Johann Georg Christian Lehmann

Johann Georg Christian Lehmann (* 25. Februar 1792 in Haselau; † 12. Februar 1860 in Hamburg) war ein holsteinischer, deutscher Botaniker. Sein botanisches Autorenkürzel lautet „Lehm.

Leben und Wirken

Johann Georg Christian Lehmann war der Sohn des Pastors Johann Gottlieb Lehmann († 1807) und dessen Frau Maria Elisabeth, geborene Zornickel[1]. Der deutsch-dänische Naturforscher Martin Christian Gottlieb Lehmann[2] war sein Bruder.

Lehmann studierte Medizin in Kopenhagen und Göttingen und erwarb 1813 einen Doktorgrad in Medizin sowie 1814 einen Doktorgrad in Philosophie an der Universität Jena. Er wurde im Februar 1818 zum Professor für Physik und Naturgeschichte am Akademischen Gymnasium Hamburg gewählt. Im September desselben Jahres wurde er erster Bibliothekar an der Stadtbibliothek und Nachfolger von Christoph Daniel Ebeling. 1821 gründete er den Botanischen Garten in Hamburg, dessen Direktor er wurde.

In den Zeitraum von 1828 bis 1834 trugen Lehmann und John Richmond Booth als Inhaber der Handelsgärtnerei und Baumschule James Booth & Söhne den „Rosenstreit“ aus. Christian Gottfried Daniel Nees von Esenbeck ergriff in seiner Veröffentlichung Der Rosenstreit in der Zeitschrift Flora oder [allgemeine] botanische Zeitung Partei für Lehmann.[3] Booth Bruder Georg veröffentlichte seine Sicht der Gegebenheiten in Sieg des Rosen-Cultivars Rosa ‘Königin von Dänemark’ durch Enthüllung der Anschläge des Professors J. G. C. Lehmann. In diesem Streit ging es um Lehmanns Feststellung, dass eine Rose mit Namen „la belle courtisanne“ in einigen Katalogen von Handelsgärtnern als „Königin von Dänemark“ bezeichnet würde. Booth hingegen war der Ansicht, dass es sich um eine von ihm gezogene und benannte Rose handele. Der Streit wurde mit einer veröffentlichten Erklärung Lehmanns im März 1834 beendet, in der er ausführte, dass seine Äußerung ein Irrtum gewesen sei.

Lehmann war seit 1824 mit Dorothea Baltzer.[4] (* 1801) verheiratet Aus dieser Ehe stammt u. a. Johannes Christian Eugen Lehmann, Senator und zeitweilig Erster Bürgermeister in Hamburg.

Lehmann besaß ein umfangreiches Herbarium. Nach seinem Tode wurde es von dem Botaniker Friedrich Wilhelm Klatt zum Verkauf angeboten.[5]

Im Bereich „Althamburgischen Gedächtnisfriedhofs“ des Friedhofs Ohlsdorf befindet sich ein Sammelgrabmal („Professoren am Gymnasium Academicum“) zu Ehren von Lehmann und anderen.

Ehrungen

Am 26. August 1818 wurde Lehmann Mitglied der Kaiserl. Gesellschaft der Naturforscher (Leopoldina), 1843 wurde er als „Helianthus III.“ zum Adjunkt der Gesellschaft gewählt.[6] 1822 wurde er als korrespondierendes Mitglied in die Russische Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg aufgenommen.[7] Lehmann war Mitglied zahlreicher Gesellschaften, u. a. der Gesellschaft Naturforschender Freunde zu Berlin, der Naturforschenden Gesellschaft zu Halle[8], der Societät für die gesammte Mineralogie zu Jena, u. v. a.

1838[9] wurde Lehmann der Rote Adlerorden III. Klasse vom König von Preußen verliehen.[10]

Nach Lehmann ist die Pflanzengattung Lehmannia Spreng. aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) benannt.[11]

Schriften (Auswahl)

Literatur

  • Nees v. Esenbeck: Personal–Notiz, in: August Emanuel Fürnrohr (Hrsg.): Flora oder [allgemeine] botanische Zeitung, Neue Reihe VII Jg., 2. Bd., XXXII. Jg., 2. Bd., Regensburg 1849, S. 522–525. (Schilderung der Auseinandersetzung mit Lucas Andreas Staudinger.)
  • Nees v. Esenbeck: Der Rosenstreit. In: Flora oder [allgemeine] botanische Zeitung, 17. Jg., 2. Bd., Nr. 25 vom 7. Juli 1834, S. 385–396 und Nr. 26 vom 14. Juli 1834, S. 401–410
  • Eduard Otto: Johann Georg Christian Lehmann. In: Hamburger Garten- und Blumenzeitung, 16. Jg. 1860, Robert Kittler, Hamburg 1860, S. 230ff., (Nekrolog, enthält eine Aufzählung von Veröffentlichungen)
  • Eduard Otto: Feuilleton. In: Hamburger Garten- und Blumenzeitung, 16. Jg. 1860, Robert Kittler, Hamburg 1860, S. 188, (Bericht über Lehmanns umfangreiches Herbarium)
  • 2206. Lehmann (Joh. Georg Christian). In: Hans Schröder: Lexikon der hamburgischen Schriftsteller bis zur Gegenwart. Bd. 4, Perthes-Besser und Mauke, Hamburg 1866, S. 399ff., Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3DkFa5AAAAIAAJ~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3DPA399~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D
  • Herbert Weidner: Geschichte der Entomologie in Hamburg. In: Abhandlungen und Verhandlungen des Naturwissenschaftlichen Vereins in Hamburg. Band IX. De Gruyter & Co, 1967, ISBN 3-11-140932-5, S. 97 ff. (387 S.).
  • Ernst Wunschmann: Lehmann, Johann Georg Christian. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 18, Duncker & Humblot, Leipzig 1883, S. 143–145.
  • Robert Zander: Zander Handwörterbuch der Pflanzennamen. Hrsg. von Fritz Encke, Günther Buchheim, Siegmund Seybold. 13., neubearbeitete und erweiterte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart 1984, ISBN 3-8001-5042-5.

Anmerkungen

  1. (3. September 1755 – 28. Januar 1831)
  2. (16. März 1775 – 4. Oktober 1856) in Eduard Alberti: Lexikon der Schleswig-Holstein-Lauenburgischen und Eutinischen Schriftsteller von 1829 bis Mitte 1866, 1. Abt. A-L, 1867, S. 507 (1171)
  3. Zitat: „ … ich bin in einem Stück … unbedingt gegen die Hrn. Booth, …“ (S. 386)
  4. abweichende Schreibweise: Balzer
  5. Anzeiger. In: Bonplandia: Zeitschr. für d. gesammte Botanik, VIII. Jg., Carl Rümpler, Hannover 1860, S. 143
  6. Eduard Otto: Johann Georg Christian Lehmann. In: Hamburger Garten- und Blumenzeitung
  7. Ausländische Mitglieder der Russischen Akademie der Wissenschaften seit 1724. Johann Georg Christian Lehmann. Russische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 30. September 2015 (englisch).
  8. anderer Name: Hallische Naturforschende Gesellschaft; die Gesellschaft existierte von 1779 bis 1935
  9. abweichend 1833: Hans Schröder: Lexikon der hamburgischen Schriftsteller
  10. Eduard Otto: Johann Georg Christian Lehmann., S. 232
  11. Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen. Erweiterte Edition. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018. [1]
  12. Flora oder Botanische Zeitung. Band 27, 1844, S. 734 (online) – Anzeige des Verlegers Meissner mit Hinweis auf die Namen der Mitarbeiter des ersten Bandes.
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