Josef Felix Marin Würth

Josef Felix Marin Würth (* 9. November 1802 in Lichtensteig; † 1. Mai 1896 in Kreuzlingen; heimatberechtigt in Lichtensteig) war ein Schweizer Jurist und freisinniger Politiker.

Leben

Herkunft und Familie

Würth entstammte einer etablierten Familie aus Lichtensteig im Kanton St. Gallen. Er war der Sohn des Franz Marin Würth, eines Gutsbesitzers und Gastwirts, sowie dessen Ehefrau Afra, geborene Landolt.

1827 heiratete Würth Marianna, die Tochter des Arztes Johann Heinrich Steger.

Ausbildung

Würth erhielt eine solide klassische Ausbildung, die für eine spätere Karriere im öffentlichen Dienst vorbereitete. Von 1817 bis 1822 besuchte er das katholische Gymnasium (siehe Flade) in St. Gallen und absolvierte zudem einen Sprachaufenthalt in Neuenburg. Nach seiner schulischen Ausbildung folgte eine praktische Lehrzeit: Von 1823 bis 1825 war er als Amtsschreiber des Bezirks Obertoggenburg tätig und erwarb damit frühe Erfahrung in der Verwaltung. Danach studierte er an deutschen Universitäten Rechtswissenschaften: von 1825[1] bis 1826 an der Universität Freiburg im Breisgau und von 1826 bis 1827 an der Universität München.

Juristische und administrative Karriere

Nach seiner akademischen Ausbildung ließ sich Würth als Anwalt in seiner Heimatstadt Lichtensteig nieder und gründete sein eigenes Advokaturbüro. Diese private Praxis bildete das Fundament für seine anschließenden öffentlichen Ämter.

Ab 1849 war Würth sechs Jahre lang als Kassationsrichter tätig und nahm damit eine wichtige Rolle in der Rechtsprechung des Kantons ein. Von 1855 bis 1861 wechselte er in das Amt des Kantonsrichters, wodurch er auf höchster Ebene der kantonalen Justiz tätig war. Seine administrative Erfahrung setzte sich fort, als er von 1873 bis 1876 als stellvertretender Bezirksammann fungierte und damit auch exekutive Funktionen ausübte.

Politische Tätigkeit

Von 1837 bis 1861, also während eines Vierteljahrhunderts, war er radikalliberales Mitglied des kantonalen Rates. Während dieser langen Tätigkeit in der Kantonsratspolitik setzte er sich konsequent für progressive und reformerische Anliegen ein.

Seine politische Bedeutung reichte über den Kanton hinaus. Vom 7. Juli 1851 bis zum 1. Dezember 1852 wurde er in den Ständerat gewählt, das Organ der kantonalen Vertretung auf eidgenössischer Ebene. Im Ständerat gehörte er der Linken an, was seine politische Orientierung im schweizerischen Kontext der Mitte des 19. Jahrhunderts verdeutlicht.

Schriften (Auswahl)

  • Aufzeichnungen von J' F' M' Würth, 1802-1896, Advokat in Lichtensteig. Jugendzeit. Hrsg.: Heinrich Edelmann. In: Toggenburgerbllätter für Heimatkunde, Band 21. 1958, S. 13–18.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Universitätsarchiv Freiburg, A66/4: Matrikel (Band 5: 1790-1844) (Freiburg im Breisgau, 1844) (Universitätsarchiv Freiburg, A66/4) - Freiburger historische Bestände - digital - Universitätsbibliothek Freiburg. Abgerufen am 22. November 2025.