John Abriani
John Abriani (* 15. Mai 1898 in San Girolamo di Lusiana, Provinz Vicenza, Italien als Giovanni Abriani; † August 1960 in Mailand)[1] war ein italienischer Unterhaltungsmusiker (Altsaxophon, Violine, Arrangement, Songwriting) und Orchesterleiter.
Werdegang
Abriani wuchs in St. Gallen in der Schweiz auf, wo er ab 1916 zusammen mit seinem Bruder Felice (Banjo und Violine) in lokalen Cafés zum Tanz aufspielte. Vermutlich ab 1923 trat er mit eigener Band in der Schweiz und Italien auf. 1925 war er erstmals in Berlin, wo er ab 1927 regelmäßig jazzbeeinflusste Tanzmusik präsentierte. Von 1925 bis 1932 tourte er mit seinem Tanzorchester durch Italien, Deutschland und die Schweiz und nahm 1927/1928 als Bandleader für Homocord auf. Von 1932 bis 1934 kam es zum Engagement in Kalkutta, wo Aufnahmen für das Label Twin von His Master’s Voice entstanden. Bei der anschließenden Tournee durch Europa kam es zu weiteren Schallplatteneinspielungen, bevor er nach dem Ausbruch des 2. Weltkrieges 1939 sich nach Italien zurückzog. Nach 1945 trat er wieder in Berlin auf, etwa bei Lubo D’Orio und Walter Dobschinski (Aufnahmen mit der Berliner Radio-Star-Band für Metrophon).
Obwohl Abriani selbst kein Jazz-Solist war, beschäftigte er oft Jazzmusiker in seinem Orchester. Er komponierte unter anderem die Titel „Anita“ und „Amami ancor.“
Literatur
- Rainer E. Lotz: Discographie der deutschen Tanzmusik. Vol. 7.; ISBN 978-3-9802656-5-2.
- Jürgen Wölfer: Jazz in Deutschland. Das Lexikon. Alle Musiker und Plattenfirmen von 1920 bis heute. Hannibal, Höfen 2008, ISBN 978-3-85445-274-4.
Weblinks
- John Abriani bei Discogs
Einzelnachweise
- ↑ Nach Wölfer, Jazz in Deutschland, erst im August 1974.