Johann Heinrich Steinhausen

Johann Heinrich Steinhausen (* 18. April 1802 in Enzen, Kreis Euskirchen; † 9. August 1877 ebenda) war ein deutscher Geistlicher, Ehrendomherr, Kanoniker und Schriftsteller.[1]

Leben

Johann Heinrich Steinhausen wurde 1802 in Enzen in Rheinpreußen als der Sohn der bemittelten Landleute Andreas Joseph Steinhausen und Anna Maria Steinhausen (geborene Schneider) geboren. Der Archäologe Josef Steinhausen war sein Urgroßneffe. Nach seinem Studium wurde Steinhausen 1825 zum Priester geweiht. Nachdem er einige Jahre als Vikar an verschiedenen Orten gewirkt hatte, wurde er 1829 Pfarrer in Lövenich, 1834 Pfarrer in Köln und in den Jahren 1840–47 häufig zu den Arbeiten des erzbischöflichen Generalvikariats herangezogen. In Anerkennung seiner Dienste ernannte ihn der Erzbischof Kardinal Johannes von Geissel zum Ehrendomherrn des Kölner Domkapitels. Während der Jahre 1847 bis 1849 zog sich Steinhausen zur Stärkung seiner angegriffenen Gesundheit in ein ländliches Asyl zurück und wurde dann als Kanonikus an das Stift zu Aachen berufen. Da indes seine körperliche Kraft gebrochen blieb, so dass er Stiftsherrndienste nicht mehr erfüllen konnte, resignierte er 1853 und lebte in der Folge in seinem Heimatsort Enzen, wo er am 9. August 1877 starb.[1][2][3]

Publikationen

Johann Heinrich Steinhausen veröffentlichte mehrere Schriften, vor allem zu kirchlichen und gesellschaftlichen Themen:

  • Geschichte von Enzen; mit besonderer Berücksichtigung der in dieser Ortschaft aufgefundenen Alterthümer (Euskirchen: Rabuske, 1863).[4]
  • Der moderne Staat und die alte Kirche. Ein Wort und Wink (Euskirchen: Rabuske, 1872).[5]
  • Wanderung auf staatlichem, religiösem, socialem und politischem Gebiete (Euskirchen: Rabuske, 1872).[6]
  • Sind die Rechte des Staates größer als die Rechte der Kirche? (Euskirchen: Rabuske, 1873).[7]
  • Über die Nothwehr des Staates gegen die katholische Kirche (Euskirchen: Rabuske, 1874).[8]
  • Der „Culturkampf“ in seinem Ursprung, Wesen und Ziel (Euskirchen: Rabuske, 1875).[9]

Bedeutung

Johann Heinrich Steinhausen war Geistlicher, Domkapitular, Kanoniker und ein aktiver Publizist. Er äußerte sich im 19. Jahrhundert zu brisanten Fragen des Verhältnisses von Staat und Kirche. Seine Schriften erschienen überwiegend in der Zeit des Kulturkampfes. Sie reflektieren die Spannungen zwischen katholischer Kirche und preußischem Staat.

Mit Werken wie Der moderne Staat und die alte Kirche (1872) und Der „Culturkampf“ in seinem Ursprung, Wesen und Ziel (1875) nahm er Stellung gegen die staatlichen Eingriffe in kirchliche Angelegenheiten und verteidigte die Unabhängigkeit der Kirche.[5][9] Durch seine Schriften, sein Ehrenamt als Ehrendomherr in Köln und seine Tätigkeit als Kanonikus in Aachen erlangte Steinhausen überregionale kirchliche Bedeutung.[3]

Einzelnachweise

  1. a b Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913.
  2. Das Königsgrab zu Enzen, abgerufen am 20. September 2025.
  3. a b Liste der Kölner Domherren – Eintrag Johann Heinrich Steinhausen, abgerufen am 20. September 2025.
  4. Diözesan- und Dombibliothek Köln: Altbestand – Geschichte von Enzen, Johann Heinrich Steinhausen, 1863.
  5. a b Diözesan- und Dombibliothek Köln: Altbestand – Der moderne Staat und die alte Kirche, Johann Heinrich Steinhausen, 1872.
  6. Diözesan- und Dombibliothek Köln: Altbestand – Wanderung auf staatlichem, religiösem, socialem und politischem Gebiete, Johann Heinrich Steinhausen, 1872.
  7. Diözesan- und Dombibliothek Köln: Altbestand – Sind die Rechte des Staates größer als die Rechte der Kirche?, Johann Heinrich Steinhausen, 1873.
  8. Diözesan- und Dombibliothek Köln: Altbestand – Über die Nothwehr des Staates gegen die katholische Kirche, Johann Heinrich Steinhausen, 1874.
  9. a b Diözesan- und Dombibliothek Köln: Altbestand – Der „Culturkampf“ in seinem Ursprung, Wesen und Ziel, Johann Heinrich Steinhausen, 1875.