John George Robertson

John George Robertson (* 18. Januar 1867 in Glasgow; † 28. Mai 1933 in Lyme Regis) war ein britischer Germanist, Literaturwissenschaftler und Hochschullehrer.[1]

Leben und Wirken

Nach seiner Reifeprüfung 1882 in Glasgow studierte John George Robertson von 1882 bis 1889 Klassische Philologie, Philosophie und Naturwissenschaften an der University of Glasgow und erwarb dort 1886 bzw. 1889 den Bachelor- und Magistergrad. Anschließend studierte er von 1889 bis 1892 Germanistik und Neuere Sprachen an der Universität Leipzig. Im Jahre 1892 promovierte er dort bei Eduard Sievers. Von 1896 bis 1903 arbeitete er als Lektor bzw. außerordentlicher Professor für Anglistik an der Universität Straßburg. Bis 1933 hatte er eine Professor für deutsche Sprache und Literatur an der University of London inne.

Robertson beschäftigte sich mit der deutschen Literatur der Neuzeit, über die er eine umfangreiche geschichtliche Darstellung veröffentlichte, vor allem mit Johann Wolfgang von Goethe. Außerdem interessierte ihn auch die norwegische und schwedische Literatur.

1930 wurde er Mitglied der British Academy. Außerdem gehörte er der Royal Society of Literature an. Ehrendoktorwürden wurden ihm von der University of Manchester und der University of Dublin verliehen. Weitere Auszeichnungen erhielt er durch die Verleihung der Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft im Jahre 1932. Er war Ritter des schwedischen Nordstern-Ordens und trug den norwegischen Sankt-Olav-Orden.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Zur Kritik Jakob Ayrers. Mit besonderer Rücksicht auf sein Verhältnis zu Hans Sachs und den englische Komödianten. O. Schmidt, Leipzig-Reudnitz 1892 (= Dissertation Universität Leipzig).
  • A history of German literature. W. Blackwood & Sons, Edinburgh 1902 (spätere Aufl. bearb. von Edna Purdie. 4. Aufl. 1962, dt. Übersetzung von Gerhard Raabe: Geschichte der deutschen Literatur. Mit einem Beitrag von Claude David: Die zeitgenössische Literatur 1890–1945. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1968).
  • Schiller after a century. Blackwood, Edinburgh 1905.
  • Milton's fame on the continent. Frowde, London 1908.
  • Goethe and the twentieth century. University Press, Cambridge 1912.
  • The Gods of Greece in German poetry. Clarendon Press, Oxford 1924.
  • The reconciliaton of classic and romantic. Bowes & Bowes, Cambridge 1925.
  • Goethe and Byron. Moring, London 1925 (Nachdruck 1979).
  • Goethe. Routledge, London 1927.
  • The life and work of Goethe. Routledge, London 1932.
  • Essays and addresses on literature. Routledge, London 1935.
  • Studies in the genesis of romantic theory in the eighteenth century. Russell & Russell, New York 1962 (erschien erstmals 1923).
  • Lessing's dramatic theory. Blom, Bronx 1965 (erschien zuerst 1939).
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Einzelnachweise

  1. John L. Flood: Robertson, John George. In: Christoph König (Hrsg.): Internationales Germanistenlexikon 1800-1850. Bd. 3. De Gruyter, Berlin 2003, S. 1499f., ISBN 3-11-015485-4 (mit allen biografischen Daten u. weiteren Literaturangaben).