Johann Georg Lang (Bildhauer)
Johann Georg Lang (auch: Georg Johann, * 27. August 1889 in Oberammergau; † 21. August 1968 in Garmisch-Partenkirchen) war ein deutscher Bildschnitzer, Bildhauer und Regisseur in Oberammergau.
Leben
Johann Georg Lang besuchte die Schnitz- und Zeichenschule in Oberammergau, bevor er an die Kunstgewerbeschule in München kam, wo er bei Heinrich Waderé, Anton Pruska und Richard Berndl studierte. Bereits 1914 wurde er im Ersten Weltkrieg am linken Arm schwer verwundet. Schon in der Rekonvaleszenz konnte er 1915 sein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Balthasar Schmitt fortsetzen. Er arbeitete dann als freischaffender Bildhauer in Oberammergau.
Zwischen 1922 und 1960 leitete er fünfmal die Oberammergauer Passionsspiele. 1929 setzt Johann Georg Lang auf eine völlige Neuinszenierung der Passionsspiele für das Jahr 1930 und konnte die Gemeinde überzeugen, dass er dafür auch eine neue Bühne benötigt. Die Bühne des Passionsspielhauses wurde nach den Plänen von Johann Georg Lang und seinem Bruder, dem Regierungsbaumeister Raimund Lang, neu gebaut. Die Zuschauerhalle wurde auf 5.200 Plätze erweitert.[1] Die Bemühungen von Spielleiter Johann Georg Lang für einen neuen Text im Spieljahr 1960 scheiterten. Er wiederholt daher die Inszenierung von 1930.
1963 wurde Johann Georg Lang zum Ehrenbürger der Gemeinde ernannt.
Johann Georg Lang starb 1968 im Alter von 78 Jahren in Garmisch-Partenkirchen.
Grabstätte
Die Grabstätte von Johann Georg Lang befindet sich auf dem Kofelfriedhof in Oberammergau.
Familie
Johann Georg Lang stammte aus einer Oberammergauer Bildschnitzerfamilie. Seine Eltern waren Sebastian Lang, Schnitzer und Mesner in Oberammergau und dessen Frau Amalia Lang.[2] Der Architekt und Politiker Raimund Lang war sein Bruder, der Architekt und langjährige Karikaturist der Süddeutschen Zeitung Ernst Maria Lang sein Sohn.
Werke
Lang blieb der gegenständlichen Kunst verpflichtet. Er schuf zahlreiche Plastiken im öffentlichen und kirchlichen Raum, darunter die Kriegerdenkmale in Ober- und Unterammergau oder den Kruzifixus in der von seinem Sohn erbauten Kirche St. Andreas in München und daneben Bauplastik. Das Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler führt folgende Werke auf:[3]
- Grabmal Hittera in Bremen, 1920
- Kriegerdenkmal in Unterammergau, 1920
- Kriegerdenkmal Wingolfia in Leipzig, 1921
- Kruzifix mit Maria St. Wolfgang, 1921/23
- Mutter Gottes und Herz Jesu (große Holzfigur) für Nymwegen, 1923
- Lehrender Christus, für Denver, 1923
- Kriegerdenkmal in Oberammergau, 1924[4]
- Kriegerdenkmal für die Kirche in Neunkirchen am Sand, 1925
- Kruzifix für das Landesgewerbemuseum Nürnberg, 1925
Bildergalerie
Eine Auswahl von Werken von Johann Georg Lang:
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Kriegerdenkmal in Unterammergau, 1920
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Kriegerdenkmal in Oberammergau, 1924
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Christus-Kreuz in der Andreaskirche in München, 1953
Literatur
- Z.: Lang, Johann Georg. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 22: Krügner–Leitch. E. A. Seemann, Leipzig 1928, S. 319 (biblos.pk.edu.pl).
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Chronik der Passionsspiele. In: passionsspiele-oberammergau.de. 27. November 2025.
- ↑ Amalia Gerold Lang. In: findagrave.com. Abgerufen am 26. November 2025.
- ↑ Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler. von der Antike bis zur Gegenwart. Bd. 22, Krügner - Leitch, S. 319.
- ↑ Katharina Brumbauer: Vom Heldensymbol zum Mahnmal: 100 Jahre Kriegerdenkmal Oberammergau. In: merkur.de.