Johannes van Heeck

Johannes van Heeck (* 2. Februar 1579 in Deventer; † nach 1616), auch Johann Heck, Johannes Heckius, italienisch Giovanni Ecchio, war ein niederländischer Arzt, Naturforscher, Alchemist und Astrologe. Er war einer der Mitbegründer der Accademia dei Lincei in Rom.

Leben

Van Heeck war ein Sohn des Ratsherrn Willem van Heek. Er erhielt in den Niederlanden eine Grundausbildung in Latein und Griechisch sowie in Astronomie und Astrologie und erwarb einige theologische Kenntnisse. Wegen der Verfolgung der Katholiken durch die Calvinisten verließ er als junger Mann sein Heimatland und ging 1598 nach Italien. Er studierte Medizin an der Universität Perugia und erwarb am 6. August 1601 seinen Doktortitel. Den Arztberuf übte er zunächst in Maenza und dann in Scandriglia auf dem Territorium des Herzogs Giovanni Corsini aus. Nach einem Totschlag in Notwehr wurde er 1602 inhaftiert und 1603, durch die Fürsprache des Fürsten Cesi, mit dem er eine enge Freundschaft verband, freigelassen.[1]

Er verfasste verschiedene medizinische Texte, in denen er sich damit beschäftigt, inwieweit astrologische Faktoren die Krankheiten der Menschen beeinflussen und inwieweit die Astrologie bei der Diagnose und der Therapie durch den Arzt zu befragen ist. Van Heeck war 1602 Gründungsmitglied der Accademia dei Lincei in Rom in der er den Namen „l’Illuminato“ hatte und sich der Philosophie widmete. Aufgrund der Verfolgung der Mitglieder durch Cesis Vater und den Papst und der Auflösung der Akademie verließ er Rom im April 1604 und unternahm eine ausgedehnte Reise durch Europa und fand schließlich eine Stelle am Hof Kaiser Rudolfs II. in Prag. 1608 hielt er sich in Madrid auf und war 1614 nochmals kurzzeitig in Rom.

Schriften

  • De nova stella disputatio. Aloisius Zannettus, Rom 1605.
  • Disputatio de peste et quare praecipue grassatur tot ab hinc annis in Belgio. Deventer 1605.

Literatur

  • Johannes van Heeck auf der Website des Comitato nazionale per il IV centenaio della fondazione della Accademia dei Lincei

Einzelnachweise

  1. Cornelis de Waard: Heckius (Johannes), Eckius, Eckio, Heck. eig. van Heek. In: Petrus Johannes Blok, Philipp Christiaan Molhuysen (Hrsg.): Nieuw Nederlandsch Biografisch Woordenboek. Teil 1. N. Israel, Amsterdam 1974, Sp. 1041–1042 (niederländisch, knaw.nl / dbnl.org – Erstausgabe: A. W. Sijthoff, Leiden 1911, unveränderter Nachdruck).