Johanneskirche (Stuttgart-Zuffenhausen)

Die Johanneskirche ist eine evangelische Kirche in Zuffenhausen, einem Stadtbezirk von Stuttgart. Das Bauwerk ist beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg als Baudenkmal eingetragen. Die Kirchengemeinde gehört in der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Himmelsbogen Stuttgart[1] zum Kirchenkreis Stuttgart der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Die mittelalterliche Kirche stand unter dem Patrozinium des Hippolyt von Rom. 1901 wurde die Kirche nach dem Jünger Johannes benannt.

Geschichte

Der Vorgängerbau ist eine 1275 urkundlich bezeugte frühgotische Wehrkirche, die nach der Beschädigung im Dreißigjährigen Krieg zur Saalkirche am alten Chorturm im Osten umgestaltet wurde. Die Kirche brannte im Zweiten Weltkrieg am 10. September 1944 aus und wurde von 1951 bis 1956 wieder aufgebaut. 2001 wurde die letzte Innenrenovierung der Johanneskirche abgeschlossen.

Architektur

Das oberste Geschoss des Chorturms beherbergt die Turmuhr und hinter den als Biforien gestalteten Klangarkaden den Glockenstuhl mit vier Kirchenglocken. Der Turmchor ist mit einem Kreuzrippengewölbe überspannt, das Langhaus mit einer Flachdecke.

Ausstattung

Die Holzkanzel, der Altar und das Gestühl stammen aus den 1950er Jahren.

Der Taufstein mit Deckel wurde 1956 von dem Bildhauer Helmuth Uhrig aus Stuttgart-Riedenberg geschaffen. Auf drei Seiten der schlanken Sandsteinsäule sind reliefartig dargestellt: die Kreuzigung, das versiegelte Grab und die Engelsbotschaft am Ostermorgen.

Das Tafelbild auf der südlichen Chorbogenwand stammt vermutlich aus der Ulmer Schule um Martin Schaffner (1510–1520) und gehörte wohl zu einem Altar der Stuttgarter Stiftskirche, der in Zuffenhausen während des Dreißigjährigen Kriegs in Sicherheit gebracht worden war. Es stellt den Gekreuzigten mit der Mutter Maria und dem Jünger Johannes dar.[2] Weil Johannes mit auf dem Bild ist, hatte sich wohl irgendwann der Name Johanneskirche eingebürgert.

Mit zwei Glasgemälden ist die Johanneskirche ausgestattet: 1965 wurde von der Künstlerin Gudrun Müsse[3] 1965 für das Chorfenster gestaltet, dann aber wegen der Aufstellung der Orgel im Chor umgesetzt in ein Südfenster. Es zeigt aus der Bergpredigt das Gleichnis vom breiten und schmalen Weg (Mt 7,13–14 ). Der Dozent an der Stuttgarter Kunstakademie Egon Lustner (1931–2012) schuf 1976 für das Chorfenster das Glasgemälde „Auferstehung“, wofür an dem ebenfalls 1976 aufgestellten neuen Instrument der Orgelprospekt ausgespart wurde.

Das Altarkreuz schuf 2001 der Stuttgarter Bildhauer Immanuel Preuß.[4] Eine Besonderheit des Altarkreuzes ist dessen Material aus Tafeln von weißem und gelblichem Alabaster. In seiner lichten Farbigkeit ist es ein Symbol der Auferstehung und führt insofern über das historische Leidenskreuz im Tafelgemälde rechts des Chorbogens hinaus.

Die Orgel mit 15 Registern auf zwei Manualen und Pedal wurde 1976 von Peter Plum gebaut.[5]

Literatur

Commons: Johanneskirche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ev. Gesamtkirchengemeinde Himmelsbogen Stuttgart [1]
  2. Karl Halbauer: Das Tafelbild der Kreuzigung Christi in der Johanneskirche von Stuttgart-Zuffenhausen; in: Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte, Bd. 79 (2020), Stuttgart 2020, S. 115–131
  3. Gudrun Müsse-Florin [2]
  4. Immanuel Preuß in LEO BW [3]
  5. Information zur Orgel auf Organ index, abgerufen am 2. April 2024.

Koordinaten: 48° 49′ 54″ N, 9° 10′ 32,4″ O