Johann Ernst (Sachsen-Saalfeld)

Johann Ernst von Sachsen-Saalfeld (* 22. August 1658 in Gotha; † 17. Dezember 1729 in Saalfeld) war von 1680 bis 1729 Herzog von Sachsen-Saalfeld und Begründer des Hauses Sachsen-(Coburg-)Saalfeld.

Leben

Johann Ernst war der jüngste Sohn des Herzogs Ernst I. von Sachsen-Gotha (1601–1675) und dessen Frau Elisabeth Sophia (1619–1680), Tochter des Herzogs Johann Philipp von Sachsen-Altenburg. Als jüngster Sohn war es ihm nicht möglich, auf eine Kavaliersreise geschickt zu werden. Von seinem Vater, dem die Primogenitur zuwider war, wurde er, wie alle seine Brüder, als künftiger Regent erzogen. Im Jahr 1677 nahm er an einem Feldzug gegen Frankreich in den Niederlanden teil.

Johann Ernst regierte nach dem Tod des Vaters 1675, wie in dessen Testament festgelegt, das Land Sachsen-Gotha-Altenburg gemeinsam mit seinen sechs älteren Brüdern. Diese verließen 1676 das Schloss Friedenstein in Gotha, wo sie gemeinsam den Haushalt geführt hatten, in diejenigen Orte, aus denen sie ihre Einkünfte bezogen. Nur Johann Ernst blieb bei seinem ältesten Bruder Friedrich in Gotha zurück, der für ihn die Vormundschaft innehatte.

Im Jahr 1680 kam es zur Landesteilung unter den Brüdern. Johann Ernst erhielt Stadt und Amt Saalfeld, die Städte Gräfenthal, Probstzella und Lehesten, später noch Pößneck, außerdem stand ihm eine von Friedrich zu zahlende jährliche Rente zu. Er residierte in Saalfeld als Herzog von Sachsen-Saalfeld, wo er das von seinem zuvor dort residierenden Bruder Albrecht anstelle eines Benediktinerklosters begonnene neue Schloss Saalfeld vollenden ließ, das er 1691 bezog.

Als jüngster Sohn hatte er den kleinsten Anteil an Land und Leuten erhalten. Da er und sein Bruder Ernst sich bei dieser Teilung erheblich benachteiligt sahen (die Einkünfte des ältesten Bruders Friedrich überstiegen die von Johann Ernst um das Siebenfache), legten beide Protest ein. Der Bruderzwist hielt über Jahre an und steigerte sich noch, als die Brüder Albrecht von Sachsen-Coburg, Heinrich von Sachsen-Römhild und Christian von Sachsen-Eisenberg ohne Söhne und Erben starben. Der „Coburg-Eisenberg-Römhilder Erbstreit“ konnte endgültig erst 1735, sechs Jahre nach dem Tode von Johann Ernst, nach mehrfachem Schlichten und Einschreiten durch den Kaiser und den Reichshofrat beendet werden. Johann Ernst hatte sich vor allem gegen seinen älteren Bruder Bernhard durchzusetzen, der ebenfalls Anspruch auf Sachsen-Coburg erhob.

Der Herzog galt als weit weniger verschwenderisch als seine Brüder; er förderte den Bergbau und gründete eine Münzstätte.

Im Jahr 1719 bot ihm August der Starke an, während seiner und der Abwesenheit seines Sohnes Administrator von Kursachsen zu werden, was er allerdings ablehnte. Johann Ernst starb als Senior des ernestinischen Hauses.

Ehe und Nachkommen

Johann Ernst war zweimal verheiratet. Seine erste Ehe wurde am 18. Februar 1680 in Merseburg mit Sophie Hedwig (1660–1686), Tochter des Herzogs Christian I. von Sachsen-Merseburg, geschlossen. Zwei der fünf[1] gemeinsamen Kinder erreichten das Erwachsenenalter.

  1. Christiane Sophie (1681–1697), Prinzessin von Sachsen-Saalfeld
  2. totgeborene Tochter (1682)
  3. Christian Ernst (1683–1745), Herzog von Sachsen-Saalfeld, ab 1735 von Sachsen-Coburg-Saalfeld, ⚭ 1724 Christiane Friederike von Koß (1686–1743), Tochter des reußischen Oberforstmeisters[2] und saalfeldischen Kammerjunkers[3] Günther Christoph von Koß[4] (1653–1710[5]) auf Kitzerstein und der Anna Elisabeth, Tochter des Wolff Christoph von Breitenbauch (1631–1672), auf Burg Rahnis, Brandenstein, Gröst und Betzkendorf, kursächsischen Kammerjunkers, und der Maria Magdalena, geb. Pflugk aus dem Hause Strehla.[6]
  4. Charlotte Wilhelmine (1685–1767), Prinzessin von Sachsen-Saalfeld, ⚭ 1705 Philipp Reinhard (1664–1712), Graf von Hanau-Münzenberg
  5. totgeborener Sohn (1686)

In zweiter Ehe heiratete er am 2. Dezember 1690 in Maastricht Charlotte Johanna (1664–1699), Tochter des Grafen Josias von Waldeck-Wildungen. Mit ihr hatte er folgende Kinder

  • Wilhelm Friedrich (1691–1720)
  • Karl Ernst (1692–1720)
  • Sophie Wilhelmine (1693–1727)
⚭ 1720 Fürst Friedrich Anton von Schwarzburg-Rudolstadt (1692–1744)
  • Henriette Albertine (1694–1695)
  • Luise Emilie (1695–1713)
  • Franz Josias (1697–1764), Herzog von Sachsen-Coburg-Saalfeld
⚭ 1723 Anna Sophie von Schwarzburg-Rudolstadt (1700–1780)
  • Henriette Albertine (1698–1728)

Literatur

Einzelnachweise

  1. David Voit: Das Herzogthum Sachsen-Meiningen, historisch, statistisch, geographisch und topographisch dargestellt für Schule und Haus. Gotha 1844, S. 99 (Digitalisat, google.de/books)
  2. Hans Patze: Geschichte Thüringens: Politische Geschichte in der Neuzeit, 1982, S. 536.
  3. Roswitha Jacobsen: Residenzkultur in Thüringen vom 16. bis zum 19. Jahrhundert, 1999, S. 67.
  4. Neue Landeskunde des Herzogtums Sachsen-Meiningen, 1903, S. 472. Bei Carl Eduard Vehse übrigens Stallmeisterstochter genannt: Geschichte der deutschen Höfe seit der Reformation, Abteilung 5, Geschichte der Höfe des Hauses Sachsen, Teil 1, 1854, S. 75. In der Trauerrede von Elias Fischer folgendermaßen tituliert: Einfältige Trauer-Rede, Als Des Hoch-Wolgebohrnen Herrn, Herrn Günther Christoph v. Koß, auf Kitzerstein, Hoch-Fürstl. Sächs. Hochbestalten Ober-Forst-Meisters und Cammer-Junckers zu Saalfeld, entseelter Cörper In die Kirche zu Schwartza, d. 12. Ianuarii Anno 1710. ... beygesetzt wurde, gehalten von Elia Fischern, Pfarrern daselbst.
  5. Johann Christoph Cellarius: Bey dem Grabe, Des Wohl-gebohrnen Herrn, Herrn Günther Christoph von Koß, auff Kitzerstein ... Meines hohen Patrons, Entwurff dieses zu Bezeugung schuldigsten Beyleidenns, Aus Devotion gegen dessen hinterlassene Hoch-Adeliche Familie In Eyl den 10. Jan. 1711. Gedruckte Trauerrede, Saalfeld 1711, Wer, wie Nathanael das leben richtet ein, Der muß wie dieser ist in steten Seegen seyn. Dieses wolte, als Der Wohl-gebohrne Herr, Herr Günther Christoph von Kosz uff Kitzerstein, Hoch-Fürstl. Sächß. treu-gewesener Ober-Forstmeister und Cammer-Juncker allhier, Den 6ten Januarii 1710. nach einer kurtzen Kranckheit in seinen Jesu seelig verstorben ... Aus beständiger Ergebenheit so wohl gegen den seelig Verstorbenen als zum Trost der Hinterbliebenen ... Frau Gemahlin Und drey Fräulein Töchter bewehren, Bartholomævs Schneider, Regierungs-Advocat.
  6. Valentin König: Genealogische Adels-Historie Oder Geschlechts-Beschreibung Derer Im Chur-Sächsischen und angräntzenden Landen zum Theil ehemahls, allermeist aber noch ietzo in guten Flor stehenden ältesten und ansehnlichsten adelichen Geschlechter, Band 2, 1729, S. 187. Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln: Die deutschen Staaten, 1998, Tafel Sachsen-Coburg und Saalfeld.
VorgängerAmtNachfolger
Herzog von Sachsen-Saalfeld
1680–1729
Christian Ernst, Franz Josias
Ernst von Sachsen-HildburghausenSenior der Ernestiner
1715–1729
Friedrich II. von Sachsen-Gotha-Altenburg