Johann Jung (Theologe)
Johann Caspar Jung (auch Johannes Jung; * 17. März 1727 in Bingen; † 10. September 1793 in Mainz) war ein deutscher römisch-katholischer Theologe, Geistlicher und Hochschullehrer.
Leben
Jung, Sohn eines Küfers, studierte an der Universität Mainz. Er erhielt am 19. September 1744 den Bakkalaureusgrad der Philosophie und am 21. September 1745 den Magistergrad der Philosophie. Im September 1746 trat er in den Jesuitenorden ein. Anschließend war er als Lehrer am Jesuitengymnasium Mannheim tätig, bevor er von 1750 bis 1755 als Professor für Grammatik, Humaniora und Rhetorik an der Universität Bamberg lehrte. Im November 1755 immatrikulierte er sich zum Studium der Theologie an der Universität Würzburg. Nach Abschluss des Theologiestudiums legte er am 2. Februar 1762 die Profess ab und empfing die Priesterweihe.
Jung war zunächst als Lehrer der Philosophie am Jesuitengymnasium Aschaffenburg eingesetzt, bevor er 1763 Professor für Logik, Metaphysik, Physik und Ethik an der Artistenfakultät der Mainzer Universität wurde. 1764 wurde er auch Dekan der Artistenfakultät. 1765 wechselte er an die Universität Heidelberg, an der er eine Stelle als Professor der Logik und Physik an der Philosophischen Fakultät erhielt. Nachdem die Ordensleitung Jung aus Heidelberg abziehen wollte, setzte sich Johann Georg von Stengel mit Erfolg am Mannheimer Hof für dessen Verbleib in Heidelberg ein. Jung kam als Professor der Moraltheologie an die Theologische Fakultät. Diesen Lehrstuhl hatte er bis 1780 inne. Von 1774 bis 1783 hatte er außerdem den Lehrstuhl für Kirchengeschichte inne. Er war 1768 Rektor der Universität Heidelberg und in den Jahren 1770, 1773, 1766 und 1781 Dekan der Theologischen Fakultät. Auch nach der Aufhebung des Jesuitenordens behielt er seine Ämter. In Heidelberg war er zugleich Leiter des Seminars vom hl. Borromäus. Außerdem wurde er 1772 zum Doktor der Theologie promoviert und 1782 in die Kurpfälzische Akademie der Wissenschaften aufgenommen.
Jung wechselte 1783 an die Universität Mainz, an der er eine Professur für Kirchengeschichte erhielt. Zugleich wurde er Kanoniker am Kollegiatstift St. Stephan in Mainz und 1784 zudem wirklicher kurfürstlicher Geistlicher Rat. Von 1787 bis 1793 stand er der Theologischen Fakultät als Dekan vor.
Jung konstruierte eine Schwimmweste, mit der er 1765 in Mainz Schüler den Rhein überqueren ließ.
Werke (Auswahl)
- De structura exteriore globi terraquei, et quomodo corpora marina, aliaque petrificata in montes, terraeque strata pervenerint? , Heaner, Heidelberg 1767.
- Academiae Heidelbergensis Acta ad Conciliorum Constantiensis, Basiliensis et Florentini historiam, Heaner, Heidelberg 1772.
- Ausführliche Rechtfertigung der Gründe für die Erklärung der Stelle Isaiä VII. Kap. 14 auf Jesum und Mariam sammt e. Beleuchtung den Isenbiehlischen neuen Versuch's, Wiesen, Heidelberg 1778.
- Isagoge in historiam ecclesiasticam Novi Testamenti, Varrentrapp & Wenner, Frankfurt am Main 1781.
- Historia quorundam decretorum Basileensium, per concordata principium stabilitorum, occasione facti recentioris in memoriam revocata et illustrata, Wiesen, Heidelberg 1781.
- Origines historicae juris sacrorum, 2 Bände, Wiesen, Heidelberg 1782–1783.
- Facta Dispensationum Episcopalium Historica: ex tribus primis seculis collecta et vindicata, Alef, Mainz 1787.
- Betrachtungen über die Abänderungen der geistlichen Gegenstände in der Wahlcapitulation des Kaisers Leopolds des Zweiten: Mit Erörterung verschiedener in den 14. Artikel einschlägiger Fragen, Mainz 1791.
Literatur
- Karl Werner: Jung, Johann. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 14, Duncker & Humblot, Leipzig 1881, S. 695.
- Dagmar Drüll: Heidelberger Gelehrtenlexikon. 1652–1802. Springer, Berlin u. a. 1991, ISBN 3-540-53472-5, S. 80.
- Dominik Burkard: Jung, Johannes. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 17, Bautz, Herzberg 2000, ISBN 3-88309-080-8, Sp. 724–733.
Weblinks
- Werke von und über Johann Jung in der Deutschen Digitalen Bibliothek
- Johannes Jung. In: Verzeichnis der Professorinnen und Professoren der Universität Mainz