John Mulrooney
John Mulrooney (* 27. August 1958 in New York City, New York; † 29. Dezember 2025 in Coxsackie, Greene County, New York) war ein US‑amerikanischer Stand‑up‑Komiker, Fernseh‑ und Hörfunkmoderator, Schauspieler und Autor. Er gehörte über Jahrzehnte zu den prägenden Gesichtern der US-amerikanischen Comedy‑Szene und war sowohl im Fernsehen als auch auf den Live‑Bühnen der Vereinigten Staaten präsent.[1][2]
Leben
Mulrooney wurde als Sohn von Joan und Bill Mulrooney im New Yorker Stadtteil Brooklyn geboren und wuchs im Stadtteil Flatbush auf. Er hatte vier Geschwister: Billy, Michael, Joanann und Mary. Er entstammte einer irischstämmigen Familie, zu deren erweiterten Umfeld auch seine aus Irland eingewanderten Großeltern sowie zahlreiche Cousins gehörten. Er besuchte die Holy-Cross-Gemeinde in Flatbush und später die Brooklyn Technical High School, wo er erstmals mit der Schauspielerei in Berührung kam und in einer Schulproduktion des Musicals Damn Yankees spielte. Nach der Schule nahm er an den Golden-Gloves-Amateurboxturnieren teil, zu denen ihn Auseinandersetzungen nach dem Unterricht brachten. In den 1990er-Jahren lebte er unter anderem in West Hollywood und Studio City, kehrte 1996 allerdings an die Ostküste zurück, wo er sich dem Radio widmete.
Mulrooney, der in seinen späteren Jahren ein begeisterter Freizeitpilot war, starb unerwartet im Alter von 67 Jahren in seinem Haus in Coxsackie, rund 40 Kilometer südlich von Albany. Die Beisetzung fand in der Kirchengemeinde der Church of the Holy Family auf Staten Island statt.[3][4][5]
Karriere
Mulrooney begann seine Karriere 1979 im Pips Comedy Club in Sheepshead Bay. Er etablierte sich rasch als Stand-up-Comedian und trat über Jahrzehnte hinweg in landesweit bekannten Comedyclubs auf, darunter das Improv, Comic Strip, die Laugh Factory sowie Rick Newmans Catch a Rising Star, das Dangerfield’s und später im World Famous Comedy Store. Um seine Karriere zu befördern nahm er auch an der Talentshow Star Search teil, verlor jedoch gegen Rosie O’Donnell. Kollegen wie Andrew Dice Clay beschrieben seine Improvisationskunst im Umgang mit dem Publikum.[1]
Seine Fernsehkarriere umfasste Moderationen mehrerer landesweit ausgestrahlter Sendungen, darunter Comedy Tonight auf PBS, The Late Show (als Ersatz für Joan Rivers im Jahr 1987) und Comic Strip Live (1989–1990), beide auf Fox. Er war Gastmoderator der Pat Sajak Show und trat darüber hinaus in Programmen auf HBO, Showtime, A&E und auf Comedy Central auf. Neben seinen Moderationen war er auch in Rollen in Fernsehserien wie Midtown North zu sehen, spielte Jack Paar im Film Great Balls of Fire! und war an den Kurzfilmen The Bistro (als Jack Morgan) und Kosovo Kiss beteiligt.[1] Im deutschen Sprachraum wurde er unter anderem von Hans-Jürgen Wolf synchronisiert.[6]
Aufgrund seiner Popularität nahm Mulrooney an USO-Tourneen teil und trat unter anderem 2008 und 2010 im Nahen Osten vor US-Militärangehörigen auf, um diese im Einsatz zu unterstützen. Diese Engagements zählte er laut eigenen Aussagen zu den bedeutendsten Momenten seiner Karriere. Darüber hinaus nahm er 2007 und 2009 an der „Crossroads Comedy Tour“ teil, einer Reihe von Benefizauftritten zugunsten des Crossroads Center in Jerusalem, das von Jerry Seinfeld unterstützt wurde.
Neben seiner Arbeit vor der Kamera arbeitete er nach seiner Rückkehr aus Hollywood auch als Hörfunkmoderator in Albany, Cleveland (WMMS) und New York City. 1996 wurde er Co-Moderator der John and Abbey Show, einer Nachmittagssendung auf dem Sender „105.1 – The Buzz“. Für seine Moderation erhielt er den N.Y.S.B. Broadcaster’s Award als „Bester On‑Air‑Moderator“. 1998 wechselte er zum Morgenradio des Senders WPYX und tat sich mit dem erfahrenen Radiomoderator Bob Wolf zusammen. Wolf and Mulrooney in the Morning übertraf im Jahr 2000 sogar die Howard Stern Show in den Einschaltquoten und Mulrooney wurde erneut als „Bester On‑Air‑Moderator“ ausgezeichnet.[1]
Später entschied er sich für eine zweite berufliche Laufbahn und arbeitete von 2010 bis 2024 als Polizeibeamter für das Coxsackie Police Department. In dieser Zeit trat er häufig bei Benefizveranstaltungen für Polizei- und Feuerwehrorganisationen auf, nutzte seine Comedy-Erfahrung zur Unterstützung von Ersthelfern und engagierte sich in der Gemeindearbeit.[3][4][5]
Filmografie (Auswahl)
- 1986: Ryder P.I.
- 1987: 1st & Ten (Fernsehserie)
- 1989: Great Balls of Fire – Jerry Lee Lewis – Ein Leben für den Rock’n’Roll
- 1989–1990: Comic Strip Live (Fernsehserie; Fox)
- 1991: Comedy from the Caribbean (Miniserie)
- 1994: The Good Life (Fernsehserie; NBC)
- 1994: Ellen (Fernsehserie)
- 1994: Hardball (Fernsehserie)
- 2012: Kosovo Kiss (Kurzfilm)
- 2016: The Bistro (Kurzfilm)
- 2023: The Big Bad Broadcast (Podcast-Serie)
Zu weiteren Auftritten und Moderationen Mulrooneys gehörten unter anderem folgende Formate:
- A Different Point of View (A&E)
- A Pair of Jokers (A&E)
- An Evening at the Improv (A&E)
- Anything for Love
- Candid Camera (CBS)
- Caroline’s Comedy Hour (A&E)
- Comedy Album (A&E)
- Comedy on the Road (A&E)
- Comedy Tonight
- Hollywood Squares
- King of the Mountain (Fox)
- Midtown North (Comedy Central)
- Penthouse Vegas (Fox)
- Playboy Channel Comedy Hour
- Star Search
- The Late Show (Fox; 1987–1988)
- The Pat Sajak Show (CBS)
- Tough Crowd with Colin Quinn (Comedy Central)
Hörfunk (Auswahl)
- Morning Show (Mix 105 / 105.1 FM, New York)
- The John and Abbey Show (The Buzz / 105.1 FM, New York)
- Wakin’ Up with the Wolf and Mulrooney (PYX 106 / 106.5 FM, Albany)
- Wakin’ Up with the Wolf and Mulrooney (WMMS 100.7 FM “The Buzzard”, Cleveland, Ohio)
- Mulrooney in the Morning (Hot Talk Radio / 93.7 FM, Albany)
- The Sirius Radio Road Show (Howard 101 / Sirius Satellite Radio, New York)
- Mulrooney in the Morning with Mike the Enforcer (WZMR 104.9 FM "The Edge", Albany)
- Wakin’ Up with Coop and Mulrooney (WPDH 101.5 FM, Poughkeepsie)
- Mulrooney in the Morning (iHeartRadio, 2014)
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c d John Mulrooney. Internet Movie Database, abgerufen am 14. Januar 2026.
- ↑ John Mulrooney in The Movie Database, abgerufen am 14. Januar 2026.
- ↑ a b Anna Kaufman: Stand-up comedian, late night host John Mulrooney dies at 67. In: USA Today. Abgerufen am 14. Januar 2026 (englisch).
- ↑ a b Julia Moore: 'Beloved' Comedian and Former Late Show Host-Turned-Police-Officer John Mulrooney Dead at 67. In: People. 2. Januar 2026, abgerufen am 14. Januar 2026 (englisch).
- ↑ a b Obituary. Dignity Memorial, abgerufen am 14. Januar 2026 (englisch).
- ↑ John Mulrooney. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 14. Januar 2026.