Johannes Schwitalla

Johannes Schwitalla (* 27. Juli 1944 in Bitburg) ist ein deutscher Sprachwissenschaftler und Hochschullehrer.[1]

Leben und Wirken

Nach seiner Reifeprüfung 1964 in Ulm studierte Johannes Schwitalla zunächst von 1965 bis 1969 Katholische Theologie an der Eberhard Karls Universität Tübingen und am Institut Catholique de Paris (1967/68) und legte 1969 in Tübingen sein Diplomexamen in diesem Fach bei Hans Küng ab. Anschließend studierte er von 1969 bis 1972 Germanistik an der Universität Freiburg/Br. Nach dem ersten Staatsexamen für den höheren Schuldienst vertrat er 1973/74 eine wissenschaftliche Ratsstelle in Freiburg und war Mitarbeiter in einem DFG-Projekt, aus der seine Dissertation erwuchs. 1977 promovierte er zum Dr. phil. bei Hugo Steger in Freiburg und war bis 1982 bei ihm als wissenschaftlicher Assistent tätig. Im Jahre 1982 erfolgte seine Habilitation für Germanische Philologie. Bis 1994 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für deutsche Sprache in Mannheim. 1995 übernahm er eine Professur für deutsche Sprachwissenschaft an der Universität Würzburg. 2009 trat er in den Ruhestand. Gastdozenturen führten ihn an zahlreiche ausländische Universitäten.[2]

Johannes Schwitalla beschäftigt sich vor allem mit der Dialogforschung; außerdem publizierte er über deutsche Flugschriften. Seine Einführung in „Gesprochenes Deutsch“ erschien in vier Auflagen.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • (Mitautor): Projekt Dialogstrukturen (= Heutiges Deutsch, Reihe 1 / Linguistische Grundlagen, Bd. 12). Hueber, München 1976, ISBN 3-19-006798-8.
  • Dialogsteuerungen in Interviews. Ansätze zu einer Theorie der Dialogsteuerung mit empirischen Untersuchungen von Politiker-, Experten- und Starinterviews in Rundfunk und Fernsehen (= Heutiges Deutsch, Reihe 1 / Linguistische Grundlagen, Bd. 15). Hueber, München 1979, ISBN 3-19-006907-7 (= Dissertation Universität Freiburg/Br.).
  • Deutsche Flugschriften, 1460–1525 (= Reihe Germanistische Linguistik, Bd. 45). Niemeyer, Tübingen 1983, ISBN 3-484-31045-6 (= Habilitationsschrift Universität Freiburg/Br.).
  • (Hrsg., mit Gerd Schank): Konflikte in Gesprächen (= Tübinger Arbeiten zur Linguistik, Bd. 46). Narr, Tübingen 1987, ISBN 3-87808-296-7.
  • (mit Michael Kinne): Sprache im Nationalsozialismus (= Studienbibliografien Sprachwissenschaft, Bd. 9). Groos, Heidelberg 1994, ISBN 3-87276-703-8.
  • Kommunikative Stilistik zweier sozialer Welten in Mannheim-Vogelstang (= Kommunikation in der Stadt, Bd. 4). de Gruyter, Berlin 1995, ISBN 3-11-014383-6.
  • Gesprochenes Deutsch. Eine Einführung (= Grundlagen der Germanistik, Bd. 33). Schmidt, Berlin 1997 (4. neubearb. u. erw. Aufl. 2012, ISBN 3-503-12296-6).
  • Flugschrift (= Grundlagen der Medienkommunikation, Bd. 7). Niemeyer, Tübingen 1999, ISBN 3-484-37107-2.
  • (Hrsg., mit Werner Wegstein): Korpuslinguistik deutsch. Synchron, diachron, kontrastiv. Niemeyer, Tübingen 2005, ISBN 978-3-484-73064-9.
  • (mit Liisa Tiittula): Mündlichkeit in literarischen Erzählungen. Sprach- und Dialoggestaltung in modernen deutschen und finnischen Romanen und deren Übersetzungen (= Stauffenburg Linguistik, Bd. 48). Stauffenburg-Verlag, Tübingen 2009, ISBN 978-3-86057-178-1.

Festschrift

  • Martin Hartung/Arnulf Deppermann (Hrsg.): Gesprochenes und Geschriebenes im Wandel der Zeit. Festschrift für Johannes Schwitalla. Verlag für Gesprächsforschung, Mannheim 2015 (Volltext).

Einzelnachweise

  1. Schwitalla, Johannes. In: Wilfried Kürschner (Hrsg.): Linguisten-Handbuch. Bd. 2. Narr, Tübingen 1994, S. 869f., ISBN 3-8233-5000-5 (mit biografischen Daten, Publikationsliste u. Foto).
  2. Prof. Dr. Johannes Schwitalla. In: Universität Würzburg / Lehrstuhl für deutsche Sprachwissenschaft / Ehemalige Mitarbeiter (mit Lebenslauf u. Publikationsliste, abgerufen am 19. Oktober 2025).