John Joseph Clancy (Politiker, 1890)
John Joseph Clancy (* 23. Januar 1890 in Collooney, County Sligo, Irland; † 1. Mai 1932 in Limerick, Irland) war ein irischer Politiker der Sinn Féin. Er war von Januar 1919 bis Mai 1921 Teachta Dála (Abgeordneter) im Dáil Éireann, dem Unterhaus des irischen Parlaments (Oireachtas).
Biografie
Clancy war ein Neffe des gleichnamigen Bischofs von Elphin. Er arbeitete zunächst bei der britischen Zivilverwaltung, dem Congested Districts Board for Ireland. Er wurde 1917 Präsident des Verbands von Sinn Féin in Sligo North. Wenig später folgte seine Festnahme, weil er sich angeblich am German Plot beteiligt hatte. Trotz seiner Inhaftierung wurde er bei der britischen Unterhauswahl 1918 für den Wahlkreis Sligo North in das House of Commons (Westminster) gewählt.[1] Er nahm den Sitz als (süd)irischer Abgeordneter der Sinn Féin nicht ein, stattdessen versammelte er sich mit den übrigen (freien) Abgeordneten im Mansion House in Dublin zum Revolutionary Dáil. Bei den Wahlen 1921 wurde er nicht mehr als Kandidat aufgestellt, weil er vermutlich eine sehr moderate Position in der Sinn Féin annahm und die Überfälle auf die britischen Truppen teilweise ablehnte. Nach anderen Berichten überwarf er sich mit der örtlichen IRA, die von ihm Geld zur Unterstützung forderte, es aber zunächst ablehnte und dann erst nach Zögern eine geringere Summe und schließlich die volle Summe zahlte.
Clancy war verheiratet und hatte vier Kinder. Seine Leiche war nach einer Sonntagsmesse des 1. Mai, von der er nicht zurückkehrte, am 3. Mai 1932 im River Shannon gefunden worden. Die Untersuchung ergab, dass er durch Eigenverschulden ertrunken war.