reifeprüfung 1963 am Johannes-Nepomuk-Gymnasium Rohr i. NB. studierte Josef Held Psychologie, zunächst 1963/64 an der Universität München, seit dem Sommersemester 1965 dann an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Dort legte er 1968 die Prüfung als Diplom-Psychologe ab. Von 1968 bis 1970 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an einem DFG-Forschungsprojekt („Nationale Stereotypen“) unter der Leitung von Rudolf Bergius. Ab 1970/71 übernahm er einen Lehrauftrag an der Pädagogischen Hochschule Reutlingen und promovierte 1973 in Tübingen bei dem Erziehungswissenschaftler Andreas Flitner. Seit 1972 war Held an der Universität Tübingen tätig, zunächst am Zentrum für Hochschuldidaktik. Später habilitierte er sich an der Freien Universität Berlin bei Klaus Holzkamp und lehrte dort von 2002 bis 2004 als Privatdozent.[2] An der Universität Tübingen lehrte er als außerplanmäßiger Professor vor allem im Bereich der Pädagogischen Psychologie bzw. Sozialpädagogik.[3] Insbesondere beschäftigt er sich mit der Jugendforschung[4] und der Prävention von Rechtspopulismus.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Jugendclubs als Feld der Sozialarbeit (= Sozialpädagogik. Bd. 9). Klett, Stuttgart 1974, ISBN 3-12-923390-3 (= Dissertation Universität Tübingen).
- (Hrsg.): Subjektbezogene Jugendforschung (= Argument / Sonderband. Band 174). Argument-Verlag, Hamburg 1989, ISBN 3-88619-174-5.
- Praxisorientierte Jugendforschung. Theoretische Grundlagen, methodische Ansätze, exemplarische Projekte (= Edition Philosophie und Sozialwissenschaften. Bd. 29). Argument, Hamburg 1994, ISBN 3-88619-629-1.
- mit Seddik Bibouche: Die IG-Metall-Jugendstudie. Lebenseinstellungen junger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Neue Orientierungen und Engagementformen. Schüren, Marburg 2002, ISBN 3-89472-266-5.
- (Hrsg.): Jugendintegration durch Partizipation? Argument-Verlag, Hamburg 2005, ISBN 3-88619-675-5.
- Rechtsextremismus und sein Umfeld. Eine Regionalstudie [und die Folgen für die Praxis]. VSA-Verlag, Hamburg 2008, ISBN 978-3-89965-279-6.
- mit Karin Elinor Sauer (Hrsg.): Wege der Integration in heterogenen Gesellschaften. Vergleichende Studien. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-531-16783-1.
- mit Seddik Bibouche und Gudrun Merkle: Rechtspopulismus in der Arbeitswelt. Eine Analyse neuerer Studien (= Edition / Hans-Böckler-Stiftung. Bd. 238). Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf 2009, ISBN 978-3-86593-130-6.
- Was bewegt junge Menschen? Lebensführung und solidarisches Handeln junger Beschäftigter im Dienstleistungsbereich. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-531-18144-8.
- mit Lucie Billmann (Hrsg.): Solidarität in der Krise. Gesellschaftliche, soziale und individuelle Voraussetzungen solidarischer Praxis. Springer VS, Wiesbaden 2013, ISBN 978-3-658-00911-3.
- mit Martin Allespach (Hrsg.): Handbuch Subjektwissenschaft. Ein emanzipatorischer Ansatz in Forschung und Praxis. Bund-Verlag, Frankfurt am Main 2015, ISBN 978-3-7663-6414-2.
- mit Johanna Bröse und Maria Kechaja: Vielfalt gefällt! 60 Orte der Integration. Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung (= Schriftenreihe der Baden-Württemberg-Stiftung. Bd. 78). Baden-Württemberg Stiftung, Stuttgart 2015.
- mit Rita Hackl und Johanna Bröse: Rechtspopulismus und Rassismus in der Fluchtbewegung. Politische Orientierungen von jungen Auszubildenden in Baden-Württemberg. Rosa-Luxemburg-Stiftung, Berlin 2017.
- mit Klaus Weber (Hrsg.): Menschenbild (= Texte kritische Psychologie. Bd. 9). Argument Verlag, Hamburg 2021, ISBN 978-3-86754-816-8.
- (Mitautor): Politisches Lernen und Jugendarbeit. Prävention gegen Rechtspopulismus. Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg, Stuttgart 2022.
Einzelnachweise
- ↑ Eigener Lebenslauf in der Dissertation an der Universität Tübingen 1973 (1974).
- ↑ Josef Held. In: Freie Universität Berlin / FU-Lexikon (abgerufen am 21. September 2025).
- ↑ uni-tuebingen.de
- ↑ tuebinger-forschungsgruppe.de