John Bernard Flannagan
John Bernard Flannagan (* 7. April 1895 in Fargo; † 6. Januar 1942 in New York City) war ein US-amerikanischer Bildhauer.
Biografisches
John Bernard Flannagan hatte in seinem Leben große Schwierigkeiten zu bewältigen. Sein Vater starb, als er fünf Jahre alt war, und hinterließ seine Familie in solcher Armut, dass Flannagans Mutter alle ihre Söhne in ein Waisenhaus schickte. Dort begann Flannagan, mit einem Taschenmesser zu schnitzen. Im Alter von 19 Jahren studierte er an der Minneapolis School of Arts und arbeitete gleichzeitig in drei verschiedenen Jobs, um seine Mutter und seine Brüder zu unterstützen. Nach seiner Zeit bei der Handelsmarine zog er nach New York, wo er in der U-Bahn schlief und verzweifelt nach Arbeit suchte, bis der Künstler Arthur B. Davies ihm einen Job verschaffte. Durch Davies Einfluss wandte sich Flannagan von der Holzschnitzerei der Bildhauerei zu. 1932 erhielt Flannagan ein Guggenheim-Stipendium, mit dem er nach Irland reiste, um Steinbildhauerei zu studieren. Nach seiner Rückkehr litt er unter Alkoholismus und Depressionen und verbrachte mehrere Monate in einem Sanatorium. 1939 wurde er von einem Auto angefahren und musste sich vier Operationen unterziehen, um Blutgerinnsel aus seinem Gehirn zu entfernen. Seine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit und zunehmende Alkoholprobleme führten dazu, dass er nur drei Jahre später Selbstmord beging.[1]
Werke (Auswahl)
Flannagan wählte für seine Skulpturen eher bescheidene, weniger romantische Motive und arbeitete oft in kleinem Maßstab, wobei er seine Werke als „Miniaturdenkmäler“ bezeichnete. Seine Figuren beschäftigen sich oft mit Mutter-Kind-Themen. Sein Stil war anti-akademisch und vereinfacht, da er es vorzog, die natürliche Form des Steins zu erhalten und nur so viel zu bearbeiten, dass die Form, die seiner Meinung nach bereits im Stein enthalten war, zum Vorschein kam.[2]
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Female Nude, Brooklyn Museum
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Three Nudes, 1920, Metropolitan Museum of Art, New York
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Wildcat, 1926–1930, Metropolitan Museum of Art, New York
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Figure of Dignity – Irish Mountain Goat, 1932, Metropolitan Museum of Art, New York
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The Miner, 1938
Literatur
- Robert Darmstaedter: Künstlerlexikon. Über 4400 Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Hrsg.: Pawlak Herrsching. 1986, ISBN 978-3-88199-300-5.
Weblinks
- Werke des Künstlers
- John Bernard Flannagan in der Datenbank Find a Grave
Einzelnachweise
- ↑ John B. Flannagan | Smithsonian American Art Museum. Abgerufen am 18. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ John Bernard Flannagan: The Greenwich Village Bookshop Door. Abgerufen am 18. Oktober 2025.