Johann Daniel Stirn
Johann Daniel Stirn (* 22. Oktober 1712 in Borken (Hessen); † 26. Oktober 1779 ebenda) war ein Hessen-kasselscher Generalmajor.
Leben
Johann Daniel Stirn wurde als Sohn des Metropolitans Jacob Stirn und dessen Ehefrau Maria Johanetta Kraft geboren.
Zum 1. Mai 1728 trat er in die Hessen-kasselschen Armee ein, wurde am 24. Februar Fähnrich und am 1. Februar 1740 zum Leutnant ernannt. Als Kapitän diente er ab dem 10. November 1745 im Regiment „Erbprinz“. In diesen Jahren nahm er während des Siebenjährigen Krieges an mehreren Feldzügen teil und wurde am 13. August 1759 Oberstleutnant im Leibregiment. Bevor er 1762 Oberst im Regiment „Wutginau“ wurde, war er Kommandeur eines Grenadierbataillons. Von 1765 bis 1768 war er Oberst im Regiment „Erbprinz“[1] und von 1769 bis 1779 dessen Kommandeur. In dieser Stellung erhielt Stirn am 5. Juni 1770 Orden Pour la vertu militaire.[2] Am 23. Mai 1772 folgte die Ernennung zum Generalmajor.
Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg
1775 erhoben sich in Nordamerika britische Kolonien gegen ihr Mutterland, das eine Kolonialmacht darstellte. Der britische König Georg III. schloss mit Landgraf Friedrich II. Subsidienverträge, mit denen Hessen sich verpflichtete, mietweise ein Kontingent Soldaten für den Einsatz im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg zur Verfügung zu stellen.
So zog Stirn am 2. März 1776 mit seinen Soldaten Richtung Bremen, um nach England und von dort mit den Schiffen „Berry“, „Friendship“, „Sisters“ und „Thornton“ über den Atlantik zu segeln, um an der Seite der Engländer am Krieg teilzunehmen. Er führte in Amerika die aus den Regimentern Leibregiment, „Prinz Karl“, „von Ditfurth“, „von Trümbach“ und dem Grenadierbataillon „von Minnigerode“ bestehende 2. Brigade der 1. Division[3]. Am 16. November 1776 war Stirn bei der Erstürmung des Forts Washington beteiligt und wurde in der Schlacht von Germantown im Oktober 1777 und bei Wisahicon Creek leicht verwundet. Die zahlreichen Gefechte hinterließen Spuren. Er verlor sein Gehör und kehrte am 25. April 1779 nach Hessen zurück, wo er am 26. Oktober des Jahres verstarb.
Familie
Seit dem 8. Januar 1750 war er mit Albertine Kuhn, Tochter des Borkener Rentmeisters Nikolaus Kuhn, verheiratet.
Siehe auch
Literatur
- 700 Jahre Stadt Borken, S. 35: Kurzportrait Johann Daniel Stirn (Digitalisat)
Weblinks
- LAGIS Hessen: Hessische Truppen in Amerika (Digitalisat)
Einzelnachweise
- ↑ LAGIS Hessen: Hessische Truppen in Amerika (Digitalisat)
- ↑ Fortgesetzte neue genealogisch-historische Nachrichten von den vornehmsten Begebenheiten, welche sich an den europäischen Höfen zugetragen, Band 13, 1774. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Hessenland, Band 25, 1911. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).