John Quincy Adams Ward
John Quincy Adams Ward (* 29. Juni 1830 in Urbana, Ohio; † 1. Mai 1910 in New York) war ein US-amerikanischer Bildhauer.[1]
Leben
John Quincy Adams Ward war das vierte von insgesamt acht Kindern des Farmers John Anderson Ward und dessen Frau Eleanor Macbeth. Er wuchs in Ohio auf und zeigte bereits in jungen Jahren Interesse an künstlerischer Gestaltung. Erste praktische Erfahrungen mit Werkzeugen und Keramik sammelte er bei seinem Nachbarn Miles Chatfield. 1849 wurde er der erste Schüler des Bildhauers Henry Kirke Brown und absolvierte eine siebenjährige Ausbildung in dessen Atelier in Brooklyn. Über Brown erhielt er Zugang zu den künstlerischen Kreisen New Yorks. Zu seinen späteren Schülern und engen Kollegen zählten Daniel Chester French und der Browns Studioassistent François J. Rey. Zudem arbeitete er mit dem Architekten Richard Morris Hunt an mehreren Projekten zusammen. In den Jahren 1888/1889 unterrichtete er zusammen mit einem nur als W. Hunt bekannten Künstler Bildhauerei am Metropolitan Museum. 1862 trat er der National Academy of Design bei, deren Präsident er 1875/1876 war. Er wurde außerdem erster Präsident der National Sculpture Society. 1904 erhielt er eine Goldmedaille auf der Weltausstellung in St. Louis.[1]
Seine künstlerische Entwicklung war stark von Henry Kirke Brown geprägt, insbesondere von dessen Überzeugung, eine eigenständige US-amerikanische Tradition in der Bildhauerei etablieren zu müssen. Ward arbeitete in einem naturalistischen Stil, der von klassischer Komposition beeinflusst war. Er schuf zahlreiche Skulpturen zu US-amerikanischen Themen, darunter Darstellungen von Staatsmännern, Abolitionisten, Native Americans sowie ehemals versklavten Menschen. Nach dem Erfolg seiner 1866 im Central Park aufgestellten Skulptur Indian Hunter[2] etablierte sich Ward als einer der führenden Bildhauer des amerikanischen Realismus. 1873 unternahm er seine erste Europareise und studierte in Paris, Venedig, Florenz, Rom und Berlin.[1]
Besonders produktiv war die Zeit der Hundertjahrfeier der Vereinigten Staaten: Innerhalb von neun Jahren realisierte er zehn größere Statuen, darunter die 1883 enthüllte Statue von George Washington vor der Federal Hall in New York.[1]
Werke (Auswahl)
- 1866 Indian Hunter, im Central Park, Manhattan, New York City
- 1867 Der barmherzige Samariter, Ether Monument, Boston Public Garden, Boston, MA
- 1868 Matthew Perry Monument, Touro Park, Newport, Rhode Island
- 1871 Statue von Generalmajor John F. Reynolds, Gettysburg National Military Park, Gettysburg, PA
- 1872 William Shakespeare, Central Park, New York City
- 1874 Denkmal für das Siebte Regiment, Central Park, New York City
- 1878 William Gilmore Simms, White Point Garden, Charleston, South Carolina
- 1878 George Washington, Bartlet Mall, Newburyport, Massachusetts
- 1879 Generalmajor George Henry Thomas, Thomas Circle, Washington, D.C.
- 1881 Victory, Yorktown Victory Monument, Yorktown, Virginia
- 1881 General Daniel Morgan Monument, Spartanburg, South Carolina
- 1882 George Washington, Federal Hall, New York City
- 1883 Lafayette, University of Vermont, Burlington, Vermont
- 1884 The Pilgrim, Central Park, New York City
- 1887 James A. Garfield Monument, Capitol Hill, Washington, D.C.
- 1891 Henry Ward Beecher Monument, Cadman Plaza, Brooklyn, New York
- 1893 Gouverneur Horace Fairbanks, St. Johnsbury Athenaeum, St. Johnsbury, VT
- 1898 Reiterstatue von General Winfield S. Hancock, Smith Memorial Arch, Philadelphia, Pennsylvania
- 1910 Finanzier August Belmont, Newport, Rhode Island
- 1916 General Phillip H. Sheridan Statue, East Capitol Park, Albany, New York (posthum errichtet)
Literatur
- Lorado Taft: The History of American Sculpture, BiblioLife , 2010
- Adeline Adams: John Quincy Adams Ward: An Appreciation, Kessinger Publishing, 2010.
- Theodore Reed: John Quincy Adams Ward, Sculptor, Dissertation Harvard University, Cambridge (MA), 1947
- Lewis I. Sharp: John Quincy Adams Ward: Dean of American Sculpture, Newark, 1985
- Michael Edward Shapiro: Bronze Casting and American Sculpture: 1850–1900, Newark, 1985
- American Sculpture in the Metropolitan Museum of Art, Band I, New York, 1999
Weblinks
- Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online, De Gruyter, 2009.
- Biografie. Spellman Gallery
- John Quincy Adams Ward, The Freedman
- Pennsylvania Academy of the Fine Arts
- John Quincy Adams Ward Papers Digital Collection
- The Metropolitan Museum of Art
- Olympedia
- John Quincy Adams Ward (1830–1910), The Indian Hunter
Einzelnachweise
- ↑ a b c d John Quincy Adams Ward - Artists - Spellman Gallery. Abgerufen am 13. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Monumentos: conmemoración y controversia | The New York Historical. Abgerufen am 13. Dezember 2025 (englisch).