Johann Nevole
Johann Nevole (* 10. März 1878 in Wien; † 12. Januar 1951) war ein österreichischer Pädagoge und Botaniker.
Leben
Ausbildung
Nevole studierte zwischen 1900 und 1905 an der Universität Wien und hörte dabei unter anderem botanische Vorlesungen bei Richard Wettstein.[1]
Berufliche Karriere
Seinen Einstieg ins Berufsleben fand er als Lehrer an der Realschule des Wiener Gemeindebezirks Mariahilf. Von dort wurde er 1908 an die Realschule in Knittelfeld in der Steiermark versetzt[2] und schließlich zog er 1919 in die damals gerade neu gegründete Tschechoslowakei, um am Deutschen Reform-Realgymnasium in Brünn zu unterrichten.[1]
Nebenberuflich ging Nevole seiner Leidenschaft für botanische Forschung nach, wobei er sich vor allem auf das Gebiet der Steiermark konzentrierte, in der er selbst elf Jahre lebte. Er verfasste ab 1905 zahlreiche vegetationsgeographische Monographien und Fachaufsätze und galt als Spezialist für die Serpentin-Endemiten bei Kraubath an der Mur.[3] Dass seine Studien Anerkennung in der Fachwelt genossen, zeigt sich unter anderem daran, dass die in Wien ansässige Zoologisch-Botanische Gesellschaft ihn als Autor für drei Abhandlungen der Reihe Vorarbeiten zu einer pflanzengeographischen Karte Österreichs auswählte.
Ehrung
Im Jahr 1912 benannte August von Hayek eine neu entdeckte Hybride der Kratzdisteln (Cirsium) zu Ehren von Johann Nevole als Cirsium × nevoleanum (Cirsium carniolicum × Cirsium spinosissimum).[4] Die Typlokalität für diese Hybride ist nahe des Berges Triglav im heutigen Slowenien auf einer Höhe von 1700 Metern; sie kommt aber – wenngleich selten – auch in anderen Regionen der Ostalpen vor.
Publikationen (Auswahl)
- Nevole: Die Verbreitung der Zirbe in der österreichisch-ungarischen Monarchie. Verlag Frick, 1914, 89 Seiten.
- Nevole: Die Vegetationsverhältnisse des Ötscher- und Dürrensteingebietes in Niederösterreich. In der Reihe: „Vorarbeiten zu einer pflanzengeographischen Karte Österreichs“, Band 2 (= Abhandlungen der kaiserlich-königlichen Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Wien. Band 3, Heft 1). Verlag der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft, 1905, 45 Seiten.
- Nevole: Das Hochschwabgebiet in Oststeiermark. In: der Reihe: „Vorarbeiten zu einer pflanzengeographischen Karte Österreichs“, Band 5 (= Abhandlungen der kaiserlich-königlichen Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Wien. Band 4, Heft 4). Verlag der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft, 1908, 42 Seiten.
- Nevole: Die Vegetationsverhältnisse der Eisenerzer Alpen. In der Reihe: „Vorarbeiten zu einer pflanzengeographischen Karte Österreichs“, Band 8 (= Abhandlungen der kaiserlich-königlichen Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Wien. Band 7, Heft 2). Verlag der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft, 1913, 35 Seiten.
- Nevole: Die Wald- und Steppenflora am Ostrande des Wiener Beckens. I: Die Hainburger Berge in Niederösterreich. Selbstverlag, 1934, 48 Seiten.
Fachaufsätze
- Nevole: Die Vegetationsverhältnisse von Weichselboden, der Kräuterin und des Ebenstein in Obersteiermark. In: Verhandlungen der kaiserlich-königlichen Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Wien. Band 55, 1905, Seiten 260–262.
- Nevole: Beiträge zur Ermittelung der Baumgrenze in den östlichen Alpen. In: Mitteilungen des naturwissenschaftlichen Vereins für Steiermark. Band 43, Heft 1, 1906, Seiten 200–215.
- Nevole: Über einige interessante Pflanzen aus Steiermark und ein Herbar aus dem 17. Jahrhundert. In: Verhandlungen der kaiserlich-königlichen Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Wien. Band 58, 1908, Seiten 96–99.
- Nevole: Verbreitungsgrenzen einiger Pflanzen in den Ostalpen. I: Ostnorische Kalkalpen. In: Mitteilungen des naturwissenschaftlichen Vereins für Steiermark. Band 45, 1909, Seiten 220–230.
- Nevole: Studien über die Verbreitung von sechs südeuropäischen Pflanzenarten. In: Mitteilungen des naturwissenschaftlichen Vereins für Steiermark. Band 46, 1910, Seiten 3–25.
- Nevole: Verbreitungsgrenzen einiger Pflanzen in den Ostalpen. II: Ostnorische Zentralalpen. In: Mitteilungen des naturwissenschaftlichen Vereins für Steiermark. Band 47, 1911, Seiten 89–100.
- Nevole: Ein Beitrag zur Verbreitung der Zirbe in Steiermark. In: Österreichische Botanische Zeitschrift. Band 61, Heft 10, 1911, Seiten 427–429.
- Nevole: Ein Eibenbestand in Steiermark. In: Österreichische Botanische Zeitschrift. Band 75, 1926, Seiten 166–167.
- Nevole: Flora der Serpentinberge in Steiermark (Österreich). In: Acta Soc . Sci . nat . Moraviae. Band 3, Heft 4, 1926, Seiten 59–82.
- Nevole: Beitrag zur Flora des Hochschwabes in Steiermark. In: Mitteilungen des naturwissenschaftlichen Vereins für Steiermark. Band 73, 1937, Seiten 141–144.
- Nevole: Die Wald- und Steppenflora am Ostrande des Wiener Beckens. II: Das Leithagebirge. In: Verhandlungen des naturforschenden Vereines in Brünn. Band 70, 1939, Seiten 13–51.
- Nevole: Beitrag zur Kenntnis der pflanzengeographischen Verhältnisse des Weinviertels in Niederdonau. In: Verhandlungen des naturforschenden Vereines in Brünn. Band 73, 1941, Seiten 152–176.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b Erwin Janchen: Richard Wettstein – Sein Leben und Wirken. Verlag von Julius Springer, 1933, Seite 189.
- ↑ Zeitschrift für die österreichischen Gymnasien. Band 59, 1908, Seite 1046.
- ↑ Ludwig Lämmermayr: Materialien zur Systematik und Ökologie der Serpentinflora. I: Neue Beiträge zur Kenntnis der Flora steirischer Serpentine. In: Sitzungsberichte der Akademie der Wissenschaften in Wien, mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse. Band 135, 1926, Seiten 369–407.
- ↑ „Sprechabend am 27. Dezember 1912“. In: Verhandlungen der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Wien. Band 63, Heft 5/6, 15. Juli 1913, Seite (72).