John Rice Irwin

John Rice Irwin (11. Dezember 1930 in Union County, Tennessee; † 16. Januar 2022 in Clinton, Tennessee) war ein US-amerikanischer Kulturhistoriker, Kurator, Fachautor und Gründer des Museum of Appalachia in Norris, Tennessee.

1968 gründete er das Museum of Appalachia, das seitdem deutlich gewachsen ist. Er erhielt mehrere Auszeichnungen und Preise und veröffentlichte acht verschiedene Bücher.

Leben

Irwin wurde am 11. Dezember 1930 in Union County, Tennessee geboren. Seine Eltern waren Glenn Gatewood Irwin (1904–1985) und Ruth Annette „Ruthie“ Rice Irwin (1909–1996).[1]

Schon als Kleinkind mussten Irwin und seine Familie umziehen, weil ihr Land für den Norris-Damm enteignet und überflutet werden sollte. Nachdem sie sich auf einer anderen Farm in der Nähe von Clinton, Tennessee niedergelassen hatten, mussten sie Anfang der 40er Jahre erneut umziehen. Schließlich zogen sie auf eine Farm in der Nähe von Norris, Tennessee, wo er bis zu seinem 18. Lebensjahr blieb. Dort lernten Irwin und sein Bruder David Rector Irwin Landwirtschaft, Jagd, Fischerei und Tierfang.[2]

In den späten 1940er Jahren diente Irwin in der Infanterie der Streitkräfte der Vereinigten Staaten. Er schloss sein Bachelorstudium an der Lincoln Memorial University mit Schwerpunkten in Geschichte und Wirtschaft ab. Seinen Master in internationalem Recht machte er an der University of Tennessee. Mit 31 Jahren wurde er zum Schulrat des Anderson County gewählt und war damit der jüngste Schulrat in Tennessee. Irwin war gut mit dem Schriftsteller Alex Haley befreundet und inspirierte ihn mit seinem Museum zu einem seiner Werke. Er und seine Frau Elizabeth McDaniel waren von 1954 bis zu ihrem Tod im Jahr 2008 verheiratet. Sie hatten zwei Kinder: Elaine Meyer und Karen Erickson (gestorben 1999) und drei Enkelkinder. Im August 2009 gab er bekannt, dass er seine Position als Eigentümer des Museums aufgeben würde.[2] Er erklärte, er wolle sich mehr auf seine wissenschaftliche Arbeit und das Schreiben konzentrieren.[3][4]

Er hatte von 1977 bis 2007 Auftritte in mehreren Fernsehsendungen.[5]

Seine letzten Jahre verbrachte er im Norris Health and Rehab Center. Er starb am 16. Januar 2022 im Alter von 91 Jahren in einem Pflegeheim in Clinton, Tennessee.[6]

Vermächtnis

John Rice Irwin ist als Gründer des Museum of Appalachia bekannt. Er ist zudem Autor von sieben national und international veröffentlichten Büchern. Er hielt im gesamten Osten der USA Vorlesungen zur Geschichte der Appalachen. 1989 war Irwin einer von 29 Stipendiaten des MacArthur Fellowship. 1992 wurde er von der East Tennessee Historical Society geehrt und 1993 erhielt er vom Cumberland College den Doctorate of Humane Letters. 1994 wurde er in die Junior Achievement of East Tennessee’s Business Hall of Fame aufgenommen. Sechs Jahre später, im Jahr 2000, erhielt er den jährlichen Outstanding Educational Service to Appalachia Award. 2008 erhielt er den Trailblazer Award und 2009 wurde er in die Anderson County Hall of Fame aufgenommen.[1][6][7]

Museum of Appalachia

Irwin begann sich durch die Erzählungen seiner Großeltern sich für die Geschichte der Menschen in den Appalachen zu interessieren. Nachdem sein Großvater ihm geraten hatte, alte Gegenstände seiner Vorfahren aufzubewahren, begann er in den 1960er Jahren mit dem Sammeln historischer Gegenstände. 1968 gründete er das Museum of Appalachia, um seine wachsende Sammlung auszustellen. Das Museum entwickelte sich von einem kleinen Blockhaus zu einem großen Museumsdorf mit über 60 historischen Gebäuden und Tausenden von Ausstellungsstücken. Seit 2003 ist es eine gemeinnützige Organisation und seit 2007 ist sie Teil des Smithsonian Institution’s Affiliations Program.

Werke

  • 1982: Baskets and Basketmakers in Southern Appalachia ISBN 978-0916838614
  • 1984: People and Their Quilts ISBN 978-0887400247
  • 1984: Guns and Gunmaking Tools of Southern Appalachia: The Story of the Kentucky Rifle ISBN 978-0916838812
  • 1984: Musical Instruments of the Southern Appalachian Mountains ISBN 978-0916838805
  • 1985: Alex Stewart: Portrait of a Pioneer ISBN 978-0887400537
  • 1987: The Museum of Appalachia story: The nationally acclaimed mountain village, farm, and museum, Norris, Tennessee ISBN 978-0887401022
  • 2000: A People and Their Music: The Story Behind the Story of Country Music ISBN 978-0-7643-0942-7
  • 2021: The Story of Marcellus Moss Rice and His Big Valley Kinsman ISBN 978-1014651242

Einzelnachweise

  1. a b John Rice Irwin (1930-2022) – Find a Grave... Abgerufen am 25. Oktober 2025.
  2. a b LMU Literary Hall of Fame | Carnegie-Vincent Library - We’re here to help you – Information Literacy – Databases – Subject Guides. Archiviert vom Original am 10. Juni 2010; abgerufen am 25. Oktober 2025.
  3. GateHouse Media, Inc.: John Rice Irwin enters new role at Museum of Appalachia. In: http://www.oakridger.com. (oakridger.com [abgerufen am 25. Oktober 2025]).
  4. Happy Birthday JRI. Archiviert vom Original am 18. Dezember 2010; abgerufen am 25. Oktober 2025.
  5. John Rice Irwin | Zusätzliche Crew, Leitung. Abgerufen am 25. Oktober 2025 (deutsch).
  6. a b Alex Traub: John Rice Irwin, Guardian of Appalachia’s Past, Dies at 91. In: The New York Times. 9. Februar 2022, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 25. Oktober 2025]).
  7. Will: John Rice Irwin Obituary. In: The Museum Of Appalachia. 21. Januar 2022, abgerufen am 25. Oktober 2025 (amerikanisches Englisch).