Johann Kämpf
Johann Christoph Kämpf oder Kaempf (auch Johannes Kämpf oder Kaempf; * 14. Mai 1726 in Zweibrücken; † 29. Oktober 1787 in Hanau) war ein deutscher Mediziner.
Leben
Kämpf war Sohn des Leibarztes und Hofpredigers Johann Philipp Kämpf (1688–1753). Er absolvierte sein Studium der Medizin an der Universität Straßburg und an der Universität Basel. 1753 wurde er mit der Dissertation De infarctu vasorum ventriculi in Basel zum Doktor der Medizin promoviert. Er wurde Hofmedicus in Hessen-Homburg in Homburg vor der Höhe. Dort stieg er zum Leibarzt auf und wurde Hofrat.
Kämpf wechselte 1770 nach Diez. Dort wurde Oranien-Nassauischer Hofrat und Physikus von Nassau-Diez. Daneben war er Badearzt in Ems. In Diez war er außerdem Meister vom Stuhl der Freimaurerloge "Wilhelm zur aufgehenden Sonne". 1778 nahm er einen Ruf als Hessen-Hanauischer Leibarzt des Erbprinzen Wilhelm von Hessen-Kassel an. Als solcher wurde er zum Oberhofrat ernannt.
Kämpf kehrte 1787 nach Homburg vor der Höhe zurück, wo er Geheimrat wurde. Kurze Zeit darauf starb er unerwartet auf einer Reise in Hanau. Er erlangte unter anderem für sein mehrfach aufgelegtes und später ins Deutsche übersetzte Lehrbuch Enchiridium medicum Bekanntheit.
Sein Neffe Franz Wilhelm Jung wuchs bei ihm auf.
Werke (Auswahl)
- De infarctu vasorum ventriculi, Basel 1753.
- Kurze Abhandlung von den Temperamenten, Frankfurt und Schafhausen 1760.
- Practischer Unterricht wie dem Wasser-Abscheu oder der tollen Hunds-Wuth vorzubeugen, und Einhalt zu thun sey, und wie denen davon beschädigten Menschen, sowohl als Thieren, auf eine zuverläßige Art geholfen werden möge, bey Gelegenheit des bey gegenwärtiger Zeit sich stark geäusserten Unglücks, Keßler, Frankfurt 1766.
- Enchiridium medicum, Grab, Frankfurt und Leipzig 1778.
- Für Aerzte und Kranken bestimmte Abhandlung von einer neuen Methode, die hartnäckigsten Krankheiten, die ihren Sitz im Unterleibe haben, besonders die Hypochondrie, sicher und gründlich zu heilen, Weidmann, Leipzig 1786.
Literatur
- Friedrich Wilhelm Strieder: Kämpf (Johannes). In: Grundlage zu einer Hessischen Gelehrten- und Schriftsteller-Geschichte, seit der Reformation bis auf gegenwärtige Zeiten. Band 6, Cramer, Kassel 1786, S. 440–444 (online).
- Clemens Alois Baader: Kämpf (Johann). In: Lexikon verstorbener baierischer Schriftsteller des achtzehenten und neunzehenten Jahrhunderts. Band: A–L. Jenisch und Stage, Augsburg [u. a.] 1824, S. 270 f. (online).
- Friedrich Voigts: Allgemeines Handbuch der Freimaurerei. 2. völlig umgearbeitete Auflage, 2. Band, Brockhaus, Leipzig 1865, S. 96.
- August Hirsch: Kämpf, Johann. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 15, Duncker & Humblot, Leipzig 1882, S. 60.
- Otto Renkhoff: Nassauische Biographie. Kurzbiographien aus 13 Jahrhunderten. 2. Auflage. Wiesbaden 1992. ISBN 3-922244-90-4, S. 373, Nr. 2073.
Weblinks
- Werke von und über Johann Kämpf in der Deutschen Digitalen Bibliothek
- Kaempf, Johann. Hessische Biografie. (Stand: 14. Mai 2025). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).