Josef G. Zötl

Josef G. Zötl (* 24. Juli 1921; † 31. August 2001) war ein österreichischer Hydrogeologe und Universitätsprofessor, der als Doyen seines interdisziplinären Fachbereichs gilt.

Leben und Wirken

Sein Hauptverdienst lag in der Weiterentwicklung der hydrogeologischen Forschung. Er baute die interdisziplinäre Vernetzung der Forschung durch Kooperation und Koordination von Graz aus weltweit aus.[1]

Zötl legte Wert auf eine systematische hydrogeologische Kartierung, die bereits in den 1950er Jahren umweltgeologische Aspekte berücksichtigte. Er forderte umfassende In- und Ex-situ-Messungen, die gemäß dem geohydrologischen Wandel über mindestens ein hydrologisches Jahr (1. 10. – 30. 9.) als Monitoring dauerhaft beobachtet werden sollten. Aufbauende Spezialanalysen (Mengen- und Spurenelementhydrochemie, Isotopenhydrologie, Tracertests etc.) wurden oft in Kooperation mit bis dahin fachfremden Wissenschaftlern und meist ohne finanzielle Vergütung durchgeführt und publiziert.[1]

Zötl leistete einen wesentlichen Beitrag zur Fachpublikation durch seine Redakteurs- und Geschäftsführertätigkeit bei der Herausgabe der Zeitschrift Beiträge zu einer Hydrogeologie der Steiermark, später Steirische Beiträge zur Hydrogeologie, heute Beiträge zur Hydrogeologie.[1]

Er war trotz schwerer Kriegsverletzung an beiden Knien und eines schwachen Herzens bei der Geländearbeit sehr engagiert, insbesondere bei hydrogeologischen Kartierungen in nordalpinen Karstgebieten. Sein Engagement und seine fachliche Kompetenz machten ihn zu einem Vorbild für seine zahlreichen Schüler. Er war bestrebt, internationale Beziehungen zu pflegen (u. a. Griechenland, USA, Naher Osten, China) und vermittelte diese Kontakte auch seinen Schülern und Kollegen.[1] Im arabischen Raum verzichtete er auf den Umlaut in seinem Namen und stellte sich schlicht als „Zotl“ vor, um die Aussprache und Merkfähigkeit zu erleichtern.[1]

Zötl verband in seinen wissenschaftlichen Arbeiten stets den wirtschaftlichen Aspekt für sein Heimatland Österreich. So beruhte beispielsweise der Exporterfolg der Apfelsaftfirma Rauch auf seiner Empfehlung, die Aufschriften auch in arabischer Sprache und unter Betonung der Alkoholfreiheit zu ergänzen.[1]

Er war maßgeblich an der Begründung oder Weiterentwicklung von Teildisziplinen der Hydrogeologie wie Tracerhydrologie, Isotopenhydrologie, Remote Sensing, Geothermie, Modeling und GeoMedizin beteiligt.[1]

Auszeichnungen

Literatur

  • Walter F.H. Kollmann, Walter (2003): em. a.o. Univ.-Prof. Dr. Josef G. Zötl (24. Juli 1921 – 31. August 2001). – In: Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt, Band 143, Heft 1, S. 17–22 (online).

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g Kollmann, Walter F.H. (2003): em. a.o. Univ.-Prof. Dr. Josef G. Zötl (24. Juli 1921 – 31. August 2001). – In: Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt, 143, Heft 1, S. 17–22. (online)