Johann Joseph Hoffmann

Johann Joseph Hoffmann (* 16. Februar 1805 in Würzburg; † 23. Januar 1878 in Den Haag) war ein deutscher Philologe sowie namhafter Kenner der chinesischen und japanischen Sprache.

Leben

Sein Eltern waren der Amtsdiener Adam Hoffmann und dessen Ehefrau Margarete Gößmann.

Hoffmann studierte in Würzburg Philologie und klassische Sprachen machte aber keinen Abschluss. Er war ein guter Zeichner und Sänger. So zog er von 1825 bis 1830 als Theatersänger durch das Land. Im Sommer 1830 kam er nach Antwerpen, wo ein am 17. Juli 1830 einen anderen Würzburger traf, den bekannten Naturforscher Philipp Franz von Siebold. Hoffmann beschloss daher am 23. Juli sich der chinesischen Sprache zu beschäftigen. Er schloss sich Siebold an und ging mit ihm und einigen Begleitern nach Rotterdam. In der Begleitung von Siebold befand sich auch Ko-Tsing-Tsang, der neben chinesisch nur malaiisch sprach und so lernte Hoffmann von ihm auch Malaiisch. In Europa beschäftigten sich nur Heinrich Julius Klaproth (1783–1835) und Jean-Pierre Abel-Rémusat (1788–1832) wissenschaftlich mit der Sprache. Mit Hilfe der wenigen europäischen Werke zum Thema und seinem chinesischen Mentor konnte er bald die chinesische Sprachen und widmete sich dann dem japanischen an der Universität Leiden. So konnte er bald im Nippon-Archiv von Siebold veröffentlichen. Daneben erstelle er einige Wörterbücher und Lehrbücher zum japanischen, in einer Zeit, wo er oft der einzige in Europa war, der sich wissenschaftlich mit dieser Sprache beschäftigte, zumal sich der Kontakt Japans mit der Außenwelt auf die kleine Insel Dejima vor Nagasaki beschränkte. Da plante Georg Thomas Staunton vom Kings College in London eine Professur für Chinesisch und fragen den Sinologen Stanislas Julien (Nachfolger von Abel-Rémusat in Paris) nach Kandidaten, dieser empfahl ihm Hoffmann. Davon hörte auch der niederländische Kolonialminister Baud (1789–1859). Am 13. Dezember 1846 erhielt Hoffmann die Stelle des Japanisch-Dolmetschers der Regierung, was ihm eine Gehalt von 1800 Gulden sicherte. 1854 kam es zur Öffnung von Japan und in der Folge wurde er am 21. März 1855 zum Professor der genannten Sprachen an der Universität Leiden ernannt. 1862 hatte er genügend Geld seine Kollegen in London und Paris zu besuchen. Er veröffentlichte weiter Lehrbücher und arbeitete mit Lindor Serrurier (1846–1901) auch japanische Schriftzeichen drucken zu lassen.

Er starb am 23. Januar 1878 im Haus seine Freundes Dr. Sicherer in Leiden.[1]

Von seinen Veröffentlichungen sind der Catalogus librorum et manuscriptorum japonicorum (Leiden 1845) und die Japanische Sprachlehre (nach der holländischen Ausgabe von 1868 ins Deutsche übertragene Ausgabe Leiden 1877; Nachtrag: Japanische Studien, 1878) hervorzuheben.

Mit dem Naturforscher Philipp Franz von Siebold verband er sich zur Herausgabe des umfangreichen Werkes Nippon. Archiv zur Beschreibung von Japan und dessen Neben und Schutzländern: Jezo mit den südlichen Kurilen, Krafto, Koorai und den Liukiu-Inseln, nach japanischen und europäischen Schriften und eigenen Beobachtungen bearbeitet. Leiden 1832–1851 (20 Sektionen).

Er war korrespondierendes Mitglied der Preußische Akademie der Wissenschaften und ordentliches Mitglied der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften.

Werke

Literatur

  • Seiroku Noma: Hoffmann, Johann Joseph. In: Alan Campbell, David S. Noble (Hrsg.): Japan. An Illustrated Encyclopedia. Kodansha, Tokio 1993, ISBN 4-06-205938-X, S. 548.
  • Franz Babinger: Johann Josef Hoffmann, Professor der ostasiatischen Sprachen, 1805 bis 1878. In: Lebensläufe aus Franken. (= Veröffentlichungen der Gesellschaft für Fränkische Geschichte. Reihe 7). Duncker & Humblot, München/Leipzig 1919, S. 197–204.
  • Reinhard Kammer: Hoffmann, Johann Joseph. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 9. Duncker & Humblot, Berlin 1972, ISBN 3-428-00190-7, S. 426–427 (deutsche-biographie.de).
  • Archiv des Historischen Vereins von Unterfranken und Aschaffenburg, 1912, Franz Babinger, Johann Joseph Hoffmann (1805-1878) Ein Würzburger Orientalist, S.217ff

Einzelnachweise

  1. Gemeint ist vermutlich der Gymnasial-Professor Carl August Xavier Gottlieb Friedrich Sicherer, Autor mehrerer Bücher