John Lawlor (Schauspieler)
John Henry Lawlor III (* 5. Juni 1941 in Troy, New York; † 13. Februar 2025 in Albuquerque, New Mexico) war ein US-amerikanischer Schauspieler und Regieassistent, der von 1975 bis 2017 aktiv war. Einige Quellen geben als Geburtsort auch Albany in New York an.[1][2][3][4][5]
Leben
Lawlor wurde 1941 als Sohn von Carolyn Seamon Wendell und John Henry Lawlor Jr. in Troy im US-Bundesstaat New York geboren, verbrachte jedoch einen großen Teil seiner Jugend in Boulder, Colorado. Seine Mutter unterrichtete Kinder mit besonderem Förderbedarf an der Casey Jr. High School. Nach dem Besuch der University of Colorado diente er während des Vietnamkriegs bei der United States Army. Ende der 1960er-Jahre arbeitete er in Denver als ehrenamtlicher Ausbilder für AmeriCorps Seniors.[6][7]
Er war bis zum 27. August 1984 mit Barbara Ann Blumberg verheiratet, mit der er die vier Kinder Eric, Bryan, Annie und Elizabeth hatte, und vom 14. Januar 1988 bis 29. November 2000 in zweiter Ehe mit der kanadischen Schauspielerin Tantoo Cardinal, mit der er zwei Kinder hatte: Riel und Clifford.[1]
Er starb im Alter von 83 Jahren in einem Hospiz für Veteranen.[7][8][9][10]
Karriere
Einen ersten Auftritt vor der Kamera hatte Lawlor 1975 als Dave Kruger in Detektiv Rockford – Anruf genügt.
Seine bekanntesten Rollen waren die des Aufsehers Leonard Marsh in der Fernsehserie Phyllis von 1976 bis 1977[11] sowie später die des Schuldirektors Steven Bradley in der Serie The Facts of Life von 1979 bis 1980. Der Name Steven Bradley war vermutlich als Hommage an Steve Bradley aus Boulder gedacht, einen Freund und ehemaligen Manager des Skigebiets Winter Park.[12]
Anfangs war er die einzige männliche Hauptfigur in The Facts of Life. Nach der ersten Staffel änderten die Drehbuchautoren jedoch das Konzept der Serie und konzentrierten sich fortan auf einige ausgewählte weibliche Figuren und deren Beziehung zur Hausmutter, statt auf das gesamte Internat. Dadurch rückten jugendliche Probleme und Konflikte stärker in den Mittelpunkt, während komödiantische Elemente, wie sie in der ersten Staffel vorherrschten, zurücktraten. Infolgedessen wurde seine Rolle aus der Serie gestrichen.[1]
Er hatte außerdem Gastauftritte in L.A. Law – Staranwälte, Tricks, Prozesse, der Seifenoper Unter der Sonne Kaliforniens , Mr. Belvedere, Barney Miller, Detektiv Rockford – Anruf genügt, Ellery Queen, Pazifikgeschwader 214 und Alice. In Breaking Bad spielte er einen Schlosser, den Skylar White zur Mithilfe aufforderte.[1][2][3]
Er trat in den Filmen National Lampoon’s Movie Madness, S.O.B. – Hollywoods letzter Heuler, Billy Jack Goes to Washington, Die verrückteste Rallye der Welt, Wyatt Earp – Das Leben einer Legende und Mr. Fixit auf. Lawlor wirkte auch als Regieassistent in Filmen wie Excalibur, Highlander – Es kann nur einen geben und Auf den Schwingen des Todes.[1][2] In einem Werbespot für Malt-O-Meal aus den 1980er-Jahren spielte er einen Vater, der dem unsichtbaren Freund seines Sohnes erklärt, Malt-O-Meal sei „Good stuff, Maynard!“ – ein Satz, der sich zu einem geflügelten Wort entwickelte.[1][9]
Zuletzt war er im Jahr 2017 in der Miniserie Godless als Elmer Knowland zu sehen. Im deutschen Sprachraum wurde Lawlor unter anderem von Walter Alich, Alexander Allerson, Reinhard Brock, Michael Chevalier, Ulrich Frank, Helmut Gauß, Freimut Götsch, Thomas Hailer, Fritz von Hardenberg, Claus Jurichs, Fred Maire, Hans Nitschke, Eberhard Prüter, Joachim Pukaß, Manfred Seipold, Otto Strecker, Peter Thom und Georg Tryphon synchronisiert.[13]
Filmografie (Auswahl)
Filme
- 1976: Vergewaltigt hinter Gittern
- 1976: Die verrückteste Rallye der Welt
- 1976: The Bureau (Fernsehfilm)
- 1977: Billy Jack Goes to Washington
- 1977: Auf der Fährte des Todes (Fernsehfilm)
- 1978: Gefangen in Jackson County (Fernsehfilm)
- 1981: A Matter of Life and Death (Fernsehfilm)
- 1981: S.O.B. – Hollywoods letzter Heuler
- 1981: Why Us? (Fernsehfilm)
- 1982: Movie Madness
- 1988: Mr. Fixit (Kurzfilm)
- 1990: Stadt in Panik (Fernsehfilm)
- 1994: Wyatt Earp – Das Leben einer Legende
- 2004: The Trumpeter (Kurzfilm)
- 2005: McBride: Tune in for Murder (Fernsehfilm)
- 2010: Today (Kurzfilm)
- 2011: Naked Run
- 2011: The Reunion
- 2013: Banshee Chapter – Illegale Experimente der CIA
- 2014: Outlaw Prophet: Warren Jeffs (Fernsehfilm)
- 2016: Gold: Gier hat eine neue Farbe
Fernsehserien
- 1975: Detektiv Rockford – Anruf genügt
- 1975: Mord à la Mode
- 1976: Joe Forrester
- 1976: Pazifikgeschwader 214
- 1976–1977: Phyllis
- 1977: Imbiß mit Biß
- 1978: Der Weg nach Oregon
- 1978: Barney Miller
- 1979: A New Kind of Family
- 1980: United States
- 1979–1980: The Facts of Life
- 1981: Boomer, der Streuner
- 1982: Cassie & Co.
- 1983: Condo
- 1984: Newhart
- 1984: T. J. Hooker
- 1984: Simon & Simon
- 1984: ABC Weekend Specials
- 1985: The Best Times
- 1986: Stingray
- 1986: Sledge Hammer!
- 1987: Isabel’s Honeymoon Hotel
- 1987: Disney-Land
- 1985–1987: Ein Engel auf Erden
- 1987: She’s the Sheriff
- 1988–1989: Reich und Schön
- 1989: Mr. Belvedere
- 1991: Lassie (The New Lassie)
- 1992: FBI: The Untold Stories
- 1992–1993: Unter der Sonne Kaliforniens
- 1993: L.A. Law – Staranwälte, Tricks, Prozesse
- 1999: Hercules
- 2003: The Lyon’s Den
- 2004: Cold Case – Kein Opfer ist je vergessen
- 2008: The Roaring Twenties (Miniserie)
- 2009: In Plain Sight – In der Schusslinie
- 2010: Scoundrels
- 2011: Breaking Bad
- 2014: Killer Women
- 2014: Longmire
- 2016: Graves
- 2017: Godless (Miniserie)
Regieassistenz und Kamera
- 1981: Excalibur
- 1982: Angel – Straße ohne Ende
- 1983: The Country Girls
- 1986: Highlander – Es kann nur einen geben
- 1987: Auf den Schwingen des Todes
- 1997: Driftwood – Tödliches Treibgut
- 2000: Northern Lights (Kurzfilm)
- 2011: 3 Minute Gaps (Kamera)
Theater (Auswahl)
- 1978: Same Time, Next Year (Cherry County Playhouse Produktion, Dome at the Park Palace Hotel, Traverse City, Michigan)[1]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f g John Lawlor. Internet Movie Database, abgerufen am 6. November 2025.
- ↑ a b c John Lawlor in The Movie Database, abgerufen am 6. November 2025.
- ↑ a b John Lawlor bei Fernsehserien.de, abgerufen am 6. November 2025.
- ↑ John Lawlor in der Online-Filmdatenbank; abgerufen am 6. November 2025.
- ↑ John Lawlor. In: Open Media Database. Abgerufen am 6. November 2025.
- ↑ David McNeal: Celebrity Then And Now (englisch).
- ↑ a b John Lawlor Dies: ‘The Facts Of Life’, ‘Phyllis’ Actor Was 83
- ↑ Liz Sonneborn: A to Z of American Indian Women. Infobase Publishing p. 38, 2014, ISBN 978-1-4381-0788-2 (englisch).
- ↑ a b Mike Barnes: John Lawlor, Actor on ‘Phyllis’ and ‘The Facts of Life,’ Dies at 83. In: The Hollywood Reporter. 24. Februar 2025, abgerufen am 24. Februar 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ John Lawlor. In: Legacy. 21. Februar 2025, abgerufen am 25. Februar 2025 (englisch).
- ↑ Alex McNeil: Total Television: A Comprehensive Guide to Programming from 1948 to the Present. Viking Press p. 514, 1984, ISBN 978-0-14-007377-5 (englisch).
- ↑ Rachel Lewis: Where Is The Cast of ‘The Facts Of Life’ Now? In: Pens & Patron, 25. September 2019. Abgerufen am 16. Mai 2020 (englisch).
- ↑ John Lawlor. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 6. November 2025.