John Hanna (Jurist)

John Alford Hanna (geboren 30. März 1891 in Salem, Nebraska; gestorben 26. August 1964 in Falmouth, Massachusetts) war ein US-amerikanischer Rechtswissenschaftler, Hochschullehrer an der Columbia University und Regierungsberater.

Leben

John Hanna begann seine Ausbildung am Dartmouth College, er erhielt 1915 einen M.A. an der Stanford University und 1918 einen LL.B. an der Harvard University. Er machte 1919 ein Rechtspraktikum beim Attorney General of the United States und arbeitete danach für acht Jahre als Rechtsanwalt in Auburn (Nebraska). Er war außerdem zwischen 1921 und 1927 Rechtsberater für die War Finance Corporation.

Hanna erhielt 1931 eine Professur an der Rechtsfakultät der Columbia University. Neben der Hochschullehre war er in verschiedenen Beratungsprojekten eingebunden. Zwischen 1931 und 1933 leitete er ein Forschungsprojekt über die Finanzstrukturen im Landwirtschaftssektor der USA. Er war zeitweise Rechtsberater der Farm Credit Administration und beteiligte sich an der Ausarbeitung des Uniform Agricultural Cooperative Association Law. 1952 bis 1956 war er Berater für die New York Law Revision Commission und 1954 Berater für Antitrust-Gesetze beim Attorney General. Hanna hielt Anwaltszulassungen (member of the bar) in den Staaten Massachusetts, Nebraska, District of Columbia und beim Supreme Court.

Hanna publizierte unter anderem das Buch Cases in Corporate Reorganization und war Mitautor und Mitherausgeber der Schriften American Individual Enterprise System, Creditor's Rights und Security. Hanna war ein fleißiger Leserbriefschreiber bei der New York Herald Tribune.

Hanna wohnte in New York City und besaß eine Sommerfrische in Falmouth. Er war mit der in Aachen geborenen, emigrierten deutschen Journalistin Irene Mermet (1892–1956) verheiratet, sie hatten vier Kinder. Seine Ehefrau, Tochter eines Kohlehändlers in Köln, studierte Schauspiel an der Hochschule für Bühnenkunst in Düsseldorf, wo sie die Lebensgefährtin von B. Traven (d. i. Otto Feige) wurde, mit dem sie im Herbst 1915 nach München zog. Neben Traven wirkte sie von 1917 bis 1921 als Herausgeberin der anarchistischen Zeitschrift Der Ziegelbrenner.[1] Der Kybernetiker Valentin Braitenberg war ein Schwiegersohn Hannas.[2]

Schriften (Auswahl)

  • The law of cooperative marketing associations, 1931
  • Cases and materials on bankruptcy. Chicago: Foundation Press, 1935
  • Security: cases and materials. Brooklyn: Foundation Press, 1959

Literatur

  • E. Allan Farnsworth: John Hanna. An Appreciation. Columbia Law Review, Vol. 60, No. 5 (Mai, 1960), S. 587–592 ISSN 0010-1958
  • Heidi Hutchinson: The B. Traven Collection at UC Riverside Libraries, in: Günter Dammann (Hrsg.): B. Traven. Autor – Werk – Werkgeschichte. Würzburg : Königshausen & Neumann, 2012, ISBN 978-3-8260-4797-8, S. 131f.

Einzelnachweise

  1. Jan-Christoph Hauschild: Traven, B. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 26. Duncker & Humblot, Berlin 2016, ISBN 978-3-428-11207-4, S. 384–386 (deutsche-biographie.de).
  2. Martin Hanni: Revolutionäre Großmutter. Interview mit Zeno Braitenberg, bei Salto.bz, 25. Dezember 2019