Johannes Rehling
Johannes Rehling (* 17. August 1775 in Egeberg auf Seeland, Dänemark; † 18. Juni 1841 in Tranquebar, Indien) war ein dänischer Kolonialbeamter. Von 1835 bis 1838 war er Gouverneur von Frederiksnagore und von 1838 bis 1841 Gouverneur von Tranquebar.
Biographie
Frühes Leben und Ausbildung
Rehling wurde als Sohn des lutherischen Pfarrers Andreas Johan Rehling († 1790) und Susanne Franck Beckmann († 1789) geboren. Sein Vater wurde später Propst der Kapelle im Schloss Frederiksborg und Pfarrer von Hillerød. Rehling absolvierte 1793 die Lateinschule in Frederiksborg. 1803 erwarb er einen juristischen Abschluss an der Universität Kopenhagen.[1]
Karriere
Bereits kurze Zeit später trat Rehling in den Dienst der Dänischen Ostindien-Kompanie. Am 7. November 1804 wurde er zum Bailiff (dänisch: Byfoged) und Polizeichef von Tranquebar, dem an der Koromandelküste gelegenen Hauptort der Kompanie, ernannt. Am 5. Mai 1805 reiste er an Bord der Kronprins Frederik von Kopenhagen aus ab. Das Schiff erreichte zunächst Frederiksnagore am 10. Dezember. Am 3. Januar 1805 setzte er seine Reise nach Tranquebar an Bord der Twee Gisberts fort, wo er zwei Tage später eintraf. Während der kurzzeitigen britischen Besetzung Tranquebars von 1808 bis 1815 blieb Rehling in seinem Amt und bezog sein Gehalt als Beamter mit vergleichbarem Rang in der britischen Verwaltung.[1]
Am 22. November 1816 wurde er zum dritten Mitglied des örtlichen Regierungsrats, Richter und Oberauktionator ernannt. Am 1. Mai 1822 wurde ihm der Titel eines Justizrats (Justitsråd) verliehen. Am 31. Juli 1824 wurde er zum zweiten Mitglied des Regierungsrats befördert. 1833 verbrachten er und seine Familie aufgrund gesundheitlicher Probleme etwa ein Jahr in Dänemark. Rehling wurde am 22. Februar 1834 zum Gouverneur von Frederiksnagore ernannt und am 15. Juli desselben Jahres wurde ihm der Rang eines Oberst verliehen. Die Familie kehrte dann Mitte 1834 an Bord der Den danske Eg nach Indien zurück. Am 1. August traf er in Frederiksnagore ein. Der Amtsantritt als Gouverneur erfolgte ab dem 1. November. Am 13. September 1837 wurde er mit Wirkung vom 1. Mai des folgenden Jahres zum Gouverneur von Tranquebar ernannt.[1]
Privatleben
Am 4. April 1805 heiratete Rehling Augusta Frederika Erhardt († 8. Dezember 1809). Sie war die Tochter des Beamten Frants Engelbrecht Ehrhardt und Sophie Elisabeth Borchhorst. Aus der Ehe gingen mehrere Kinder hervor, darunter August Johan Adolph Rehling (1806–1860). Dieser heiratete später Charlotte Nosky Jansen.[1]
Am 9. Mai 1810 heiratete Rehling Mette Maria Stricker. Sie war die Tochter von Herman Dominicus Didriksen Beckman und Maren Hansdatter Haagen. Ihr Vater war Kommandant der Festung Fansborg. Johannes und Mette Marie Rehling hatten neun Kinder. 1829 wurden drei ihrer Söhne nach Kopenhagen geschickt, wo sie von Major Beckmann erzogen wurden.
Rehling starb am 18. Juni 1841 in Tranquebar. Seine Witwe und vier ihrer Kinder kehrten nach Dänemark zurück. Drei Söhne blieben in Indien. Die Söhne Herman (1814–1872) und Ditleff (1821–1873) wurden Indigo-Pflanzer in Bengalen. Sohn Johan Andreas Rehling (1819–1867) ließ sich als Händler und Reeder in Batavia nieder. Mette Marie Rehling ließ sich nach ihrer Rückkehr nach Dänemark in Helsingør nieder. Sohn Otto Rehling (1812–1892) wurde Ratsherr und Leiter der Sparkasse von Helsingør und Omegn (1862–1892). Sohn Gerhardt Rehling (1815–1895) wurde Gerichtsvollzieher (dänisch: Herredsfoged) von Hads Herred.
1823 erwarb Rehling auf einer Auktion ein Haus in der Kongensgade. Das Gebäude beherbergt heute eine Mädchenschule. Einige Briefe der Familie Rehling aus Indien wurden veröffentlicht.
Literatur
- Helsingør Kommunes Museer og Helsingør Museumsforening (Hrsg.): Helsingør Kommunes Museer Årbog 2016. Artikel von Af Maria Rehling Refer: At blive modtaget i Helsingør efter et liv i Tranquebar - Familien Rehlings breve fra perioden 1846-1855. Nofoprint A/S, Helsingør. 2017. ISSN 0108-0393. S. 21ff. PDF (dänisch). Abgerufen am 18. November 2025.