Johann Christoph König (Philosoph)
Johann Christoph König (* 28. Juli 1754 in Altdorf bei Nürnberg; † 1. Januar 1812 ebenda) war ein deutscher Philosoph, Rechtswissenschaftler, Hochschullehrer und Bibliothekar.
Leben
König war Sohn des Kaiserlichen Notars Daniel König. Er besuchte zunächst bis 1768 die Stadtschule von Altdorf, bevor er zunächst bis 1771 die Sebaldusschule und dann bis 1772 das Egidiengymnasium jeweils in Nürnberg besuchte. 1772 wurde er zum Studium an der Universität Altdorf immatrikuliert. Er studierte insbesondere Theologie, Philosophie, Geschichte und Philologie und wurde 1775 unter Georg Andreas Will mit der Dissertation De Annihilatione Aeternis Afflicto Crvciatibvs Havd Detestanda zum Magister der Philosophie graduiert. Später durfte er diesen Grad als Doktor der Philosophie führen.
König war zunächst Privatlehrer in Nürnberg, bevor er 1781 einem Ruf als Professor der Philosophie an das hessen-hanau-lichtenbergische Gymnasium nach Buchsweiler folgte. 1782 gab er diese Stelle bereits wieder auf. Einen 1783 ergangenen Ruf als außerordentlicher Professor der Philosophie an die Universität Gießen musste er aus persönlichen Gründen ablehnen.
König wurde 1786 außerordentlicher Professor der Philosophie an der Universität Altdorf, 1789 ordentlicher Professor der Metaphysik, 1794 der Redekunst und 1798 der Staatswissenschaft. Er wurde 1797 von der Juristischen Fakultät zum Doktor der Rechte promoviert und 1798 übernahm er zudem das Amt des Bibliothekars der Universität, der er 1794 als Rektor vorstand. Nach der Auflösung der Universität 1809 durch König Maximilian I. Joseph von Bayern blieb er bis zu seinem Lebensende in Altdorf.
König gab 1785 und 1786 die Zeitschrift Der Freund der Aufklärung und Menschenglückseligkeit heraus. Nach Georg Seiderer war er ein typischer Vertreter der Popularphilosophie der Spätaufklärung. Am 5. September 1786 wurde er in den Pegnesischen Blumenorden aufgenommen.
Werke (Auswahl)
- Ueber den Genius des Sokrates. Auch eine philosophische Untersuchung, Felßecker, Frankfurt am Main und Leipzig 1777.
- Versuch eines populairen Lehrbuchs des guten Geschmacks für Mädchen und Jünglinge, Felßecker, Nürnberg 1780.
- Deutsche Chrestomathie zur Bildung des Geistes und Herzens und zur Uebung im Uebersezen aus dem Deutschen ins Lateinische, Felßecker, Nürnberg 1781.
- Über das akademische Studium und akademische Leben: ein Lehrbuch für Jünglinge, so auf Universitäten gehen wollen und bereits daselbst sind, Grattenauer, Nürnberg 1781.
- Philosophie der schönen Künste, Felßecker, Nürnberg 1784.
- Vorlesungen über Religion und Sittenlehre der Vernunft für nachdenkende Menschen überhaupt und für junge Studirende besonders, Felßecker, Nürnberg 1785.
- Ueber die Stipendien: Betrachtungen, Wünsche, Bitten. Allen Stipendienexekutoren und allen Lehrern studirender Jünglinge ehrerbietigst geweihet, Grattenauer, Nürnberg 1785.
- Gespräche über Universitäten überhaupt und über die Frage: Ist jede mittelmäßige Universität kameralistisch-unnüz? besonders, Monath und Kußler, Altdorf 1790.
- Praktisches Handbuch des deutschen Styles, 2 Bände, Monath, Altdorf 1792.
- Johann Christoph König’s Grundriß seiner öffentlichen Vorlesungen über einige der wichtigsten politischen Gegenstände, Akademische, Altdorf 1796.
- Probe einer Pandekten-Chrestomatie welche aus den Florentinisch-Taurellischen Pandeketen ausgezogen und sowohl mit verchiedenen Lesearten als auch mit kritischen Anmerkungen versehen worden ist, Monath und Kußler, Altdorf 1796.
- Formularbuch für aussergerichtliche Handlungen und freywillige Gerichtshandlungen, Aldorf 1797.
- (Hrsg.): Hugues Doneau: Commentarii de iure civili, Bände 1–4, Raspe, Nürnberg 1801–1808.
- Formularbuch für processualische Handlungen, 3 Bände, Monath und Kußler, Altdorf 1801–1804.
Literatur
- Friedrich Wilhelm Strieder: Grundlage zu einer Hessischen Gelehrten- und Schriftsteller-Geschichte, seit der Reformation bis auf gegenwärtige Zeiten, Band 7, Cramer, Kassel 1787, S. 535–539.
- Albert Teichmann: König, Johann Christoph. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 16, Duncker & Humblot, Leipzig 1882, S. 518.
Weblinks
- Werke von und über Johann Christoph König in der Deutschen Digitalen Bibliothek
- Georg Seiderer: König, Johann Christoph im Album Academicum Altorphinum