José Dirceu
José Dirceu de Oliveira e Silva, genannt José Dirceu [], (* 16. März 1946 in Passa Quatro, Minas Gerais) ist ein brasilianischer Politiker (PT).
Leben
Nach dem brasilianischen Staatsstreich von 1964 engagierte sich Dirceu einer bewaffneten revolutionären Gruppe an. Infolgedessen wurde er von brasilianischen Streitkräften des Landes verwiesen und ihm wurde seine Staatsbürgerschaft entzogen. Von 1969 bis 1975 lebte er in Kuba im Exil. Nach seiner Rückkehr nach Brasilien arbeitete er zunächst unter anderem Namen; Ende der 1970er Jahre ermöglichte eine Amnestie sein öffentliches Wiederauftreten.[1]
Er wurde 1986 in die Legislative des Bundesstaates São Paulo und 1990 ins Parlament gewählt, 1998 und 2002 wurde er erneut als Parlaments-Abgeordneter gewählt. 2003 übernahm er den Posten des Stabschefs des brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva.
Im Juni 2005 trat er im Rahmen des Mensalão-Skandals zurück.[2][3]
Dirceu wurde im November 2012 wegen aktiver Korruption und Bildung einer kriminellen Vereinigung zu zehn Jahren und zehn Monaten Haft und einer Geldstrafe von R$ 676.000 verurteilt.[4][5]
Im Zusammenhang mit der Operation Lava Jato wurde Dirceu im August 2015 festgenommen. Im Mai 2016 verurteilte ein Bundesrichter ihn in erster Instanz zu 23 Jahren und drei Monaten Freiheitsstrafe. Ihm wurden Geldwäsche, passive Korruption und Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen.[6][7] Das Urteil wurde am 21. Mai 2024 vom Obersten Gerichtshof Brasiliens aufgehoben.[8]
Dirceu ist der Vater von Zeca Dirceu (* 1978), der ebenfalls als Politiker tätig ist.[9][10]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Hildegard Strausberg: Der Herbert Wehner Brasiliens: José Dirceu de Oliveira e Silva. In: Welt. 16. November 2011, abgerufen am 10. Januar 2024.
- ↑ Brazil's cabinet chief of staff resigns. In: China Daily. 17. Juni 2005, abgerufen am 7. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Alexei Barrionuevo: Close Political Ally of Brazilian President to Face Corruption Trial. In: The New York Times. 29. August 2007, abgerufen am 23. September 2007 (englisch).
- ↑ Supremo condena ex-ministro José Dirceu a 10 anos e 10 meses de reclusão. In: TV Câmara. 12. November 2012, abgerufen am 7. Januar 2026 (brasilianisches Portugiesisch).
- ↑ Ex-ministro brasileiro José Dirceu condenado a dez anos de prisão no caso `mensalão`. In: Rádio e Televisão de Portugal. 12. November 2012, abgerufen am 7. Januar 2026 (portugiesisch).
- ↑ Former top Brazil presidential aide sentenced for corruption. In: AP News. 18. Mai 2016, abgerufen am 7. Januar 2026 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Michelle Cannes: In Brazil, former Chief of Staff José Dirceu sentenced to 23 years in prison. In: Agência Brasil. 18. Mai 2016, abgerufen am 7. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Ana Paula Rocha: Brazil’s Supreme Court extinguishes José Dirceu’s conviction for corruption. In: Brasil de Fato. 22. Mai 2024, abgerufen am 7. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Zeca Dirceu. In: Brasilianische Abgeordnetenkammer. Abgerufen am 7. Januar 2026 (brasilianisches Portugiesisch).
- ↑ Brazil: son of José Dirceu, convicted in Lava Jato and Mensalão, will lead the PT bench in the Chamber. In: The Rio Times. 6. Januar 2023, abgerufen am 7. Januar 2026 (englisch).