Johann Heinrich Kurtz (Theologe)
Johann Heinrich Kurtz (* 13. Dezember 1809 in Montjoie; † 26. April 1890 in Marburg/Lahn) war ein deutsch-baltischer Theologe und Kirchenhistoriker.[1]
Leben und Wirken
Johann Heinrich Kurtz legte seine Reifeprüfung 1830 in Soest ab. Anschließend studierte er Evangelische Theologie, zunächst von 1830 bis 1831 an der Universität Halle/S. und bis 1833 an der Universität Bonn. 1833 legte er sein erstes theologisches Examen ab. Anschließend arbeitete er einige Zeit als Hauslehrer in Kurland, insbesondere in Mitau. Nach dem Oberlehrer-Examen in Dorpat war er von 1835 bis 1849 Religionslehrer und Lehrer für Griechisch und Hebräisch am Gymnasium in Mitau. Im Jahre 1838 absolvierte er das Predigerexamen in Dorpat. 1844 erhielt er von der Universität Königsberg das Lizenziat für Theologie und 1848 den theologischen Doktortitel der Universität Rostock, beide ehrenhalber. Im Jahre 1849 wurde er ordentlicher Professor für Kirchengeschichte und theologische Literatur an der Universität Dorpat. 1859 wechselte er auf die Professur für Altes Testament. Nach seiner Emeritierung zog er 1871 nach Marburg/L.
Kurtz veröffentlichte mehrere Werke zur Kirchengeschichte und zur Einführung in die Bibel, die in zahlreichen Auflagen erschienen. Einige waren für den Religionsunterricht an höheren Schulen bestimmt, andere für Studierende. Zum Teil wurden sie auch in andere Sprachen übersetzt.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Das mosaische Opfer. Ein Beitrag zur Symbolik des mosaischen Cultus. Lucas, Mitau 1842.
- Lehrbuch der heiligen Geschichte. Ein Wegweiser zum Verständniß des göttlichen Heilsplanes für Freunde der heiligen Schrift. Auch als Leitfaden für die Behandlung der heiligen Geschichte in höhern Lehranstalten. 2. Aufl. Gräfe & Unzer, Königsberg 1845 (16. Aufl. 1884).
- Die Einheit der Genesis. Ein Beitrag zur Kritik und Exegese der Genesis. Wohlgemuth, Berlin 1846.
- Biblische Geschichte der heiligen Schrift nacherzählt und für das Verständniß der unteren Klassen in Gymnasien und höheren Bürgerschulen erläutert. Wohlgemuth, Berlin 1847 (52./53. Aufl. Hirt, Breslau 1904).
- Bibel und Astronomie, nebst mehrern Zugaben verwandten Inhalts. Ein Beitrag zur biblischen Kosmologie für Freunde der heiligen Schrift. 2. Aufl. Wohlgemuth, Berlin 1849 (5. Aufl. 1865).
- Christliche Religionslehre nach dem Lehrbegriff der evangelischen Kirche. 6. Aufl. Neumann, Mitau 1855 (13. Aufl. Neumann, Leipzig 1883).
- Abriß der Kirchengeschichte. Ein Leitfaden für den Unterricht an höheren Lehranstalten. 3. Aufl. Neumann, Mitau 1856 (16. Aufl. Neumann, Leipzig 1906) (Volltext).
- Handbuch der allgemeinen Kirchengeschichte. Mehrere Bände. 2. Ausg. Neumann, Mitau 1856–1858
- Lehrbuch der Kirchengeschichte für Studierende. 3. Aufl. Neumann, Mitau 1857 (zuletzt: 14. Aufl. in mehreren Teilen. Neumann, Leipzig 1906).
- Der Brief an die Hebräer. Neumann, Mitau 1869.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Nathanael Bonwetsch: Kurtz, Johann Heinrich. In: Allgemeine Deutsche Biographie, Bd. 51 (1906), S. 450–453; Kurtz, Johann Heinrich. In: Wilhelm Lenz (Hrsg.): Deutschbaltisches biographisches Lexikon 1710-1960. Böhlau, Köln/Wien 1970, S. 434f., ISBN 3-412-42670-9.